Aus Genf berichtet Jürgen Pander
Der Schweizer Marc Birkigt war ein genialer Ingenieur, in Barcelona fand er im Bankier Don Damien Mateu einen großzügigen Geldgeber für seine Pläne - so ungefähr beginnt die Geschichte der Autofirma Hispano-Suiza, die 1904 in der katalanischen Hauptstadt ihre Arbeit aufnahm. Gebaut wurden luxuriöse und vor allem schnelle Automobile, außerdem Flugzeugmotoren. Solch einen nutzte der französische Jagdflieger Georges Guynemer, ein Fliegerass des Ersten Weltkriegs, dessen Geschwaderabzeichen ein fliegender Storch war. Ab 1918 verwendete deshalb auch Hispano-Suiza den Storch als Markenemblem. 1938 jedoch lief das letzte Auto mit diesem Logo in der Nähe von Paris vom Band.
Jetzt ist der Vogel wieder da - allerdings stark stilisiert in einem Flügellogo, das ein spektakuläres Auto ziert. Hellgrau lackiert ist der Zweisitzer, die Karosserie ist kühn gepfeilt, gekennzeichnet durch Kanten, Schwünge, Ecken und eine gedrungene Grundform. Erwin Himmel hat den Wagen designt. Geboren in Graz, wohnhaft in Barcelona und als Autodesigner bereits bei Audi, VW und Seat aktiv, arbeitet Himmel inzwischen selbständig als Industrie- und Produktdesigner - und verwirklichte jetzt einen Traum: den Neustart einer legendären Automarke.
Schon mehrfach sollte Hispano-Suiza reanimiert werden. Bereits vor zehn Jahren stand eine Studie unter diesem Markennamen auf dem Autosalon in Genf, mit einem BMW-Motor im Heck. In den Folgejahren gab es weitere Prototypen, doch nach den Messen hörte man nichts mehr. Das soll diesmal anders sein. Die Katalanin Marta Pou, die ihr Geld bislang als Autohändlerin verdiente, steht als Finanzier hinter dem Projekt. Himmel wiederum bringt neben seiner Kreativität auch sein exzellentes Netzwerk mit ein.
Lambo inside
So stammt der Motor im neuen Hispano-Suiza ursprünglich von Lamborghini. Es ist der 5,2-Liter-V10-Benzindirekteinspritzer, dessen Leistung durch zwei elektronisch angetriebenen Kompressoren auf 750 PS gesteigert wurde. Die Fahrleistungen sind erwartungsgemäß krass: In 3,4 Sekunden gelingt der Spurt von 0 auf Tempo 100, als Höchstgeschwindigkeit werden lässig "mehr als 330 km/h" angegeben. 13,5 Liter je 100 Kilometer soll der knapp 1,6 Tonnen schwere Wagen verbrauchen, das macht 348 Gramm CO2 je Kilometer, doch man ahnt schon, dass es deutlich mehr werden wird, wenn es erst einmal losgeht.
Damit das Projekt nicht in der Ecke der unzeitgemäßen Supersportwagen landet, planen Himmel und seine Mitstreiter bereits weiter. "Es wird auch eine Hybridversion geben", sagt der Designer. "Die bekommt einen 150 PS starken Elektromotor an der Vorderachse, so dass wir erstens einen Allradantrieb erhalten und zweitens eine Gesamtleistung von rund 900 PS." Gespeist werden soll die E-Maschine mit Strom aus Silizium-Batterien. Das komplette System befinde sich derzeit in der Entwicklung, weitere Details gebe es vorerst nicht, erklärt Himmel. Dafür berichtet er, dass Hispano-Suiza vor rund hundert Jahren schon einmal ein Auto mit Hybridantrieb gebaut habe - es war eines der ersten dieses Typs überhaupt.
Jetzt steht ohnehin erst einmal das Auto mit klassischem Verbrennungsmotor im Vordergrund - und natürlich der Verkauf desselben. Wer in den nächsten Wochen einen Kaufvertrag unterschreibe, verspricht Himmel, der könne noch in diesem Jahr einen Hispano-Suiza sein Eigen nennen. Voraussetzung dafür ist allerdings die Überweisung von rund 700.000 Euro (netto). Die Macher der Marke planen mit vorerst 25 bis 50 Autos pro Jahr. Gefertigt werden sollen die zunächst bei der gleichen Spezialfirma in München, die auch den Prototypen baute. Sobald die Nachfrage steige, sei auch an den Aufbau einer eigenen Manufaktur gedacht, die dann im Schweizerischen Lugano entstehen soll.
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Vermutlich ist Elektrisch gemeint. Aber wenn man, was auch Sinn machen würde, die Kompressoren mit Hochfrequenzmotoren antreibt ist selbstverständlich jeder Menge Steuerelektronik im Spiel. mehr...
... elektronisch angetriebene Kompressoren ?? Wieviele Umdrehungen/min schafft denn ein Transistor ? ;-) Thorsten mehr...
Was sollen die Hersteller dee auch machen? Mercedes ist ein normales Brot und Butter Auto. Gleiches gilt fast für Porsche. Wenn die in der Rolls Royce Liga Autos unter ihrem eigenen Namen bauen werden sie ausgelacht. Eine [...] mehr...
Einheitsdesign und PS-Bolzer. Das hat die ehrwürdige Marke exklusiver Automobile wirklich nicht verdient. Bugatti und nun HS, diese "Pseudonachfolger" besitzen viel PS und wenig Esprit. Schade, dass es Designer nicht [...] mehr...
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