30 Jahre Verbandskasten Das Pflaster fährt mit

Anfang der siebziger verJahre wurde eine "Auto-Apotheke" im Fahrzeug per Gesetz vorgeschrieben. Die damals dramatisch hohen Unfallzahlen ließen diese Neuerung als sinnvoll erscheinen. Und sie ist es bis heute.


Verbandskasten von heute: Taugt nur, wenn Inhalt intakt ist
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Verbandskasten von heute: Taugt nur, wenn Inhalt intakt ist

In den sechziger Jahren rollte die Massenmobilisierung über das Land - mit allen Konsequenzen. Vor allem die Unfallzahlen stiegen überproportional an. Pro Jahr wurden rund 400.000 Kollisionen gezählt, bei denen Menschen verletzt wurden. 21.000 Verkehrsteilnehmer starben jedes Jahr auf Deutschlands Straßen. Heute sieht die Unfallzahl - bei wesentlich höherem Verkehrsaufkommen - auf etwa dem Niveau von 1970, die Zahl der Todesopfer im Verkehr ist jedoch um etwa 60 Prozent auf 7500 zurückgegangen.

Das liegt vor allem an technischen Entwicklungen wie etwa dem ABS, besseren Sicherheitszellen für Autoinsassen oder dem Airbag. Aber auch, darauf legt der "Fachbereich Erste Hilfe" des Bundesfachverbands Medizinprodukteindustrie in einer Mitteilung Wert, an der Einführung des Verbandskastens.

Die einstige "Auto-Apotheke" wurde in 30 Jahren mehrmals den medinischen Gepflogenheiten angepasst

Die einstige "Auto-Apotheke" wurde in 30 Jahren mehrmals den medinischen Gepflogenheiten angepasst

Denn eine schnelle Erstversorgung von Unfallopfern könne durch nichts ersetzt werden, so die durchaus nachvollziehbare Argumentation. Im Laufe der vergangenen 30 Jahre wurde die Ausstattung der anfangs "Auto-Apotheke" genannten Box mehrfach dem aktuellen Stand der medizinischen Gepflogenheiten angepasst. So sind seit Ende der achtziger Jahre beispielsweise Einmalhandschuhe - oft Aids-Handschuhe genannt - als Infektionsschutz für Helfer vorgeschrieben.

Außerdem gehört heute eine aluminiumbeschichtete Rettungsdecke, die das Auskühlen eines Verletzten verhindern soll, zur Grundausstattung jedes Verbandskastens. Allerdings taugt die Erste-Hilfe-Box nur dann zu einer sinnvollen Erstversorgung, wenn der Inhalt intakt ist. Autofahrer sollten aus diesem Grund hin und wieder einen Blick in ihren Verbandskasten werfen, um die Verfallsdaten der Verbandspäckchen und Pflaster zu überprüfen und gegebenenfalls neue Wundauflagen besorgen.



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