Von Felix Knoke
Die Städte werden immer voller, die Autos immer kleiner - und bald auch die Motorräder. Zumindest, wenn es nach Chris Hoffmann, dem Chefbastler des amerikanischen Tech-Startups Ryno Motors geht. Hoffmann entwickelt seit vier Jahren ein einrädriges Motorrad, einen Macho-Segway für Innenstädte, Einkaufszentren und Fußgängerzonen. Ideal für Pendler, als Patrouillen-Fahrzeug für Polizisten und Sicherheitsdienste oder als schnelles Transportmittel in weitläufigen Industrieanlagen.
Anders als bei zweirädrigen Segway sitzt der Ryno-Fahrer direkt über dem bulligen Einrad, einen Lenker in der Hand, der mit Tacho, Front- und Heckleuchten eher an ein Motorrad erinnert als an einen Stadtroller. Aber das Ryno ist handlicher als ein Motorrad, passt in den Aufzug und in die Wohnung und lässt sich auch durch enge Wege und an Barrieren vorbeischieben. Mit einem Gewicht von 57 Kilogramm ist er allerdings zu schwer zum Tragen.
Gesteuert wird wie beim Segway: Der Fahrer lehnt sich einfach in die Richtung, in die er fahren will, Gyro-Sensoren und eine Steuerelektronik übernehmen den Rest. Ein zusätzlicher Bremshebel stoppt das Gefährt bei geringen Geschwindigkeiten oder hält es an Ort und Stelle. Fällt der Fahrer vom Rad oder bewegt er es außerhalb der vorgesehenen Parameter, bremst es automatisch zum Stillstand.
Idee der Tochter
Das Interesse am Ryno scheint groß, Hoffmann ertrinkt nach eigenen Angaben in E-Mails von potentiellen Kunden, der Presse, Kooperationspartnern. Dabei hatte die Sache - wenn die Geschichte stimmt - ganz harmlos angefangen: Als Idee seiner Tochter Lauren. Die 13-jährige erzählte ihrem Vater von einem einrädrigen Motorrad, das sie in einem Videospiel gesehen habe. Warum, fragte sie ihn bei einem Angelausflug, könne er ihr nicht so ein Einrad bauen, damit sie damit zur Schule fahren könnte. Sie besprachen ihre Idee, sie fertigte gar eine Skizze an - die Vater Hoffmann stolz in seinem Firmenblog zeigt.
Mit Bauteilen aus dem Baumarkt und ein wenig Metallhandwerk fertigte Hoffmann einen ersten Prototypen, holte Mitstreiter an Bord und suchte Investoren. Mit einem vollfunktionsfähigen Prototypen tingelt Hoffmann über Auto-Festivals und Investoren-Konferenzen. Die Produktion soll schon im nächsten Jahr starten. Läuft alles wie geplant, gibt es den Ryno schon 2011 für zunächst 4200, später 3500 US-Dollar weltweit zu kaufen - viel billiger als den Segway.
Anstatt selbst zu produzieren, will Hoffmann die Produktionspläne und-rechte an Hersteller in anderen Ländern verkaufen. Ob er auch Deutschland dabei im Blick habe, fragte ihn SPIEGEL ONLINE. Die knappe Antwort: "Ja, globale Strategie".
Bleibt nur die Frage: Wie sieht das in Deutschland überhaupt rechtlich aus? Bei der Einführung des Segways standen die Zulassungsstellen vor erheblichen Problemen: Zwei Räder, zwei Spuren; wie damit umgehen?! Seit dem 16. Juli 2009 aber regelt die Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr wie mit solch neuartigen Gefährten umgegangen werden muss - nämlich Fall für Fall: Die erste Fahrt eines deutschen Ryno wäre im Gepäckraum eines Autos zur Zulassungsstelle.
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Erst fragen, dann meckern. Vollbremsung mit einem Einrad (identisches Prinzip): http://www.youtube.com/watch?v=_9uPOXrBbHY Downhill mit Einrädern: http://www.youtube.com/watch?v=tTbTNg6GpSo Das Prinzip Einrad [...] mehr...
Hahaha. Schon mal Prototypen-Hersteller gewesen ? Auch nur mit 10 Mann ? Sie wuerden tot umfallen. mehr...
Ich finde es interessant, dass es ein solches Scifi- Gerät in einen SPON- Artikel schafft. Das Video sagt doch über den praktischen Nutzen alles aus. Der Fahrer sitzt unsicher, kann nur weite Kurven fahren und nicht plötzlich [...] mehr...
Würde ich gerne mal antesten. Ich habe mal für eine Firma gearbeitet, die Segways verkauft hat. Und zwar Cross-Segways. Wir waren zuerst recht skeptisch, stellten dann aber bei Tests fest, das man mit dem Segway tatsächlich über [...] mehr...
Für Fahrräder braucht/gibt es keine Zulassungsverfahren. MfG Matthias mehr...
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