Von Jürgen Pander
160 PS in einem Kleinwagen von gerade mal 3,60 Meter Länge sind eine starke Ansage. Der Fiat-Konzern macht sie jetzt mit dem neuen Modell Abarth 595, einer getunten Version des als poppiges Kultmobil beworbenen Fiat 500. Ab September soll der Verkauf des Fegers beginnen, 21.850 Euro wird die billigste Variante des Kugelblitzchens kosten, die Version mit Schalensitzen und pubertär brabbelnder Sportauspuffanlage kostet 23.400 Euro, die Cabrio-Varianten sind jeweils 1700 Euro teurer.
Wer legt soviel Geld auf den Tisch für ein Wägelchen, das auch für 11.600 Euro zu haben ist, mit 69-PS-Motor zwar, aber der reicht eigentlich um ins Büro, zum Yoga oder zur Mama zu fahren? Fiat sagt, es seien "anspruchsvolle Liebhaber kompromissloser Sportlichkeit". Also jene, die außer einem süßen Design auch ein scharfes Fahrverhalten wollen. Rund 2500 Kunden in Deutschland kauften im vergangenen Jahr ein Abarth-Modell, der Löwenanteil entschied sich für einen Abarth 500.
Dass die jüngste Extremvariante - es gab ja bereits einige Sondereditionen mit dem 1,4-Liter- Turbobenziner mit 160 PS - das Kürzel 595 trägt, liegt in der Geschichte der Marke Abarth begründet. Deren Gründer Karl "Carlo" Abarth tunte ab 1957 die damaligen Fiat-500-Typen und stellte 1963 das Nonplusultra des italienischen Minimalmobils auf die Straße: das Modell 595 SS (Super Sport). Der nach allen Regeln der Tuningkunst frisierte Knirps trat mit 32 PS an und erreichte 130 km/h Höchstgeschwindigkeit.
Der aktuelle 595 rennt 211 km/h und erreicht in rund sieben Sekunden aus dem Stand Tempo 100. Die Fahrdaten gelten übrigens für die etwas eleganter im Zweifarb-Look gestylte Version Turismo ebenso wie für die Variante Competizione. Letztere ist die mit den speziellen Schalensitzen, den Alupedalen und dem Sportauspuff, der das Auto auch so klingen lassen soll, als ob es gleich platzt vor lauter Kraft.
Beiden Typen gemeinsam sind 17-Zoll-Leichtmetallräder, adaptive Stoßdämpfer, getönte Fondscheiben, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Aluverschlüsse für Benzin- und Öleinfüllstutzen sowie verstärkte Bremsen mit wahlweise rot oder gelb lackierten Bremssätteln. Wer übrigens das Maximum an Sportwagenflair wünscht, kann für 1300 Euro extra ein halbautomatisches Sportgetriebe bestellen, bei dem die Gangwechsel mittels Schaltwippen am Lenkrad befehligt werden.
160 PS für ein Auto wie den Fiat 500 sind gewiss extrem. Aber natürlich geht es immer noch doller. Der Tuner Hamann aus Laupheim in Oberschwaben etwa bietet für 7700 Euro ein Leistungskit an, das dem Wägelchen 210 PS beschert. Dieses Paket werde von Abarth-Fahrern gern genommen, sagt ein Firmensprecher. Es gibt also offenbar noch deutlich anspruchsvollere Liebhaber kompromissloser Sportlichkeit.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Auto | Twitter | RSS |
| alles zum Thema Fiat-Modelle | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH