Von Roman Büttner
Die Begeisterung war groß, als Ferrari vor rund einem Jahr den Supersportwagen 458 Italia vorstellte. Von "nachhaltiger Entwicklung" war die Rede und von einem in dieser Fahrzeugklasse bemerkenswerten Normverbrauch von 13,3 Litern auf 100 Kilometern. An der Entwicklung der Flunder wirkte sogar Formel-1-Fahrer Michael Schumacher mit.
Jetzt, rund acht Monate nach Marktstart, herrscht im Firmensitz in Maranello Ernüchterung. Mindestens vier Modelle sind seit Anfang Juli abgebrannt - fast zwei Monate äußerten sich die Italiener nicht zu diesen Vorfällen. Untätig waren sie nach eigenen Angaben jedoch nicht. Die verkohlten Wracks wurden untersucht, und jetzt ist die Ursache für die Brände klar: Klebstoff.
Um Reifen und Karosserie vor der Hitze des Mittelmotors zu schützen, haben die Ingenieure einen Schutzschild zwischen der Abdeckung der Radläufe und dem Motorraum angebracht. Dieser wurde mit einem Hightech-Klebstoff fixiert. Doch offenbar gibt es mit dem Kitt bei allen bis Ende Juli gebauten Fahrzeugen ein Problem. "Zumindest, wenn zu hohen Betriebstemperaturen auch enorme Außenhitze hinzukommt. Dann nämlich kann der Kleber verdampfen - und sich im schlimmsten Fall entzünden," sagte Ferrari-Sprecher Gerald Kahlke SPIEGEL ONLINE.
Für die vier Ferraristi, deren 458 Italia nachweislich durch den Kleber in Flammen aufgegangen sind, kommt diese Aktion zu spät. Doch immerhin stellt ihnen Ferrari jetzt umsonst ein neues Modell vor die Tür.
Warum Ferrari den falschen Klebstoff einsetzte und dies nicht bemerkte, ist unklar. Schließlich betonen Autohersteller immer wieder, wie beinhart ihre Tests vor der Einführung neuer Modelle sind. Oft werden die Prototypen durch die Eiswüsten am Nordpol gejagt und bei extremer Hitze durch das Death Valley gescheucht.
Vielleicht hat Testfahrer Michael Schumacher, der nach Ansicht mancher Sportkommentatoren seine besten Zeiten hinter sich hat, bei seinen Testfahrten einfach nicht genug Gas gegeben, um das Auto auf die höchstmögliche Betriebstemperatur zu bringen. Schließlich fährt er auch in der aktuellen Formel-1-Saison hinterher - dort allerdings in einem Mercedes.
Auf anderen Social Networks posten:
Von Opel oder Dacia bin ich solche Schreckensmeldungen nicht gewohnt. Okay, keinen Lamborari, versprochen. Da gibts echt schönere Autos, wie Aston Martin oder Bentley. Ein DB6 könnte mich locken. mfg mehr...
Genau ! Nicht alle Sportwagenhersteller handeln so konsequent : http://www.lambounfall.de/ mehr...
Kennen Sie sich mit Grillanzünder aus? mehr...
Interessante These, dass der einst best-bezahlte Sportler der Welt die Dauertests für Ferrari macht. Naja das nächste mal ein bischen besser recherchieren, dann klappts auch mit dem Leser. mehr...
Also...ich fand den lustig. Das hätte eine lustige Unterhaltung werden können. Ja meine Güte - italienische Sportwagen gehen in Flammen auf. Eine Handvoll. Na und? mehr...
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Ferrari-Modelle | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH