BMW-Tuning extrem: Bob Suzuki lässt es krachen

Aus Yokohama berichtet Tom Grünweg

Die Wände sind tapeziert mit Autobahn-Landkarten, in den Regalen lagern Rennsport-Accessoires und in der Garage stehen mächtig aufgebrezelte Autos. Bob Suzuki, der wohl schrillste BMW-Tuner der Welt, zelebriert in seiner Heimatstadt Yokohama den deutschen Temporausch.

Repräsentativ sieht dieser Straßenzug Yokohamas nicht aus. Links ein Gebrauchtwagenhändler, rechts einige Mietshäuser und ein Stück weiter hinten mehrere Einkaufsmärkte. Und mittendrin ragt an einer Kreuzung ein weißer Zweckbau auf, der unter Eingeweihten als eine Art Schrein des Schnellfahrens gilt. Hier hat Bob Suzuki seinen Schreibtisch, der Chef der Studie AG, dem vielleicht schrillsten BMW-Tuner der Welt.

Wer zum ersten Mal die Geschäftsräume betritt, erlebt ein weiß-blaues Wunder. BMW-Autos und -Devotionalien wohin man blickt, dazu Vollgas-Accessoires jeder Art, ein Tuningtempel für Tempobegeisterte. Ein Ort, an dem der Traum von der freien Fahrt für freie Bürger hemmungslos und ohne Scheu gefeiert wird.

Wer sich ein wenig umschaut, entdeckt wirklich alles, was Schnellfahrer und Vollgasfans begeistern könnte. Badelatschen im Jägermeister-Design zum Beispiel, knappgeschnittene T-Shirts im Boxenluder-Look und gebundene Jahresausgaben diverser deutscher Auto- und Tuningmagazine.

Einen besonderen Rang nimmt auch hier der gut 8800 Kilometer entfernte Nürburgring ein. Die Streckenführung der legendären Nordschleife hängt, auf Fahnenstoff gedruckt, von der Decke, ist auf Postern in jeder Größe erhältlich, schmückt T-Shirts und bestimmt auch die Auslegeware in den Regalen - selbst die sogenannten Industriepool-Aufkleber, die Autotester bei noch geheimen Prototypen, die auf dem Eifelkurs getestet werden, als Einfahrtserlaubnis auf die Windschutzscheibe gepappt werden, kann man bei Bob Suzuki kaufen.

Doch das eigentliche Geschäft des Selfmade-Unternehmers ist das klassische Tuning von Autos - und zwar in großem Stil. An insgesamt fünf Standorten betreut die Studie AG derzeit jeden Tag rund 150 Kunden. Im Angebot ist das ganze Werkstattprogramm vom Ölwechsel über Breitreifenmontage bis hin zum Komplettumbau. Mitunter rollen hier getunte BMW-Typen aus der Halle, bei denen wohl auch die Experten der BMW M GmbH respektvoll staunen würden.

"Im Schnitt investieren meine Kunden pro Auftrag etwa 800 Euro in ihren Wagen", sagt Suzuki. Beliebteste Umbaumodelle sind die Autos der Baureihen 1er und 3er. "Breitreifen, Auspuffendrohre, Zierteile - das Übliche eben", erklärt Suzuki die Wünsche der meisten Klienten.

Sonderwünsche von Schnellfahrern werden sehr teuer

Aber es wird regelmäßig auch sehr viel aufwendiger und teurer. Wie zum Beispiel bei dem weißen BMW Z8, den die Studie AG für umgerechnet fast eine Viertelmillion Euro zum Extremrenner umbaute. "Das war unser bislang größter Auftrag", sagt Suzuki, der sich vor 15 Jahren mit der Studie AG selbständig machte und seither den Tuningmarkt beackert. Mit dem aufgemotzten Z8 kann wohl nur Suzukis Privatwagen noch mithalten. Er fährt ein giftgrün lackiertes Z4 Coupé im Renntrimm, das so tief gelegt ist, dass die Karosserie fast auf dem Asphalt schleift. Obwohl es praktischere Autos gibt als einen Rennwagen mit Schalensitz und Überrollkäfig und man vergebens nach einem Platz für die Einkäufe sucht, ist Suzuki damit tagtäglich unterwegs.

Die Studie AG hat nichts von einem öligen Hinterhoftuner. Die Werkstatt ist picobello sauber, und während die Kunden auf ihr Auto warten, wird ihnen mehr geboten als ein paar Hocker und abgestandener Kaffee aus Plastikbechern. Sie können in einer gemütlichen Sofaecke lümmeln und in


den hinteren Teil des Raumes schauen, wo vielleicht gerade ihr Wagen auf der Hebebühne steht und behandelt wird.

Ein M3-Renner von Jochen Winkelhock als Playstation-Kulisse

Es gibt meterweise PS-Literatur aus Deutschland, die schon erwähnten übervollen Regale mit Kleinkram, und es gibt einen alten M3-Rennwagen mitten im Laden. Es ist das Auto, mit dem früher der Rennfahrer Joachim Winkelhock unter anderem auch über den Nürburgring jagte. Es wurde sozusagen auf japanische Art konserviert: Im Motorraum wurde eine Playstation installiert. Wer auf dem Rennsitz hinterm Lenkrad Platz nimmt, blickt durch die Frontscheibe auf einen großen Flachbildschirm - und dann kann das virtuelle Rennen beginnen.

"Es ist es ganz praktisch, wenn ein hochrangiger Entwickler von Sony zu den Stammkunden zählt", sagt Suzuki nur, wenn man ihn auf den Hightech-Simulator im originalen Old-School-Gewand anspricht.

Die echte Herausforderung im streng tempolimitierten Japan sind aber nicht die schnellen Runden im Computerspiel, sondern auf den echten Straßen. "Wenn man die richtigen Ecken kennt, geht Vollgasfahren auch hier", sagt Suzuki und erzählt von nächtlichen und illegalen Parforceritten auf den fünfspurigen Autobahnringen des Großraums Tokio-Yokohama. "320 km/h habe ich da schon geschafft", prahlt er. Selbst auf seiner geliebten deutschen Autobahn hat er das bislang noch nicht geschafft. Sein Rekord im Land seiner Tempoträume liegt bei 305 km/h.

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25.08.2010 von Keule³:

vollkommen egal wie er heißt :D verrückt, aber voll geil... und den M3 hätte ich gerne... mehr...

25.08.2010 von OG77: Kann es sein...

...dass der Gute Ben heisst und nicht Bob? mehr...

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  • Datum: Mittwoch 25.08.2010 | 14:49 Uhr
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