1500 Zulassungen pro Tag Pekings Autoflotte wächst explosionsartig

Chinas Hauptstadt droht der Verkehrskollaps: Täglich werden in Peking mehr Autos zugelassen als in ganz Nordrhein-Westfalen. Die Regierung hat dauerhafte Fahrverbote verfügt - der Effekt ist gering.


Pekings Autobesitzer haben seit kurzem eine Sechs-Tage-Woche: Je nach Nummernschild gilt für jeden Pkw-Halter an einem Tag in der Woche ein Fahrverbot. Das ist gegenüber den Olympischen Spielen im vergangenen Sommer sogar eine Erleichterung.

Damals durften Autos nur jeden zweiten Tag fahren. Das neue, dauerhafte Fahrverbot hat die Straßen jedoch kaum spürbar entlastet. Die Blechlawinen kriechen weiter im Schneckentempo durch die 17 Millionen Einwohner zählende Metropole.

Jeden Tag werden in Peking derzeit 1500 neue Autos zugelassen. "Durch die steigende Zahl steht die Stadt vor einer ernsten Verkehrsbelastung und Sicherheitsrisiken", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag den Leiter des Verkehrsamtes der chinesischen Hauptstadt, Song Jianguo.

In den ersten 45 Tagen des Jahres seien 65.970 Wagen neu zugelassen worden. Damit fahren auf Pekings Straßen jetzt 3,56 Millionen Autos. Zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen wurden im Januar 2009 täglich rund 1300 Pkw neu zugelassen (40.902 im Monat)

Wie viele Menschen 2008 in Peking bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen sind, wurde nicht mitgeteilt. Im neuen Jahr waren bislang 90 Verkehrstote zu beklagen.



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