Von Jürgen Pander
Organisiert wurde die Wahl zum "Modellfahrzeug des Jahres" nun schon zum 19. Mal von der Fachzeitschrift "Modellfahrzeug", die wiederum seit 20 Jahren existiert. Alljährlich im Sommer werden die Leser aufgefordert, ihr Votum abzugeben. "Damit ist die Wahl zum Modellfahrzeug des Jahres die einzige repräsentative Aussage über den Markt und die aktuellen Trends", sagt Andreas A. Berse, Gründer und Chefredakteur von "Modellfahrzeug".
Der Titel "Supermodell des Jahres 2009" geht in diesem Jahr an den Ferrari Sharknose im Maßstab 1:18 des Hersteller CMC. Die deutsche Firma aus Denkendorf lässt in einer Fabrik in der Nähe von Hongkong produzieren. "Da können Sie vom Boden essen", erklärt Berse, "das sieht dort aus wie in einer Uhrmacherwerkstatt, die Ledersitze der Modellautos beispielsweise werden auf links genäht und dann über das Sitzgestell gestülpt." Das Siegermodell etwa besteht aus rund 1500 Einzelteilen, die von Hand zusammengebaut werden und kostet rund 230 Euro.
Planen und ausarbeiten in Deutschland, Produktion in Fernost - seit die Aachener Firma Minichamps 1990 die Herstellung hochwertiger Sammlerautos nach China verlegte und damit großen Erfolg hatte, ist dieses Geschäftsmodell etabliert und hat die Branche gewaltig umgekrempelt. Inzwischen gibt es zu nahezu jedem Original mindestens ein Modellfahrzeug. "Heute haben wir fast zu viel Ware auf dem Markt", sagt Modellauto-Experte Berse, der selbst mehrere tausend Bonsai-Fahrzeuge besitzt und alle zwei Monate mit seinem Magazin die Sammlergemeinde im deutschsprachigen Raum auf dem Laufenden hält.
Der Modellautomarkt bildet die große Welt immer detailgetreuer ab
Längst vollzieht sich die Entwicklung des Originals und der Miniatur parallel. Den Porsche Panamera - gibt es längst schon im Maßstab 1:18 von der Firma Norev; Audi A5 Sportback oder BMW X1 - werden von Herpa im Maßstab 1:87 nachgebaut; Minichamps hat bereits den Bentley Mulsanne, der als Original erst im nächsten Sommer auf den Markt kommt, in 1:43 im Programm und sogar die BMW-Studie Vision Efficient Dynamics von der IAA im September gibt es schon als 1:43-Modell von Premium Classixxs Unique zu kaufen.
Die Vielfalt und immer weitere Diversifikation prägt den Modellautomarkt seit Jahren - auch damit ahmt die Miniaturwelt die Entwicklung des realen Automobilmarktes nach. In Liliput jedoch geht die Aufsplitterung noch weiter. Denn es gibt nicht nur immer mehr und immer spezialisiertere Fahrzeuge, sondern diese dann auch in verschiedenen Maßstäben und in unterschiedlichen Preisklassen. Vor allem in den überaus beliebten Größen 1:43 und 1:18 sind klassische Sammlermodelle wie Mercedes 300 SL oder Ferrari GTO in zig Ausführungen erhältlich: vom 30-Euro-Modell bis zum filigranen, bis in kleinste Details ausgearbeiteten 200-Euro-Auto.
Die Autohersteller kassieren für jedes Modell Lizenzgebühren
Bei den Herstellern der Vorbilder wird der Trend zum Autosammeln und die immer genauere Wiedergabe der Originale gerne gesehen. Die kleinen Flitzer sind als Marketing- und Image-Transporteure hoch willkommen. Bei den deutschen Herstellern beispielsweise begutachten erst die Designabteilungen eine Miniatur, ehe sie für den Verkauf freigegeben wird. Im Gegenzug erhalten die Modellauto-Hersteller die CAD-Oberflächendaten des Auto-Originals. Und natürlich fließt auch Geld. Circa fünf bis sieben Prozent des Kaufpreises eines Automodells gehen als Lizenzgebühr an Mercedes, Opel, Porsche oder VW. Um einen Formel-1-Rennwagen als Miniatur nachbauen zu dürfen, werden sogar bis zu 20 Prozent an Lizenzgebühr fällig.
Mit Spielzeugautos, die in der Grabbelkiste landen und in wilden Verfolgungsjagden über den Teppichboden malträtiert werden, hat das Sammlerwesen nichts mehr zu tun. Bereits Automodelle im Maßstab 1:43 - ein VW Golf misst in dieser Größe 9,8 Zentimeter - verschlingen knapp 35.000 Euro an Entwicklungskosten. Bei sehr fein ausgearbeiteten Fahrzeugen kann diese Summe auf mehr als 160.000 Euro ansteigen. "Der Aufwand", sagt Modellauto-Experte Berse, "ist erheblich, und auch die Ansprüche werden immer höher."
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Hallo erstmal ;) Ich sammle seit ich etwa 10 Jahre alt bin Modellautos und kann es einfach nicht mehr lassen :) Angefangen hat das Ganze mit einem Ferrari F40 von Bburago in 1:18. Mann waren die Modelle damals aufregend für [...] mehr...
ich gestehe das ich seit meinem 12. lebensjahr Wiking-Modelle 1:87 sammel. es sind mittlerweile ein paar geworden und manche von ihnen erfreuen mich täglich beim blick in die vitrinen. den 300 sl von 1961, den 190´er offen oder [...] mehr...
... oute ich mich mal als Erster hier - ja, ich sammele diese Dinger auch, und zwar Werbetrucks im Maßstab 1:87. Die Grösse spricht eigentlich gegen eine besondere Detailgenauigkeit, aber auch da gibt es Hersteller, die [...] mehr...
Der Verfasser des Artikels und der Fotostrecke war wohl jemand der es zuvor niemals mit Modellautos oder Eisenbahnen zu tun hatte. Bei Bild 4 wird der Name des Herstellers mit V geschrieben. Der Name buchstabiert sich korrekt [...] mehr...
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