Fahrradtechnik Genial von Anfang an

Vor 200 Jahren wurde das Fahrrad erfunden - und viele denken, dass die besten Gadgets erst in jüngster Zeit dazu kamen. Irrtum. Eine Bildergalerie.

Pressedienst-Fahrrad

Von Christian Frahm


Die Zuschauer im Prinzenparkstadion in Paris jubelten, als der Brite Albert Walters mit seinem Teamkollegen beim berühmten 24-Stunden-Radrennen Bol d'Or die Ziellinie überquerte. Das Duo hatte 1020 Kilometer zurückgelegt - auf einem Elektrofahrrad. Stattgefunden hat diese Szene 1899, vor mehr als 110 Jahren.

Das E-Tandem, auf dem Walters einen neuen Rekord aufstellte, besaß einen Mittelmotor, der über eine Kette das Hinterrad antrieb. Den Strom für den Motor lieferten vier autobatteriegroße Bleiakkus, die direkt am Rahmen verbaut waren. Bei dem Gefährt handelte es sich um ein Serienprodukt der britischen Firma Humber, die es bereits 1897 auf den Markt gebracht hatte. Es war nicht das einzige Elektrorad zu dieser Zeit, neben dem Tandem gab es auch andere Modelle, die - wie moderne Pedelcs - mit Radnabenmotoren ausgerüstet waren.

Das Elektrofahrrad ist nur eine von zahlreichen Erfindungen rund um das Velo, die viel älter sind, als man vermutet: Den luftgefüllten Reifen, wie wir ihn heute kennen, erfand John Boyd Dunlop beispielsweise bereits 1888. Und schon in den Dreißigerjahren gab es Tretlagergetriebe und Batterielampen.

In diesem Jahr feiert die Erfindung des Fahrrads 200-jähriges Jubiläum. Bis heute hat sich an dem Grundprinzip des Fortbewegungsmittels nicht viel geändert. Das Rad, so könnte man sagen, ist nie neu erfunden worden.

Eine Bildergalerie mit Beweisen:

Fotostrecke

15  Bilder
Fahrradtechnik: Das dreht sich im Kreis


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 59 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
c.PAF 10.04.2017
1.
Fotoserie Bild 5: "Für die ganz Kleinen gab es in schon in den Dreißigerjahren hölzerne Kinderkarren, die hinter das Fahrrad von Mama oder Papa gehängt werden konnten. Ob es bei schlechtem Wetter in dem kleinen Holzanhänger allerdings ähnlich trocken und bequem war wie heutzutage, darf bezweifelt werden." Trocken? Keine Ahnung. Bequem? Zumindest hat das fast 90 Jahre alte Modell eine Federung, was viele der heutigen Kinderanhänger nicht haben! Wenn man sieht, wie es die Kinder in den Karren wirft, wenn die dynamische Mama oder der hippe Papa auch nur einen flachen Randstein hochdüsen, möchte ich diese am liebesten vom Fahrrad ziehen und quer über die Straße prügeln.
Friise 10.04.2017
2. Kinderfahrrad
Klasse! So ein kleines Kinderfahrrad bekam ich 1958 als ich noch keine drei Jahre alt war. Das hatte zunächst noch Stützräder. Vater erzählte mir später, dass das mit Stützrädern nicht funktionierte, er die sofort abbaute und mich wieder auf das Fahrrad setzte. Ohne die Stützräder konnte ich problemlos fahren. Deshalb bin dafür Kinder möglichst früh radfahren zu lassen. Ich habe mal versucht einem Neunjährigen das Radfahren beizubringen. Das war eine Katatrophe und dauerte Monate. Das Problem ist nur, dass es heute nur wenige Plätze gibt, wo Kinder gefahrlos radfahren können. Das war 1958 noch anders.
zeichenkette 10.04.2017
3. Es gibt da einen großen Unterschied zwischen damals und heute
Damals war vieles irgendwie machbar, aber mit dem Stand der Technik nicht wirklich alltagsgerecht. Heute sieht das ganz anders aus, auch wenn viele das noch nicht gemerkt haben. Das fängt schon bei der Beleuchtung an: Mit einem modernen Nabendynamo und LED-Lampen hat man ohne spürbare Belastung sehr brauchbares Licht, ohne Batteriewechsel und ohne Krach. Und mit modernen Werkstoffen und Fertigungsmethoden sind auch Kinderanhänger leicht, stabil, wetterfest und komfortabel. Machmal braucht man gar keine neuen Erfindungen, sondern einfach nur die Möglichkeiten, um Dinge vielfältig umsetzen zu können.
wahrsager26 10.04.2017
4. Was man sehen kann.....
waren unsere Altvorderen keineswegs dumm. Gerne wird ja in unserer heutigen Zeit überheblich auf die Techniker und Konstrukteure der Vergangenheit geschaut.Viele Dinge wurden sehr frühzeitig erkannt( Flugzeugbau, Aerodynamik) oder technische Lösungen,die Ihrer Zeit weit voraus und richtungsweisend waren, dargestellt .Manches liess sich nicht gleich verwirklichen,da keine passenden Materialien zur Verfügung standen .......Vieles ist einfach der Arroganz geschuldet,wenn man nicht die technischen Pioniertaten sehen und erkennen will! Danke
MatthiasPetersbach 10.04.2017
5. naja...
...selbstverständlich war vieles alltagsgerecht. Mein Großvater/Vater sind alle ihr Leben lang mit dem Fahrrad in die Arbeit gefahren - eine Erleichterung gegenüber der Alternative "zu Fuß". Und einen gemufften Stahlrahmen bekommen Sie ihr Leben lang nicht kaputt - wenn sie mal in modernen Fahrradforen "Rahmenbruch" eingeben, wirds ihnen schwindlig. Und bei meinem Miele - Fahrrad früher gabs noch richtige Rücklichter, die nicht bei jedem Umfaller splitterten und noch Kabel dahin (keine auufs Schutz"blech" aufgedampften Leiterbahnen) - und eine LAUFKLINGEL :) Schrauben Sie heute mal ein handelsübliches Akkulicht auseinander - darin ist nix, was ein weiteres Mal Öffnen überleben würde. Klar - das ging alles etwas schwerer - dafür hauen wir heute im ultraleicht-Fahrrad 120 km runter - wegen "Anstrengung ist schön". Was ich noch nie kapiert habe - wer wegen Fitness und Quälerei sich auf dem Fahrrad gerne anstrengt, sollte eigentlich ein besonders schweres Rad fahren.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.