Von Jürgen Pander
Das Auto dürfte mit großer Sicherheit zu einem siebenstelligen Betrag unter den Hammer kommen - und wäre damit der teuerste BMW bislang. Was den Wagen so außergewöhnlich macht, kennzeichnet der skurrile Beiname Bügelfalte. Den erhielt der Wagen, weil die Kotflügel vorne wie hinten eine Art Blechfalz tragen, die es sonst bei keinem anderen Exemplar der Baureihe 328 gibt. Ein Auto mit Bügelfalten eben. Die Besonderheit erhielt der Sportwagen, der ursprünglich 1937 in Eisenach gebaut und ein Jahr später die Mille Miglia - das klassische Autorennen Brescia-Rom-Brescia - in seiner Klasse gewonnen hatte, 1939 in der Rennsportabteilung von BMW in Milbertshofen bei München. Wilhelm Kaiser schuf die außergewöhnliche Karosserie, ein Mitarbeiter der damals noch ganz jungen Abteilung Künstlerische Gestaltung.
In der Rennsportabteilung erhielt das Auto eine neue Karosserie
Das Auto wurde also komplett umgebaut - umkarossiert, wie die Experten sagen. Und dabei wurde der Zweisitzer zum Bügelfalten-Roadster, erhielt eine Plakette mit der Aufschrift "Karosserie München" am Heck und war zudem ein ernst zu nehmendes Rennauto geworden. Denn bei den Umbauarbeiten wurde der mit 80 PS ohnehin schon recht potente Reihen-Sechszylindermotor des Ursprungsmodells auf eine Leistung von rund 135 PS gekitzelt, was im Zusammenspiel mit der auf 725 Kilogramm verschlankten Karosserie zu einer herausragenden Rasanz führte.
1940 gehörte dieser Roadster zu einem Quintett von BMW-328-Sportwagen - zwei geschlossene Fahrzeuge, drei offene -, das bei der Mille Miglia an den Start ging. Die "Bügelfalte" übrigens mit der Nummer 71, und, um es gleich vorweg zu nehmen, das Auto wurde im Gesamtklassement Sechster.
Ein Russe tauschte den Rennwagen gegen einen neuen Lada ein
Anders als bis dahin führte die Mille Miglia nicht von Brescia nach Rom und wieder zurück, sondern, nach schweren Unfällen auf der ursprünglichen Strecke in den Jahren zuvor, über einen etwa 164 Kilometer langen Rundkurs durch die Po-Ebene, der neunmal absolviert werden musste. Mit einem Schnitt von 166 km/h gewann der geschlossene BMW 328 mit Huschke von Hanstein und Walter Bäumer im Cockpit.
Nach Kriegsende gelangte der Bügelfalten-Roadster als Teil der Reparationszahlungen in die Sowjetunion, wo er im Besitz von Artjom Ivanovich Mikojan landete, dem Entwicklungsleiter jener Firma, die unter anderem das MiG-Kampfflugzeug erfand. Mikojans Sohn wiederum tauschte den raren Renner 1972 mit Guido Adamson aus Riga gegen einen fabrikneuen Lada ein. Herr Adamson wiederum machte die BMW-Preziose nach dem Ende der Sowjetunion zu Geld - das Auto gelangte aus Lettland in den Westen. Jetzt bahnt sich erneut ein Besitzerwechsel an für das Auto mit der Chassis-Nummer 85032.
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Zu dem angesprochenen Zeitpunkt hat die Auto Union und zu dem Konzern gehörte ja die Marke Audi so Autos gebaut, die im Volksmund Silberpfeile hiessen. Und diese Autos fuhren damals schon über 400 km/h. Übrigens, auch wenn Sie [...] mehr...
mille miglia hin oder her - den 328er gibt es für die lieben Kleinen grob für 15 Mille. http://www.blanc-chateau.com/Startseite-1-de.html mehr...
Der Preis des Wagens kann locker auf über 1 Million Euro steigen. Erstaunlich ist, was für schöne Autos schon damals BMW baute. Vielleicht sollten sie eine Reedition dieses Auto auflegen, allerdings mit 300 PS und Hybrid. Zu [...] mehr...
Hm ... soll ich oder soll ich nicht ... mehr...
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