Audi A7: Auf dem Weg zum Kronjuwel

Von Tom Grünweg

Audi gibt Gas: Auf dem Weg zum "erfolgreichsten Premiumhersteller der Welt" feiern die Bayern die Premieren derzeit beinahe im Monatsrhythmus. "Das geht auch künftig so weiter," sagt Vorstandschef Rupert Stadler und zieht das Tuch von der nächsten Neuheit: dem A7.

Wenn es um die mittelfristigen Ziele geht, gibt Audi-Chef Rupert Stadler nicht viel auf die vornehme Zurückhaltung, die im Oberhaus sonst eher üblich ist: "Wir sind auf dem Weg zum erfolgreichsten Premiumhersteller der Welt", erneuert der Vorstandsvorsitzende bei jeder denkbaren Gelegenheit seine Kampfansage an Mercedes und BMW. Und vieles spricht dafür, dass er sogar recht behalten könnte: Der Auftragseingang für das erste Halbjahr liege bei rund 550.000 Autos und damit 19 Prozent über dem Vorjahr, sagt Stadler. Das Jahresergebnis wird "deutlich über einer Million Neuzulassungen liegen" und immer mal wieder deutet er an, dass Audi das Etappenziel von 1,5 Millionen Zulassungen bereits vor 2015 erreichen könnte.

Dafür fährt Stadler ein hohes Tempo: "Wir sind nicht müde geworden, alle paar Wochen ein neues Modell auf den Markt zu bringen," sagt der Vorstand nach der Enthüllung von R8 Spyder, A1 sowie des kurzen und des langen A8 und zieht gleich wieder das Tuch von einer Neuheit: Vor rund 400 Gästen enthüllt er nun in der Münchner Pinakothek der Moderne den neuen A7, mit dem die Bayern dem Mercedes CLS, dem Jaguar XJ sowie dem Fünfer GT von BMW in die Parade fahren wollen. Das viertürige Coupé mit der coolen Kehrseite soll im Spätherbst die Lücke zwischen A6 und A8 schließen und zu Preisen ab 51.650 Euro all jene Kunden ansprechen, denen eine Limousine zu formell, ein traditionelles Coupé zu knapp und ein Kombi zu praktisch ist.

Während die Designer Wolfgang Egger und Stefan Sielaff noch die "klaren Linien", "die puristische Eleganz" und die "ästhetische Sportlichkeit" beschwören und den hängenden Abschluss des Luxusliners als klassisches Bootsheck schönreden, rollt Stadler den weiteren Premierenplan aus. Der A7 ist für ihn zwar ein wichtiger Schliff für den Rohdiamanten Audi auf dem Weg zum Kronjuwel. "Doch wer die Karatzahl erhöhen will, muss ständig schleifen und polieren", sagt Stadler und stellt als nächste Neuheit den A6 in Aussicht. Der wird noch dieses Jahr gezeigt und kommt Anfang 2011 als Limousine und ein paar Monate später auch als Avant in den Handel. Außerdem gibt es nächstes Jahr den Q5 mit Hybridantrieb, die S-Modelle von A8, A7 und A1 sowie die Facelifts für die große Mittelklasse-Familie um A4 und A5.


Ein innovatives Kleinstauto-Konzept von Audi ist nicht in Sicht

Angst, mit so vielen neuen Modellen und neuen Nischen die Aufspaltung zu übertreiben und damit Kunden oder Händler zu überfordern, hat Stadler nicht: "Solange die Kunden nachfragen, muss man parat stehen," rechtfertigt er das breite Programm und ist überzeugt, dass man mit den richtigen Angeboten auch die entsprechende Nachfrage generieren kann. Das gelte selbst in Deutschland, wo die Genesung des Marktes viel langsamer gelingt als in China und den USA - zwei Ländern, die Stadler derzeit ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Allerdings ist die Konkurrenz vor allem aus München groß. Denn nachdem die VW-Tochter mit ihren Alu-Ambitionen lange Jahre als Leichtbaumeister galt, kontert BMW mit dem Karbonkleinwagen aus dem "Projekt i". Das sei mutig, lässt Stadler durchblicken. Doch ein Lob kommt ihm freilich nicht über die Lippen. Vielmehr spricht er über den "intelligenten Materialmix", bei dem "Karbon nur eine, aber nicht die einzige Lösung" sei. "Auch wir arbeiten schon seit Jahren mit Kohlefaser, wollen uns aber nicht auf einen Stoff alleine konzentrieren", sagt Stadler und mahnt zudem vor den hohen Kosten: "Das Kilo Stahl gibt es für etwa 60 Cent, Aluminium kostet zwischen 1,80 und 2,40 Euro und für ein Kilo Karbon bezahlt man um die 15 Euro", rechnet er vor. "Aber am Ende will der Kunde nicht wissen, aus welchem Material ein Auto gebaut ist, sondern fragt nur, was es kann und was es kostet."

Nicht nur der Karbon-Vorstoß bringt Stadler in Zugzwang, sondern auch die Idee vom Mega-City-Vehicle. Denn ein innovatives Kleinstauto-Konzept von Audi ist bislang nicht in Sicht. Das will Stadler so natürlich nicht stehen lassen: "Unser Mega-City-Vehicle ist der A1," kontert der Vorstandschef. Und während der BMW erst 2013 kommt, kann man den schon heute kaufen. Außerdem stellt Stadler ein Comeback des Leichtbau-Vorreiters A2 in Aussicht.

Ob damit das untere Ende der Fahnenstange erreicht ist? Fürs erste wahrscheinlich schon. "Aber wir wissen heute noch nicht, wie sich die Städte entwickeln und welche Wünsche die Kunden in Zukunft haben," räumt Stadler ein. Nicht zuletzt deshalb haben die Bayern den Urban Future Award ausgeschrieben, in dem sie mit Stadtplanern und Architekten über die Metropolen im Jahr 2030 diskutieren.

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

Forum

insgesamt 76 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
23.08.2010 von hermanngaul: WM-Titel

Herrgott nochmal. Wie oft müssen wir uns denn noch anhören, dass Foxhound nen scheiss Jeep 2005 mit 3.0 Diesel fährt. Hat der denn nichts anderes? Ach nee, stimmt ja ist ja alles drauf gegangen für den Amischlitten und ansonsten [...] mehr...

02.08.2010 von snp5057 Siegi: BMW im Mini....

....verwendet Peugeotmotoren nur bei den Dieselmodellen weil sich der BMW Motor für den Quereinbau nicht eignet dafür verwendet Peugeot bei den Benzinern bis 1,6L Motoren die BMW entwickelt hat. mehr...

02.08.2010 von snp5057 Siegi: Audi

Dafür haben sie auf der einen Seite einen BMW und auf der anderen Seite einen VW in besserer Ausstattung ums doppelte Geld. mehr...

02.08.2010 von snp5057 Siegi: Audi A7 Auf dem Weg zum Kronjuwel?

Würde ich ungeschaut unterschreiben ausserdem finde ich das Auto häßlich und das Heck einfallslos und unansehlich.Der BMW 5er GT sieht zwar nicht besser aus aber wenigstens einen höheren Nutzwert und eine elegantere und [...] mehr...

29.07.2010 von DerBlicker: nein wieso?

außer Navi, PDC und Leder, würde ich keine Extras ordern, Automatik ist ja serienmäßig. Da sollte man mit 60 000 minus Rabatt hin kommen. mehr...

Und Ihre Meinung? Diskutieren Sie mit! zum Forum...

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
alles zum Thema Audi-Modelle

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


  • Datum: Dienstag 27.07.2010 | 14:22 Uhr
  • Artikel drucken
  • Artikel versenden
  • Feedback
  • Kommentieren | 76 Kommentare

Basteln Sie Ihren Traumwagen

Mit dem Autokonfigurator von carmondo können Sie aus mehr als 400 Modellen wählen und das Fahrzeug nach Ihren Wünschen ausstatten.

Hier gelangen Sie zum Konfigurator

Aktuelles zu

TOP



TOP