Von Tom Grünweg
Was der Mini kann, das kann der BMW 1er auch. Nach diesem Motto treiben die Münchner Autobauer jetzt den Aufbau einer elektrischen Versuchflotte voran. Mit den Erfahrungen von mehreren hundert Mini E rüstet BMW nun auch das Einstiegsmodell der Kernmarke, den 1er, mit Elektroantrieb aus. Den Einstand gibt das optisch nur im Detail modifizierte, dafür jedoch mit Platinen-Graffiti und blau leuchtenden Dekorelementen beklebte Coupé im Januar auf der Autoshow in Detroit.
Anders als andere Studien soll dieser Wagen kein Einzelstück bleiben. Man habe "mit der Entwicklung einer umfangreichen zweiten Erprobungsflotte von Elektrofahrzeugen auf Basis des BMW 1er Coupé begonnen", heißt es im Unternehmen. Wie schon beim Mini E sollen auch diese Autos von Privatkunden im Feldversuch gefahren werden, um den Ingenieuren bei der Entwicklung eines "elektrisch angetriebenen Serienfahrzeugs" zu helfen, das "die BMW Group unter einer Submarke in der ersten Hälfte des nächsten Jahrzehnts auf den Markt bringen wird". So nebulös können Ankündigungen sein.
Der speziell für den Einsatz im BMW 1er entwickelte Elektromotor kommt auf 170 PS und 250 Nm, mit denen das Coupé so flott unterwegs sein soll, wie es die Stammklientel der weiß-blauen Marke erwartet. Den Sprint bis Tempo 60 schafft der Wagen in 4,5 und den Spurt auf Tempo 100 in weniger als neun Sekunden, lautet die Ansage die Entwickler. Nur die Höchstgeschwindigkeit ist aus Rücksicht auf die Reichweite auf eher bescheidene 145 km/h limitiert.
Mit dem Auto-internen Tempolimit, einer Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation) und Kniffen wie der ferngesteuerten Vorklimatisierung während des Ladevorgangs hat BMW die theoretische Reichweite auf 240 Kilometer ausgedehnt. Das zumindest ergibt eine Simulation nach den Regeln der aktuellen US-Normen. Im Straßenverkehrsalltag, mit zugeschalteten Nebenverbrauchern wie Klimaanlage oder Scheibenheizung, rechnen die Entwickler mit etwa 160 Kilometern Reichweite.
Der Fortschritt zeigt sich in der Verkleinerung der Komponenten
Diese Werte liegen auf dem Niveau des Mini E; den Fortschritt erkennt man erst beim Blick auf den Platzbedarf der neuen Technik. Während im Mini das Gestühl in Fond der Batterie zum Opfer fiel, bleiben im 1er alle vier Sitze erhalten. Und der Kofferraum fasst immerhin 200 Liter. Über den anstelle des Differentials in der Hinterachse integrierten Elektromotor und die unter einer beleuchteten Plexiglasscheibe drapierte Leistungselektronik passt deshalb wahlweise das Wochenendgepäck oder zwei Golfbags. BMW möchte die Volumenangabe mit Hilfe von Schlägertaschen offenbar auch im Elektroautozeitalter fortführen.
Möglich wird die deutlich kompaktere Bauweise durch eine neue Generation von Lithium-Ionen-Akkus, die nun nicht mehr aus Laptops zusammengeklaubt, sondern explizit für den automobilen Einsatz entwickelt wurden. Sie stammen aus einem Joint-Venture von BMW und SB LiMotive, einer Firma, in der sich wiederum die Unternehmen Bosch und Samsung zusammengeschlossen haben. Die dort produzierten Akkus sind nicht nur besonders leistungsstark, sondern auch kompakt und modular einsetzbar. Anstelle eines zentralen Blocks, sind die mit einem Flüssigkühlsystem auf Betriebstemperatur gehaltenen Zellen überall im BMW 1er verteilt. Die meisten stecken im Mitteltunnel, andere unter der ehemaligen Motorhaube und dort, wo früher einmal der Tank war.
Der erste elektrisch angetriebene Geländewagen der Welt
BMW ist nicht der einzige Hersteller, der gerade ein neues Elektroauto vom Stapel lässt. Daimler etwa erklärte jüngst die Elektro-Testphase für beendet entließ das Modell Smart ED in den Serienstand; Renault und Nissan melden fast wöchentlich neue Projektpartner für den Einsatz ihrer Großserienstromer; und sogar Tuner steigern die Spannung. Porsche-Veredler Ruf zum Beispiel hat nach einem auf Elektrobetrieb umgebauten Sportwagen 911 nun auch den SUV Cayenne zum Stormster gemacht - zum angeblich ersten elektrisch angetriebenen Geländewagen der Welt.
Ein gemeinsam mit Siemens entwickelter, 367 PS starker Elektromotor wuchtet das 2,7 Tonnen schwere Gefährt in zehn Sekunden auf Tempo 100. Auf der Landstraße kann man damit ordentlich loslegen, doch auf der Autobahn geht dem Stormster schnell die Puste aus: Mit Rücksicht auf die Kapazität der Lithium-Ionen-Akkus wurde die Höchstgeschwindigkeit auf 150 km/h limitiert. So reicht der Strom wenigstens für 200 Kilometer. Obwohl ökologisch nicht sinnvoll, ist der saubere Cayenne übers Prototypenstadium längst hinaus. Beim Klimagipfel in Kopenhagen surren drei der Elektro-SUVs im Shuttle-Dienst.
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Wer har Ihnen denn das erzählt? Der E-Motor im 1er leistet 250Nm, was im Vergleich zu einem Diesel nicht die Welt ist und kein Problem darstellt. Allerdings steigt der Energieverbrauch mit dem Quadrat der Geschwindigkeit... [...] mehr...
Dass die Höchstgeschwindigkeit des BMW "wegen mehr Reichweite" auf 145 lm/h gedrosselt ist, ist Unsinn. Man könnte das schließlich dem Fahrer überlassen, ob er 50 km Reichweite mit Tempo 200 haben will oder 200 km [...] mehr...
...brauche ich eigentlich nur in Notsituationen. Aber vielleicht fahren BMW-Fahrer ja sportlicher und mit weniger Rücksicht auf ihre Hinterfahrer. mehr...
Für einen Wagen, der künftig wohl überwiegend im Stadt-Umland-Betrieb gefahren wird, wären "echte" 160 km Reichweite bei max. 140 km/h schon ein großer Fortschritt. Jedenfalls macht dieser BMW Stromer auf Basis des 1er [...] mehr...
Zum Fahren schon, aber nicht, um beim Bremsen 170 PS Bremsleistung in die Batterien zurück zu speisen. Dazu braucht man einen 170 PS Stromgenerator, der dann, wenn man mal nicht bremst, zufälligerweise auch als Antriebsmotor [...] mehr...
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