Der Lotus Exige: Gebaut nach den Gesetzen des Motorsports
Es ist ein Comeback nach zwei Jahren Abstinenz für das Hardcore-Sportcoupé, das damals für knapp eineinhalb Jahre die Konkurrenz der Kompaktrenner aufmischte. Als die erste, handgefertigte Version Anfang des Jahres 2000 vorgestellt wurde, schwärmte die Fachpresse vom "Rennwagen für die Straße". Das neue Modell, verspricht Lotus, werde der "racecar-for-the-road-philosophy" mindestens ebenso sehr gerecht.
Die 1948 von Anthony Colin Bruce Chapman - sein Monogram ACBC findet sich auch im grün-gelben Logo der Marke - gegründete Firma ist seit jeher bekannt für Autos, die nach den Gesetzen des Motorsports gebaut sind. Ohnehin fertigte Lotus zunächst ausschließlich Rennfahrzeuge. Es dauerte bis 1957, ehe das erste straßentaugliche Modell, der Lotus-Seven, auf den Markt kam. Dieser Wagen wird übrigens heute noch gebaut, seit 1973 allerdings von Caterham, die die Rechte von Lotus übernahm.
Design von Russell Carr: Verzicht auf übliches Autoquartett-Auftrumpfen
Matchbox-Modell aus den frühen Siebzigern
Lange ist es her und in der Formel 1 ist längst kein Platz mehr für kleine Hersteller wie Lotus. Aber schnelle Autos bauen die Briten noch immer. Jetzt eben auch den Exige. Das Besondere: Der Wagen verzichtet auf das inzwischen übliche Autoquartett-Auftrumpfen. Ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit variabler Ventilsteuerung bewegt den Exige. Er tut das mit einer Leistung von 192 PS, einem maximalen Drehmoment von 181 Nm und einer Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h. Alles noch nicht atemberaubend, jedenfalls nach herkömmlichen Maßstäben. Doch weiter unten in den technischen Daten steht es dann: "Gewicht, fahrbereit: 875 Kilogramm".
Das ist die entscheidende Ansage. Jedes PS braucht lediglich 4,55 Kilogramm bewegen, was den Wagen außergewöhnlich spritzig macht. Von 0 auf Tempo 100 vergehen, gewandtes Bedienen von Gaspedal, Kupplung und Sechsganggetriebe vorausgesetzt, gerade mal 5,2 Sekunden; von 0 bis 160 sind es 13,2 Sekunden. Um das Auto dennoch kontrollierbar zu halten, wurden das Fahrwerk und die Aerodynamik angepasst. Der von Russell Carr designte Wagen sieht aus wie ein Matchbox-Modell aus den frühen Siebzigern: kühne, schwungvolle Linien, eine von Lufteinlässen zerklüftete Karosserie und ein knackiger Heckspoiler.
Sportlenkrad mit nur 32 Zentimetern Durchmesser: Jedes Extra treibt das Gewicht in die Höhe
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