Mängelserie: Toyota prüft Rückruf von Corolla-Modellen

Es ist eines der meistverkauften Automodelle der Welt: Der Toyota Corolla gilt als wichtiges Standbein des japanischen Autokonzerns. Wegen möglicher Probleme mit der Servolenkung erwägt der Pkw-Hersteller nun, den Wagen in den USA zurückzurufen.

Toyota Corolla: Autofahrer berichten von Problemen mit der Servolenkung. Zur Großansicht
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Toyota Corolla: Autofahrer berichten von Problemen mit der Servolenkung.

Tokio/Köln - Der Corolla ist für Toyota so etwas wie der Golf für Volkswagen. Der Kompaktwagen ist bereits in der zehnten Auflage unterwegs, weit über 35 Millionen Corollas wurden bislang verkauft. Nun prüft Toyota den Rückruf seines Erfolgsmodells in den USA - wegen möglicher Probleme mit der Servolenkung.

In Deutschland wurde der Corolla 2006 aus dem Programm genommen. Nachfolger ist der Auris. Probleme seien mit dem in Großbritannien gefertigten Modell bislang nicht bekannt, sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland in Köln. Ob ein Rückruf der in den USA beliebten Modellserie erfolgen müsse, sei noch nicht geklärt, sagte der Leiter der Abteilung Qualität bei Toyota, Shinichi Sasaki, am Mittwoch in Tokio.

Auch die Baujahre und die Zahl der möglicherweise betroffenen Autos stünden noch nicht fest. Es habe weniger als 100 Beschwerden gegeben, sagte Sasaki. Man nehme diese ernst. Autofahrer hätten berichtet, sie hätten das Gefühl, beim Lenken die Kontrolle zu verlieren. Die Ursache sei aber noch unklar. Nach Einschätzung von Analysten könnte ein Rückruf des Corolla mehr als eine Million Fahrzeuge betreffen.

Schon 8,5 Millionen Autos zurückgerufen

Toyota hat allein 2009 weltweit fast 1,3 Millionen Autos dieser Baureihe verkauft. Der Hersteller hat bisher rund 8,5 Millionen Autos der verschiedensten Modellserien wegen Qualitätsproblemen in die Werkstätten gerufen. Bisher ging es um Schwierigkeiten mit klemmenden Gaspedalen - sei es durch Bodenteppiche oder durch einen Mangel im Pedal selbst - sowie um Bremsprobleme bei dem Hybridpionier Prius und Hybrid-Varianten zweier Lexus-Modelle.

Mit ganzseitigen Anzeigen in den japanischen Medien entschuldigte sich Toyota am Mittwoch für die Mängelserie beim Hybrid-Flagschiff Prius und bei der Luxus-Marke Lexus. "Wir entschuldigen uns aus tiefstem Herzen für die Unannehmlichkeiten, die wir Ihnen allen bereitet haben", hieß es.

hil/DAPD

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Was deutsche Toyota-Besitzer wissen müssen
Was genau stimmt mit den Gaspedalen nicht?
In seltenen Fällen besteht die Möglichkeit, dass das Gaspedal nicht mit gewohnter Geschwindigkeit in seine Ausgangsposition zurückkehrt. Dann kann es in der getretenen Position verbleiben, und das Auto fährt weiter, statt stehenzubleiben.
Wie kommt es zu diesem Defekt?
Kondenswasser, das durch den Einsatz der Heizung bei kalten Temperaturen oder durch andere Ursachen in das Auto gelangt, kann zu erhöhter Reibung innerhalb des Bauteils führen. Wenn dies geschieht, besteht die Möglichkeit, dass das betätigte Gaspedal langsamer als gewohnt in seine ursprüngliche Position zurückkehrt oder in der betätigten Position verbleibt.
Welche Modelle sind betroffen?
Betroffen sind in Deutschland die folgenden Modelle in den genannten Produktionszeiträumen:

Aygo (Februar 2005 - August 2009)

iQ (November 2008 - November 2009)

Yaris (November 2005 - September 2009)

Auris (Oktober 2006 - 5. Januar 2010)

Corolla (Oktober 2006 - Dezember 2009)

Verso (Februar 2009 - 5. Januar 2010)

Avensis (November 2008 - Dezember 2009)

RAV4 (November 2005 - November 2009)

Warum hat mich Toyota noch nicht informiert?
Erst heute hat Toyota Deutschland die genaue Zahl der betroffenen Fahrzeuge bekanntgegeben. Nach Unternehmensangaben wurden dem Kraftfahrtbundesamt die Fahrgestellnummern aller betroffenen Autos bereits mitgeteilt. In Kürze sollen alle Fahrzeughalter informiert werden.
Wird Toyota mein defektes Gaspedal austauschen?
Nein. In der Werkstatt wird lediglich ein sogenanntes Distanzstück in das fragliche Bauteil eingesetzt. Mit Hilfe dieses Distanzstücks wird der Anpressdruck zwischen zwei Oberflächen reduziert, was zu einer geringeren Reibung führt. Das Distanzstück verstärkt zudem die Druckkraft der Feder, die das betätigte Gaspedal in seine ursprüngliche Position zurückbringt. Der Austausch dauert etwa 30 Minuten.
Kann ich beim Hersteller weitere Informationen bekommen?
Toyota hat eine Rückruf-Hotline unter der Nummer 02234/102-7777 eingerichtet.
Es soll auch Probleme mit dem Hybridauto Prius geben. Geht es da auch um das Gaspedal?
Nein, um ein defektes Bremspedal. Toyota hat in Japan und im Ausland Beschwerden erhalten, dass die Prius-Bremsen auf unebenen Straßen oder bei Schlaglöchern kurzzeitig nicht funktionieren.
Gibt es einen Prius-Rückruf in Deutschland?
Ja, von dem neuen Rückruf bei Toyota sind in Deutschland knapp 4000 Fahrzeuge des Modells Prius betroffen. Wer einen Prius der dritten Generation besitzt, sollte in eine Werkstatt fahren. Das Auto erhält dann ein Software-Update des Antiblockier-Systems (ABS). Betroffen sind Fahrzeuge, die in der Zeit vom 7. April 2009 bis zum 27. Januar 2010 hergestellt wurden..

Fotostrecke
Toyota-Historie: Ein Autohersteller mit IQ
Große Rückrufaktionen
Autohersteller mussten schon oft Fahrzeuge wegen möglicher Sicherheitsgefahren in die Werkstätten zurückrufen. Mehrfach waren mehr als eine Million Wagen betroffen - eine Übersicht.
Oktober 2009
Ein kleiner Schalter beschert dem US-Autobauer Ford die größte Rückrufaktion seiner Geschichte. Weil ein defekter Geschwindigkeitsregler Feuer auslösen kann, muss der Hersteller in den USA 4,5 Millionen ältere Modelle zurückrufen. Von dem seit langem bekannten Defekt des Tempomat-Schalters sind damit seit 1999 insgesamt rund 16 Millionen Fahrzeuge betroffen. Die Modelle stammen aus den Jahren 1992 bis 2003.
Januar 2009
Der japanische Autobauer Toyota ruft mehr als 1,35 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten, weil es Probleme bei den Sicherheitsgurten und der Abgasanlage gibt. In Japan betrifft der Rückruf rund 526 000 Kleinwagen. Weitere 830 000 Fahrzeuge wurden im Ausland verkauft, vornehmlich in Europa und Nordamerika.
Dezember 2007
Ford ordert 1,17 Millionen Fahrzeuge wegen eines defekten Motorsensors zurück. Es handelt sich um Lastwagen, Geländewagen und Vans der Baujahre 1997 bis 2003.

April 2005
Wegen möglicher Sicherheitsmängel sollen mehr als zwei Millionen Fahrzeuge des US-Autobauers General Motors in die Werkstatt. Darunter sind 1,5 Millionen Kleinlaster und Geländewagen, bei denen es Problemen bei den Sitzgurten gibt. Von dem Rückruf sind hauptsächlich Fahrzeuge in den USA betroffen, darunter der Cadillac Escalade, der Yukon und der Hummer H2.

März 2005
DaimlerChrysler ruft weltweit 1,3 Millionen Mercedes-Personenwagen zur Überprüfung von Elektronik und Bremsen in die Werkstätten zurück. Bei bestimmten Modellen vom Baujahr 2001 an werden Spannungsregler der Lichtmaschine, die Software der Stromversorgung sowie Bremsanlagen geprüft.
November 2004
In Nordamerika sollen fast 1,5 Millionen von General Motors gebaute Fahrzeuge überprüft werden. Rund 947 000 Geländewagen müssen wegen einer schadhaften Heckleuchte repariert werden. Bei anderen Autos gibt es Probleme mit dem Gaspedal.
Januar 2004
Die Chrysler Group ruft 2,7 Millionen Autos der Modelljahre 1993 bis 1999 wegen möglicher Probleme mit dem Automatikgetriebe zurück.
Oktober 2003
Wegen eines Motordefekts ordert der japanische Autobauer Nissan weltweit 2,56 Millionen Fahrzeuge zurück. Betroffen sind 25 Modellreihen, die zwischen April 1998 bis September 2003 hergestellt wurden. In Deutschland und Europa sind die Modelle Almera, Almera Tino, Primera und der Geländewagen X-Trail betroffen. In den USA werden etwa 700 000 Fahrzeuge und in Japan 1,02 Millionen Wagen zurückgerufen. ssu/dpa

Toyota-Hotline

Die Toyota-Hotline zur Rückrufaktion:

02234 / 102-7777


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