Von Holger Dambeck
Hamburg - Mit dem Verkehrssündenregister hat so mancher Autofahrer seine Schwierigkeiten. Offenbar gehört dazu auch der amtierende Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Deshalb will er die Flensburger Datei reformieren. "Heute weiß doch niemand, ob und wie viele Punkte er in Flensburg hat", sagte Ramsauer der "Bild am Sonntag". Das System müsse entrümpelt und einfach, klar und durchschaubar für jeden werden. "Vorschriften, die man versteht, respektiert man auch mehr", betonte der Minister. "Ich will zum Beispiel klare Regeln zur Tilgung von Punkten."
Hätte sich Ramsauer auf der Webseite des Kraftfahrt-Bundesamts umgeschaut, das seinem Ministerium direkt untersteht, dann wüsste er, wie leicht man an die von ihm so dringend vermissten Informationen gelangt. Jeder Autofahrer kann seinen Punktestand mit einem formlosen Brief an das Verkehrszentralregister abfragen. Die Anschrift lautet:
Kraftfahrt-Bundesamt
24932 Flensburg
Die Auskunft ist - abgesehen vom Briefporto - kostenlos. Zur Legitimation genügt eine Kopie des Reisepasses oder des Personalausweises. Wer Schwierigkeiten beim Formulieren des Briefes nach Flensburg hat, kann sich ein Formular von der Webseite des Kraftfahrt-Bundesamts herunterladen. Auch der ADAC bietet einen solchen vorgefertigten Musterbrief an.
Was die von Ramsauer angemahnten klaren Regeln zur Tilgung von Punkten betrifft - diese gibt es bereits, ebenfalls nachzulesen auf der Webseite des Kraftfahrt-Bundesamts. Verkehrssünder mit 18 und mehr Punkten müssen ihren Führerschein abgeben. Wer bis zu 17 Punkte gesammelt hat, kann diese abbauen.
Wie geht das? In einem freiwilligen Aufbauseminar, das Fahrschulen anbieten. Je nach Höhe des eigenen Sündenregisters verschwinden so zwei oder sogar vier Punkte vom Flensburger Konto. Ein Seminar kostet nach ADAC-Angaben zwischen 300 und 400 Euro. Sie sind bei einem Stand von bis zu 13 Punkten möglich.
Wer zwischen 14 und 17 Punkte gesammelt hat, muss zwingend an einem solchen Aufbauseminar teilnehmen - bekommt dafür aber keinen Punktabzug mehr. Stattdessen können Betroffene zu einer freiwilligen verkehrspsychologischen Beratung gehen und so zwei Punkte tilgen. Kostenpunkt laut ADAC: circa 300 Euro.
Sowohl mit Aufbauseminar als auch mit verkehrspsychologischer Beratung können Autofahrer nur einmal in fünf Jahren Punkte reduzieren. Doch auch die Zeit hilft Verkehrssündern: Je nach Schwere des Vergehens löscht die Flensburger Behörde Punkte nach zwei, fünf oder zehn Jahren. Allerdings nur, wenn innerhalb dieser Fristen keine weiteren Verkehrsverstöße begangen werden.
Ausführliche Informationen zum Flensburger Sündenregister gibt auch der ADAC - für Bundesverkehrsminister und alle anderen Autofahrer.
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