Pedelecs: Rad-Schub aus dem Akku

Von Holger Dambeck

2. Teil: Willkommene Hilfe bei Wind und in den Bergen

Foto: SPIEGEL ONLINE

Abgesehen vom Fahrspaß bleibt noch die Frage: Wozu braucht man eigentlich ein Elektrorad? Wer körperlich fit ist und nur kurze Wege auf dem Rad zurücklegt, kann gut darauf verzichten. Anfangs galten deshalb vor allem ältere Menschen als wichtigste Zielgruppe der Pedelecs - daher kommt auch ihr Reha-Image.

Doch der Elektroantrieb ist auch für durchschnittliche Fahrer interessant, etwa wenn sie in einer bergigen Gegend wohnen. Radeln ist dann für die meisten vor allem Quälerei, mit dem Extra-Schub vom Motor sieht die Sache schon wieder ganz anders aus. Auch wer täglich zwei Kleinkinder im Fahrradanhänger durch die Gegend kutschieren will, kann über ein E-Bike nachdenken. Und selbst im flachen Norden ist Radeln mit Akkuhilfe interessant: Ich bin ein längeres Stück elbabwärts gefahren - der heftige Gegenwind hat mich nicht gestört.

Billig sind die Elektroräder freilich nicht. Die meisten Modelle kosten 1500 Euro und mehr. Es gibt auch Modelle unter 1000 Euro, die etwa bei Tests des Magazins "Radfahren" gut abgeschnitten haben. Bei allen Rädern unter 1500 Euro muss man aber Abstriche machen, etwa bei der Qualität von Bremsen und Schaltung sowie bei der Leistungsfähigkeit des Akkus.

Software abgestürzt

Wie weit man mit einer Akkuladung kommt, hängt vom Fahrstil und vom Relief der Strecke ab. Im Ecomodus, der niedrigsten Unterstützungsstufe, schaffen die meisten Räder 50 Kilometer. Wer viele Berge auf dem Weg ins Büro überwinden muss, sollte den Akku am besten dort gleich wieder aufladen. Dazu reichen meist drei bis sechs Stunden - und dann ist sichergestellt, dass der Saft auch bis nach Hause reicht.

Doch selbst mit vollem Akku muss man als Elektroradler mit Überraschungen rechnen. Ein E-Motor mit Verkabelung und kleinem Steuercomputer bildet zusätzliche Fehlerquellen. Eines meiner Testräder zeigte beispielsweise kurzzeitig "Error" im Display an. Verblüffenderweise verschwand der Fehler von selbst.

Ein anderer Defekt, schuld war offenbar die fehlerhafte Steuersoftware eines Vorserienmodells, erinnerte mich fatal an PC-Probleme. Bei einer längeren Bergabfahrt schaltete sich der E-Antrieb komplett aus. Unten angekommen gab's keine Schubkraft vom Motor mehr, obwohl der Akku noch voll war. Ein Neustart (Aus- und wieder Anschalten des E-Antriebs) löste das Problem.

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insgesamt 77 Beiträge
AntiGravEinheit 27.04.2010
... kostet doch ein vernünftiges Fahrrad ohne Motor schon etwa diese Summe. Abgesehen davon habe ich bisher noch jedes Pedelec abgehängt, obwohl ich alles andere als ein Profi bin - meine 92kg Kampfgewicht wollen auch erstmal [...]
... kostet doch ein vernünftiges Fahrrad ohne Motor schon etwa diese Summe. Abgesehen davon habe ich bisher noch jedes Pedelec abgehängt, obwohl ich alles andere als ein Profi bin - meine 92kg Kampfgewicht wollen auch erstmal bewegt werden. Denn die Schubabschaltung bei Geschwindigkeiten von über 25km/h ist DER Hinderungsgrund. Dann schleppt man Motor und Akku ganz umsonst mit herum. Das kann ich auch billiger mit ein paar Gewichten haben. Wenn ich mal alt und tattrig bin, dann denke ich drüber nach, mit ein Pedelec zu kaufen. Das dauert aber noch - und vielleicht gibt's dann auch schon welche mit kaltem Wasserstoffantrieb. Oder solche Akkus, die aus Alkohol Strom produzieren (bei Notebooks gibt's das schon im Versuchstadium). Nachts dann, letzte Runde in der Kneipe, sagt man dann zum Wirt, bitte noch einen Schnaps für mein Pedelec ...
HariboHunter 27.04.2010
Natuerlich kann man sich ein neues schmuckes Erad kaufen. Man koennte aber auch sein altes und noch sehr gutes Rad mit einem Antrieb ausruesten. Dies kommt auf jeden Fall guenstiger.
Natuerlich kann man sich ein neues schmuckes Erad kaufen. Man koennte aber auch sein altes und noch sehr gutes Rad mit einem Antrieb ausruesten. Dies kommt auf jeden Fall guenstiger.
SchneiderG 27.04.2010
Viel mehr würde mich der Unterschied der europäischen zu den chinesischen Modellen interessieren. Da China die höchsten Stückzahlen an E-Fahrrädern herstellt und verkauft (Preise ab Euro 25 aufwärts), frag ich mich, was den [...]
Zitat von sysopEntspannt radeln mit Batteriepower - das ist der neueste Trend beim Radfahren. Auf dem Elektrovelo verlieren Berge und Wind ihren Schrecken, die Fahrt ins Büro ist weniger schweißtreibend. Aber wehe, wenn der Akku schlappmacht oder die Elektronik spinnt. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,690217,00.html
Viel mehr würde mich der Unterschied der europäischen zu den chinesischen Modellen interessieren. Da China die höchsten Stückzahlen an E-Fahrrädern herstellt und verkauft (Preise ab Euro 25 aufwärts), frag ich mich, was den Preisunterschied eines extrem günstigen Leviatec (Preis unter 900 Euro) zu den Preisen und der Qualität in China ausmacht bzw. gerechtfertigt?
El gato negro 27.04.2010
Bisher fahre ich mit einem normalen Fahrrad zur Arbeit, knapp 5 Kilometer quer durch die Stadt. Ich könnte jetzt schon schneller fahren, allerdings ist mir dies dank schmaler Radstreifen und uneinsichtiger Autofahrer einfach zu [...]
Bisher fahre ich mit einem normalen Fahrrad zur Arbeit, knapp 5 Kilometer quer durch die Stadt. Ich könnte jetzt schon schneller fahren, allerdings ist mir dies dank schmaler Radstreifen und uneinsichtiger Autofahrer einfach zu gefährlich, auf manchen, schmalen Streifen zwischen parkenden Autos (und reger Parktätigkeit mit Ein- und Aussteigen) und fließendem Verkehr ist alles über Schrittgeschwindigkeit schon gefährlich. Entsprechend sinnlos fand ich die Pedelecs bisher, allerdings kommen vielleicht bald knapp 10km Strecke pro Richtung hinzu. Damit wird so ein Pedelec für mich doch interessant, denn verschwitzt bei der Arbeit anzukommen ist auch nicht toll, und selbst mit Unterstützung Rad zu fahren finde ich immer noch besser als in überfüllten Bussen zu schwitzen oder mit dem Auto im Stau zu stehen. Mal schauen was draus wird. :-)
hirschnase 27.04.2010
Denn jede Fahrt mit einem Pedelec ist eine Autofahrt weniger und schont die Mitmenschen und die Umwelt vor Lärm, extremen Platzverbrauch auf engen Straßen, krebserregenden Abgasen, Co2, Feinstaub und der Gefährdung durch hohe [...]
Denn jede Fahrt mit einem Pedelec ist eine Autofahrt weniger und schont die Mitmenschen und die Umwelt vor Lärm, extremen Platzverbrauch auf engen Straßen, krebserregenden Abgasen, Co2, Feinstaub und der Gefährdung durch hohe Geschwindigkeit gepaart mit mehreren Tonnen Gewicht. Als ausdauertrainierter Radfahrer ist die Unterstützung durch einen E-Motor für mich nicht interessant. Aber zumindest kann ich beruhigt in die Zukunft schauen. Wenn die Beine dann mit 85 Jahren nicht mehr mitmachen, gibt es für mich die Option auf einen ökologisch sauberen Antrieb :-) Die Beschleunigung auf 25km/h sollte für den Stadtbetrieb vollkommen ausreichend sein (und kann durch eigenes Treten dann ja noch erhöht werden), wenn man bedenkt das die Durchschnittsgeschwindigkeit in deutschen Städten meist nicht mehr als 21 bis 23km/h beträgt und man mit einem Fahrrad kaum "stop-and-go" fahren muss (wie die Autofahrer) sondern, wenn man seine Route vorher plant, mit wenigen Ampeln auf ruhigen Wegen in vielen Fällen fast direkte Luftlinie fahren kann.
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  • Datum: Dienstag 27.04.2010 | 06:15 Uhr
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Zum Autor

Holger Dambeck, Jahrgang '69, arbeitet seit 2004 als Wissenschaftsredakteur bei SPIEGEL ONLINE. Er fährt praktisch täglich Fahrrad und hat schon diverse Urlaube im Sattel verbracht.

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