Von Jürgen Pander
"Ein großer Fotograf", erläutert Richardson, "erfasst den Moment. Deshalb habe ich ohne zusätzliche Geräte und ohne Assistenten fotografiert. Meine Technik ist der Verzicht auf Technik." So entstanden die insgesamt 30 auf den Kalenderseiten abgedruckten Bilder auf vergleichsweise minimalistische Art. Damit sieht sich Richardson in der Ästhetik der Anfänge des Kalenders. Die Fotografien für das Jahr 2010 wirken ähnlich direkt und ungekünstelt wie die Aufnahmen im ersten Kalender von 1964, den Robert Freeman fotografierte oder im Kalendarium von 1965 von Brian Duffy.
"Spielerischer, reiner Eros", so heißt es in der Mitteilung von Pirelli, solle im aktuellen Kalender zum Ausdruck kommen. Es gehe um den "Charme der natürlichen Weiblichkeit" - im Prinzip also darum, worum es schon immer ging: Sehr schöne Frauen mit sehr wenig am Leib aufs Foto zu kriegen. Als Requisit kommen übrigens auch mal wieder Autoreifen zum Einsatz, insofern knüpft der neue "Cal" nahtlos an die Frühwerke dieser Reihe an.
Verkauft wird der Pirelli-Kalender dann übrigens doch. Auf den einschlägigen Internet-Marktplätzen setzt seit Jahren unmittelbar nach der Veröffentlichung ein recht schwunghafter Handel ein. Eine Sammlung der Jahrgänge 1970 bis 2009 wird zum Beispiel für rund 2200 Euro angeboten. Manch' guter Freund des Hauses Pirelli hat vielleicht doch nicht soviel übrig für Fotografie - oder einfach nicht mehr genug Platz an der Wand.
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