03. Mai 2006, 17:37 Uhr

Öffentliche Verkehrsmittel

Schiene holt zum Auto auf

Immer mehr Menschen steigen auf die Schiene um: Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Fern- und Nahverkehr sind zunehmend gefragt. Mit dem Auto können die Busse und Bahnen allerdings immer noch nicht ernsthaft konkurrieren.

Wiesbaden - Der öffentliche Personenverkehr verzeichnet weiterhin ein leichtes Wachstum. Wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte, gab es im vergangenen Jahr mit rund zehn Milliarden Fahrten in öffentlichen Bussen und Bahnen einen Anstieg um 0,6 Prozent gegenüber 2004. Bezogen auf die Kilometerleistung lag der Anstieg bei zwei Prozent auf 126 Milliarden Personenkilometer. Mit diesen vorläufigen Zahlen setzte sich laut dem Bundesamt der beständig leichte Zuwachs der letzten Jahre weiter fort.

Verantwortlich für den Anstieg im öffentlichen Personenverkehr sei vor allem ein Plus bei Bahnen und Straßenbahnen. Die Zahl der Fahrgäste von Bussen ging demnach dagegen sowohl im Nah- wie im Fernverkehr zurück.

Im Vergleich zum individuellen Autoverkehr macht der öffentliche Personenverkehr allerdings immer noch nur einen Bruchteil aus. Nach den letzten Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung legten 2004 gut 58 Milliarden Menschen - das entspricht rund 84 Prozent aller Verkehrsteilnehmer - rund 907 Milliarden Kilometer mit dem Auto zurück.

Die Allianz pro Schiene bezeichnete den Anstieg des öffentlichen Verkehrs dennoch als "erfreuliche Entwicklung" und brachte diese mit den gestiegenen Benzinpreisen in Verbindung. "Der Energie-effiziente und umweltfreundliche Schienenverkehr jagt dem Straßenverkehr Marktanteile ab", sagte Geschäftsführer Dirk Flege und warnte vor Kürzungen im Nahverkehr.

har/ap


URL:

© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH