Nach Toyota-Reparaturen: Dutzende Kunden melden anhaltende Defekte

Die Toyota-Krise erfährt eine unerwartete Wendung: Kundenklagen über erfolglose Pedalreparaturen häufen sich. Mittlerweile liegen den US-Behörden 60 Beschwerden von Autofahrern vor. Diese geben an, ihre Wagen beschleunigten immer noch ohne ihr Zutun.

Toyota-Chef Akio Toyoda: Hinweise, dass es doch an der Elektronik hängen könnteZur Großansicht
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Toyota-Chef Akio Toyoda: Hinweise, dass es doch an der Elektronik hängen könnte

Washington/Torrance - Mitte der Woche waren es erst zehn Beschwerden, seitdem steigt die Zahl täglich an. Toyota versprach, sich mit den Besitzern in Verbindung zu setzen und die Fälle zu untersuchen. Bislang gebe es jedoch keinen Beleg dafür, dass die Reparaturmaßnahmen nicht griffen, so der Hersteller.

Toyota schließt weiterhin kategorisch aus, dass der Gaspedalfehler, wegen dem acht Millionen Autos zurückgerufen wurden, in der Elektronik statt in der Mechanik zu suchen sein könnte. Bei der Reparatur wird ein Distanzstück am Gaspedal eingesetzt, das die Reibung verringern und die Zugkraft der Rückholfeder erhöhen soll. So sollen ein Klemmen und eine ungewollte Beschleunigung vermieden werden.

Bei den meisten modernen Autos werden Bremsen, Pedale und Lenkung nicht mehr per mechanischer Kraftübertragung gesteuert, sondern über elektronische Impulse und sogenannte Drive-by-Wire-Systeme. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, Toyota hätte in der Vergangenheit widersprüchliche Angaben zu der Frage gemacht, welche Daten zu den Drive-by-Wire-Systemen in den Blackboxes der Fahrzeuge gespeichert würden.


Anders als andere Autohersteller versuche Toyota, diese Daten geheimzuhalten, so die AP. Zudem gebe es in den gesamten USA nur einen einzigen Laptop, der über die Software verfüge, mit der man aus Toyota-Blackboxes Daten auslesen könne.

Druck auf Toyota wächst

"Wir gehen der Sache auf den Grund", kündigte der Chef der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA, David Strickland, an. Seine Mitarbeiter hatten sich bereits mit den ersten Autofahrern in Verbindung gesetzt, die sich beschwert hatten. Ergebnisse sind aber noch nicht öffentlich geworden.

Die Kongressabgeordneten Bart Stupak und Henry Waxman verlangten am Freitag, dass Toyota ihnen schlüssige Nachweise vorlege, warum die Elektronik als Fehlerquelle ausscheidet. Bislang, so ihr Vorwurf, sei Toyota entsprechende Dokumente schuldig geblieben. Die beiden Parlamentarier leiten einen der Ausschüsse, die das Toyota-Debakel aufklären sollen.

In den Anhörungen der letzten beiden Wochen waren Zweifel daran laut geworden, dass es sich bei dem ungewollten Beschleunigen um ein rein mechanisches Problem handelt. Toyotas US-Statthalter James Lentz musste einräumen, dass es für die Mehrzahl der gemeldeten Vorfälle keine Erklärung gebe.

Die NHTSA bringt inzwischen 52 Todesfälle mit der Pannenserie bei Toyota in Verbindung. Sie steht aber selbst unter Beschuss. Einzelne Kongressabgeordnete werfen ihr vor, zu eng mit der Industrie verflochten zu sein und zu lax auf die Pannenserie bei Toyota reagiert zu haben. Zwei ehemalige Behördenmitarbeiter arbeiten inzwischen für den japanischen Konzern.

Weltweit ruft Toyota mehr als acht Millionen Autos zurück, um Gaspedale und Fußmatten bei ihnen zu richten. Drei von vier der betroffenen Fahrzeuge sind in den USA zugelassen. Wegen kurzzeitig aussetzender Bremsen müssen knapp eine weitere halbe Millionen Hybridwagen in die Werkstätten.

hil/dpa/AP

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  • Datum: Freitag 05.03.2010 | 18:08 Uhr
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