09. August 2004, 06:21 Uhr

Nissan Patrol

Weltpremiere in dünner Luft

Von Jürgen Pander

Val d'Isère in den französischen Alpen liegt rund 1800 Meter hoch inmitten von Gipfeln, Gletschern und Skipisten. In der kommenden Woche findet hier, im Zentrum des Vanoise-Nationalparks, ein Allrad-Autosalon statt - mit der Weltpremiere des neuen Nissan Patrol.

Nissan Patrol: Weltpremiere im Alpenidyll

Nissan Patrol: Weltpremiere im Alpenidyll

Eigentlich sind Autos in dem rund 1600 Einwohner zählenden Bergdorf fehl am Platz. Für Touristen gibt es kostenlose Shuttelbusse, ansonsten geht man hier zu Fuß. Einmal im Jahr jedoch fallen Autofans hier ein, genauer: Freunde der allradgetriebenen Fortbewegung. Ihr Ziel ist der "Salon International du 4x4", der Allrad-Autosalon vom 13. bis 22. August.

Die Bedeutung dieser Allrad-Fachmesse in den Alpen, zu deren Rahmenprogramm anspruchsvolle Offroad-Tests und Fahrvorführungen in den umliegenden Bergen gehören, wuchs in den vergangenen Jahren dermaßen, dass Nissan in diesem Jahr sogar mit einer Weltpremiere dort auftritt. Die Japaner präsentieren den neuen Patrol, einen rustikalen Geländewagen, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1951 zurückreichen.

Mit dem Ur-Patrol (der damals noch anders hieß), einem vom Militär in Auftrag gegebenen Fahrzeug, hat das neue Modell natürlich kaum noch etwas zu tun. Obwohl der Leiterrahmen, der zuschaltbare Allradantrieb, die hohe Geländetauglichkeit und eine robuste Bauweise bis heute zu den Merkmalen des Patrol gehören. Es gibt eine kleine, aber treue Gemeinde von Autofahrern, die exakt diese Eigenschaften schätzt. Im vergangenen Jahr verkaufte Nissan immerhin 1364 Patrol-Modelle in Deutschland.

Der Neue soll dieses Niveau mindestens halten. Sämtlich Blechteile, ausgenommen das Dach, wurden überarbeitet und neu gestaltet. Im Innenraum bekam der Wagen ein renoviertes Armaturenbrett, bessere Sitze und er kann nun auf Wunsch und gegen Aufpreis mit einem DVD-Navigationssystem ausgestattet werden. Es wird wie bisher zwei Karosserievarianten geben, einen Dreitürer und einen Fünftürer mit sieben Sitzplätzen.

Keine Wahl hat die Kundschaft dagegen beim Antrieb. Der einzige für den Patrol angebotene Motor ist nach wie vor ein Vierzylinder-Commonrail-Diesel mit drei Litern Hubraum. Die Leistung des Selbstzünders wurde von 158 auf 160 PS (118 kw) gesteigert, das Drehmoment von 323 auf nun beachtliche 380 Nm. Ab Oktober soll der neue Patrol bei den Händlern stehen. Die Preise verrät Nissan noch nicht, doch etwas über 30.000 Euro für den Dreitürer gelten als realistische Schätzung.


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