Eschborn - Seit Montag können Abwrackwillige die Umweltprämie nur noch im Internet beantragen. Dazu muss ein Formular auf der Seite www.ump.bafa.de ausgefüllt werden - wer sich den Bonus von 2500 Euro jetzt reservieren will, dürfte jedoch Schwierigkeiten haben.
Schrottplatz (in Grevenbroich): Riesiger Ansturm auf die Abwrackprämie
Das System zur Online-Beantragung ist nach dem Start am Montag wegen der großen Nachfrage zusammengebrochen. Die von dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) angegebene Internet-Seite ist nicht erreichbar. Auf der Bafa-Startseite steht der Hinweis, wegen technischer Probleme komme es zu "Schwierigkeiten beim Aufruf und beim Ausfüllen des Reservierungsantrags, die nicht im Einflussbereich des Bafa liegen. Das Bafa unternimmt alles in seiner Macht stehende, damit dieses Problem schnellstmöglich behoben wird". Man bitte um Verständnis.
"Wir haben Probleme mit dem System", sagte Bafa-Sprecher Holger Beutel. Es gebe allerdings keine Überlastung der Server. "Es gibt irgendwo im Internet einen Engpass, den wir versuchen, ausfindig zu machen." Ein paar Anträge seien allerdings bereits übermittelt worden.
Bis zum 27. März sind nach Angaben der Behörde knapp 380.000 Formulare eingegangen. Durch das neue Verfahren rechnen Branchenexperten mit einem starken Anstieg der Zahl der Antragsteller. Denn erstmals kann man die Abwrackprämie nun auch reservieren lassen, wenn man einen Kaufvertrag hat.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hält die Startprobleme beim Online-Antrag für lösbar: "Das ist in den Griff zu bekommen", sagte er am Montag. "Sollte es zu Verzögerungen gekommen sein, müssen wir dieser Frage nachgehen, aber die Verzögerung darf dann nicht dazu führen, dass die, die hier auf Rechtssicherheit vertrauen, deswegen einen Nachteil haben werden."
Die Bundesregierung hat am 25. März wegen des großen Andrangs die Gesamtsumme für die Abwrackprämie generell aufgestockt. Um welche Summen die Fördermittel erweitert werden, ist bislang noch nicht bekannt - jedoch soll die Umweltprämie wie ursprünglich geplant Ende 2009 auslaufen.
Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat vor einer bedingungslosen Verlängerung der Abwrackprämie für Altautos gewarnt. "Ich habe zwar durchaus Sympathie dafür, den Menschen, die im Vertrauen auf die Prämie bereits ein Fahrzeug bestellt haben, Rechtssicherheit zu geben", sagte Guttenberg der Montagsausgabe der "Welt". "Vorher sollten wir allerdings erst einmal ein paar Grundsatzfragen klären." So müsse zunächst einmal die Frage beantwortet werden, wie viel eine Verlängerung den Steuerzahler koste und vor allem, ob die Autobranche damit nicht auf Dauer von der Abwrackprämie abhängig werde und bei ihrem Wegfall später umso stärker zu leiden habe, sagte der Minister.
rom/AP/dpa/AFP
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