Von Andrea Reidl
Schneller ging es bei Schreinermeister Bernd Vonau. Sechs Stunden arbeitete er an dem ersten Prototypen seines Holz-Liegerads. Dann waren die Multiplexplatten zurechtgesägt und mit einem Montagekleber aus der Kartusche fest miteinander verbunden. "Den Rahmen habe ich etwas grobschlächtig zusammengebaut, aber es hielt und ich bin mit dem Rad etwa drei Monate gefahren", sagt Vonau. Danach machte er sich an das Meisterstück: Einem Liegerad aus geölter Rubinie.
Vonaus Ziel war ein ebenso leichtes wie stabiles Liegerad aus Holz. Mit dem Ergebnis ist er noch heute, elf Jahre später, zufrieden. "Das Rad lässt sich trotz Frontalantrieb mit asymmetrischer Gabel freihändig fahren", sagt er stolz. Und Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometer pro Stunde schaffe er damit problemlos. Als Schreinermeister achtete Vonau besonders auf tischlerische Details. So kann er bei dem Liegerad den Abstand zu den Pedalen per Scharnier verstellen. Das Velo ist mit 12,5 Kilogramm ein Leichtgewicht. "Mit Leichtbauteilen lässt sich das Gewicht auf elf Kilo reduzieren", sagt Vonau.
Einige Jahre führte der Zweiradenthusiast ein Fahrradgeschäft. Das gibt es heute zwar nicht mehr, aber es existiert noch die Web-Seite und auf dieser stellt Vonau den Bauplan des Liegerads kostenlos zur Verfügung. Schwierig sei der Nachbau nicht, erklärt er. Vorausgesetzt man sei handwerklich geschickt und besitze das typische Schreinerwerkzeug, wie Band-, Kreis- und Stichsäge. Dann kann man das Rad in drei Wochen bequem bauen.
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