Von Jürgen Pander
Fündig wurde er dann doch beim Elektromobil - und zwar ohne Reichweiteneinschränkung. Denn Förg entwickelte ein Elektroauto, das sich in zwei Modi bewegen kann. Und er entwarf auch gleich ein Verkehrssystem, das die Nachteile der beschränkten Reichweite aufhebt. Außerdem, das war Förg wichtig, lässt das neue Konzept die parallele Nutzung der neuen Fahrzeuge sowie von herkömmlichen Autos zu. "Mein Ansatz soll Autofahrer überzeugen, es geht nicht um eine Konfrontation", sagt Förg.
Die Idee vom Speedway, wie Förg sein Verkehrskonzept nennt, ist bestechend einfach. Im Stadt- und Nahverkehr bewegen sich die Autos aus eigener Kraft, angetrieben von einem kleinen Elektromotor, der völlig ausreichend ist für niedrige Geschwindigkeiten. Mit einer Batterieladung könnte so ein Fahrzeug etwa 200 Kilometer weit kommen - was für die allermeisten Fahrten vollauf genügt. Wird ein weiter entferntes Ziel angesteuert, fährt das Elektroauto aus eigener Kraft nur bis zum nächsten Speedway - einer durch einen Linearmotor aufgerüsteten Autobahn - klinkt sich berührungslos in das elektromagnetische Feld auf der Fahrbahn ein und braust bis zur passenden Abfahrt, von der aus es wieder aus eigener Kraft zum Bestimmungsort rollt.
Ein neues System, das sozusagen abwärtskompatibel ist
Das klingt schwer nach Science-Fiction, doch die grundlegende Technik ist seit rund 170 Jahren bekannt. "Linearmotoren werden längst weltweit genutzt", sagt Förg. Die Passagierbahnen am John F. Kennedy Flughafen in New York oder am Flughafen von Vancouver nutzen die Technik ebenso wie die Magnetschwebebahnen in Shanghai und Japan. Grob vereinfacht funktioniert der Antrieb etwa so: Unter der Straße wird eine Art Spule verlegt, der sogenannte Stator, also der feste Teil des Linearmotors. In jedem Speedway-fähigen Auto wiederum sitzt der Gegenpart, genannt Konduktor, der das Auto entlang der elektromagnetischen Wellen über die Straße treibt.
Der Charme dieser Idee liegt darin, dass die Straße - einmal zum Linearmotor aufgerüstet, nach wie vor eine normale Straße ist, auf der jedes andere Fahrzeug auch unterwegs sein kann. Zweitens könnten auf den Magnetwellen die Speedway-Autos ähnlich wie Eisenbahnwaggons, dicht an dicht kontrolliert vorwärtskommen, was die Verkehrsleistung deutlich erhöhen würde. Drittens schließlich könnten während der Fahrt auf dem Speedway sogar die Akkus der Elektrofahrzeuge nachgeladen werden, so dass beim Verlassen der speziell ausgerüsteten Fahrbahn wieder die volle Kapazität und damit Reichweite zur Verfügung steht.
Ein Kilometer Linearmotor-Straße für 8,5 Millionen Euro?
Noch gibt es nirgendwo einen Linearmotor, der für den Individualverkehr genutzt wird. Dennoch glaubt Förg an seine Vision. "Experten haben mir versichert, dass die Technik grundsätzlich funktionieren würde", sagt der Designer. Auch die Kosten für die nötige Infrastruktur - Autobahnen und andere Fern- oder Bundesstraßen beispielsweise müssten ja mit Linearmotoren ausgestattet werden - wirken in Modellrechnungen nicht absurd hoch. Die Umrüstung einer herkömmlichen Autobahn, so schreibt Förg in seiner Diplomarbeit unter Berufung auf das US-Unternehmen Magnemotion, das unter anderem Linearmotoren herstellt, würde circa 8,5 Millionen Euro kosten. Zum Vergleich: Ein Kilometer konventionelle Autobahn kostet in Deutschland zwischen sechs und zwölf Millionen Euro.
Effizient und umweltfreundlich allerdings wäre auch das Speedway-System nur dann, wenn der Strom für den Betrieb aus regenerativen Quellen stammen würde. Dies jedoch hat Speedway prinzipiell mit allen anderen Verkehrsszenarien gemein, die sich maßgeblich auf Elektromobilität stützen.
Die Reaktionen auf die Diplomarbeit seien bislang überaus positiv gewesen, sagt Förg. Auch VW bekundete Interesse an der 121 Seiten starken Arbeit, doch weitere Reaktionen aus Wolfsburg gab es bislang nicht. Förg, der inzwischen mit zwei Kreativ-Kollegen die Designagentur Lumod gegründet hat, arbeitet weiter am Projekt Speedway. Weil das Modell für die Diplomarbeit nicht nach Auto aussehen sollte, um die Neuartigkeit des Ansatzes zu demonstrieren, entwirft Förg nun erst einmal ein Fahrzeug, das man sich eher als nächsten Neuwagen vorstellen könnte.
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Dann lieber einen stinknormalen billigen Stromabnehmer, wie er bei Bahnen üblich ist. Dieses Konzept funktioniert wenigstens und verschwendet nicht 80% der reingesteckten Energie durch die enorm ineffiziente und eigentlich [...] mehr...
Hallo miteinander, wer das Wetter der letzten Tage kennt, der weiß, daß Speedway keine Lösung ist. Die Lösung sieht so aus: http://www.bps-niedenstein.de/ . Weil ich mit der CAD-Software Probleme habe, dauert es noch etwas [...] mehr...
Das Problem ist: Ich meine Elektroautos sind ja ganz vielversprechend, aber solange sie von Batterien angetrieben werden, die nach 200km leer sind und dann 8 Stunden zum aufladen brauchen, ist nicht das, was wir wollen. [...] mehr...
Traut den Designern NICHT !!! Das sind meistens Seifenblasen,was die vorschlagen,denn die haben keine Ahnung von der Technik oder dem Umweltschutz. das konzept mit der Elektrifizierung per Oberleitungen ist viel billiger und [...] mehr...
Schau dir mal eine Carrera-Bahn an... Wenn man die Stromschiene in Segmente aufteilt,und immer nur die einschaltet, wo gerade auch ein Auto fährt, wäre es auch möglich, gefahrlos über die Stromschiene drüber zu laufen. Die [...] mehr...
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