Von Lasse Hinrichs
Ein Jubiläumsgeschenk in eigener Sache sollte es sein: 100 Jahre automobile Massenfabrikation, erzählt anhand von 20 Mercedes-Modellen auf 80 Bildern. Als Daimler-Benz 1986 mit Andy Warhol den Vertrag für das "Cars"-Projekt aufsetzte, habe sich der "Factory"-Leiter und Meister der seriellen Reproduktion "absolut begeistert" in die Arbeit gestürzt. Doch das Werk blieb unvollendet - der Künstler starb überraschend am 22. Februar 1987 nach einer Gallensteinoperation.
Die fertigen Arbeiten - acht Mercedes-Typen auf 35 Siebdrucken und zwölf Zeichnungen - sind nun erstmals seit gut 20 Jahren wieder vollständig zu sehen: Das Museum Albertina in Wien zeigt sie in der Ausstellung "Andy Warhol. Cars" noch bis zum 16. Mai. Außerdem präsentiert das Museum Zeichnungen, Videofilme und Skulpturen von Robert Longo, Silvie Fleury und Vincent Szarek, die ebenfalls im Auftrag des Autoherstellers in Anknüpfung an die Warhol-Bilder entstanden sind. Fast alle der insgesamt rund 60 Werke befinden sich in Besitz der Daimler-Kunstsammlung.
Warhol zitiert mit seinen "Cars" die automobilen Meilensteine der Daimler-Firmengeschichte. Die Typenschau reicht vom Benz-Patent-Motorwagen (1886) über das Flügeltüren-Coupé 300 SL (1954) bis zum Versuchswagen C 111 (1970). Die Auto-Darstellungen auf den überwiegend 1,20 mal 1,53 Meter großen Acrylbildern hat Warhol in bekannter Manier verfremdet - mal per Hand nachgezeichnet wie das Einzelporträt eines knallblauen Silberpfeils aus dem Jahr 1937 oder seriell vervielfältigt wie die quietschbunten Versionen des Tourenwagens Typ 400 aus dem Jahr 1925.
Knallbunte Auto-Bilder und die Suche nach "Transgression"
Der Kunsthistoriker und Kritiker Werner Spies schrieb aus Anlass der ersten "Cars"-Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen 1988: Im Zentrum von Warhols Daimler-Werk stehe "die Suche nach einer Transgression eben dessen, was materiell grenzenlos, wiederholbar, erdrückend auf uns eindringt." Und der SPIEGEL formulierte damals: "Wenn die Bildgegenstände, wie so oft bei Warhol, auch diesmal in einem höheren Glanz erscheinen - den 'Cars'-Eignern kann es nur recht sein."
Akademisch bleibt die Frage, wie Andy Warhol selbst auf den Umstand reagiert hätte, die Daimler-Serie nicht mehr vollenden zu können. Aber zum Tod pflegte der Pop-Künstler, der keinen Führerschein besaß und den Fetisch Auto in den sechziger Jahren mit seinen Unfall-Bildern der "Death and Disaster"-Serie noch völlig anders anging, ohnehin ein sehr spezielles Verhältnis. Sterben, so hat Warhol einmal gesagt, "ist das Peinlichste, was Dir passieren kann".
Der Katalog zur Ausstellung "Andy Warhol. Cars" in Wien (248 Seiten, 134 farbige Abbildungen) ist im Hatje Cantz Verlag erschienen.
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also handelt es sich in diesem Fall um eine 'leichte Sachbeschädigung'. Deshalb wurden auch (und werden weiterhin) die Verfahren engestellt. mehr...
Auf diversen identitätsfreien Foren hetzen seit einiger Zeit offensichtlich einige wenige, jedoch unter jeweils verschiedenen IDs, heftigst gegen die rKK. Bei SPON sind es die zwar vornehmlich die "üblichen [...] mehr...
Hmm, wie kommt es eigentlich, dass ich von einem Artikel, der sich mit Warhols "Cars" beschäftigt, zur Diskussion auf diesen Strang verlinkt werde? Nichtsahnend möchte man sich die Meinungen anderer Kunstinteressierter [...] mehr...
So kann man es natürlich auch ganz doll relativieren, am besten gleich den hierzulande beliebten Islam und die dazugehörenden Koranschulen mit einbeziehen, somit sichert man sich gleich die nötige Unterstützung der Mehrheit. [...] mehr...
Auf einmal ist die RKK nur noch eine unbedeutende Institution unter vielen anderen, die Kinder sexuell missbraucht? So billig kommt die höchste moralische Instanz diesmal mit Sicherheit nicht davon. Auch und gerade wegen dieser [...] mehr...
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