Von Tom Grünweg
Mit den Autos ist es beinahe schon so wie mit der Mode: Nur was neu ist, ist attraktiv und kommt für das Gros der Käufer in Betracht. Deshalb ziehen die Fahrzeughersteller zunehmend das Tempo an, um die Modellreihen mit stetigen Veränderungen und Modulationen in den Schlagzeilen zu halten. Es wird eine Modellvariante nach der anderen präsentiert, und kaum sind alle Karosserievarianten auf dem Markt, werden sie auch schon wieder überarbeitet - die Marketingleute haben dazu ebenso nebulöse wie alberne Begriffe erfunden, etwa "Facelift", "Modellpflege" oder gar "Lifecycle Incentive".
Tatsächlich werden dann die Scheinwerfer oder die Rückleuchten dezent verändert, ein paar Plastikanbauteile ausgewechselt oder der Innenraum mit ein paar neuen Sitzbezügen oder Zierteilen aufgehübscht. Kosmetik eben - vergleichbar mit einem Friseurbesuch und dem Wunsch, diesmal nur die Spitzen zu schneiden. Nach sechs oder sieben Jahren genügt das aber nicht mehr, dann wird ein komplett neues Automodell vorgestellt.
Abseits des hier beschriebenen Karussells gibt es jedoch einige Typen, die immun sind gegen solcherlei Überarbeitungsdrang. Die Gründe sind vielfältig. Entweder gilt das Auto bereits als moderner Klassiker und wird deshalb nicht angetastet; oder die Nachfrage ist derart gering, dass ein Nachfolgemodell unrentabel wäre; oder dem Hersteller fehlt schlicht das Geld und der Wille für eine Neuentwicklung. Dann bleiben die Autos einfach im Programm.
Manche alten Modelle werden einfach weiter gebaut und verramscht
Zudem wurde die Modellplanung vieler Hersteller zuletzt deutlich flexibler, was zu folgendem Procedere führte: Ein neues Auto kommt auf den Markt, das alte Modell aber wird einfach als Billigversion weiterproduziert. Aus diesem Grund gibt es bei Skoda beispielsweise gleich zwei Generationen des Octavia neu zu kaufen, bei Renault stehen zwei verschiedene Clio-Modelle im Schauraum, und Peugeot liefert neben dem Kleinwagen 207 auch den nach wie vor gefertigten Vorgänger unter dem Namen 206+ aus.
Mitunter aber erlischt auch das Lebenslicht automobiler Dauerbrenner. Demnächst etwa wird es den Land Rover Defender erwischen, einfach, weil der antiquierte Allradler die Abgasbestimmungen oder beispielsweise die aktuellen Vorschriften zum Fußgängerschutz nicht mehr erfüllt.
SPIEGEL ONLINE hat die ältesten Neuwagen auf dem deutschen Markt zusammengestellt - mit Hilfe der Daten der Marktbeobachtungsfirma Jato Dynamics. In der Bilderstrecke finden Sie die Rangliste der scheinbar unsterblichen Automodelle.
Auf anderen Social Networks posten:
Wer sich die derzeitig alle drei bis vier Jahre aufgehübschten und gelifteten Autos so anschaut, kommt unweigerlich zu dem Schluß, dass den Designern nur ganz selten bessere Formen einfallen. mehr...
Das hat Herr Grünweg nicht behauptet - lesen Sie die Bildlegende noch einmal: dort ist von Mai 1995 die Rede, was laut KBA auch stimmt. mehr...
der Saab 9-5? Seit 98 am Markt und noch nicht abgelöst.. mehr...
Anders als in der Fotostrecke behauptet wird, weist das KBA in den Monatsstatistiken den Maybach sehr wohl separat aus und nicht unter Sonstige. Im Februar etwa wurde ein (1) Maybach neu zugelassen, im Januar sieben. Ein [...] mehr...
... und uneingeschränkte fachliche Kompetenz sind die Stärken des Herrn Grünweg nicht. Die Mängel werden im Laufe der Jahre leider auch nicht weniger. Der VW Sharan war nicht erst seit 2000 auf dem deutschen Markt erhältlich, [...] mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Die Zehn | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH