Studie von Umweltphysikern Stickoxidbelastung ist im Auto am höchsten

Dieselabgase machen krank, schuld daran sind auch die enthaltenen Stickoxide. Eine Studie zeigt, wer davon besonders stark betroffen ist: Autofahrer.

DPA


Die Stickoxidbelastung in deutschen Städten ist zu hoch: Der erlaubte Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Atemluft wird in vielen Städten nicht eingehalten - immer mehr Städte verhängen deshalb Fahrverbote. Unter Autofahrern ist diese Maßnahme nicht besonders beliebt, obwohl sie selbst am meisten davon profitieren könnten: Denn am höchsten ist die Stickoxidbelastung nicht an den Messstationen - sondern in den Innenräumen der Autos.

Das geht aus einer Studie des Instituts für Umweltphysik der Universität Heidelberg hervor, die der Zeitschrift "Auto Bild" und dem NDR vorliegt. Bei acht Testfahrten im Raum Düsseldorf war die Belastung für Autofahrer dabei deutlich höher als für Anwohner.

Während die beiden Messstationen auf Werte zwischen 24 und 92 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Atemluft kamen, lag der Wert im Auto weit darüber: Bei einer einstündigen Autobahnrunde maßen die Wissenschaftler 117 Mikrogramm NO2 im Wagen, zeitweise waren es sogar 447 Mikrogramm. Im Stadtverkehr lag der Wert im Mittel bei 110 Mikrogramm Stickstoffdioxid.

Andere Filter könnten das Problem lösen

"Einen großen Teil der persönlichen Schadstoffbelastung bekommen wir bei Autofahrten ab", sagte Studienleiter Denis Pöhler gegenüber der "Auto Bild". Dabei können Konzentrationen von über 200 Mikrogramm bereits nach kurzer Zeit laut Weltgesundheitsorganisation WHO merkliche Gesundheitseffekte haben. Zum Vergleich: Der natürliche mittlere NO2-Wert liegt weltweit zwischen einem und neun Mikrogramm.

Vor allem für Vielfahrer wie beispielsweise Pendler, Taxifahrer oder Angestellte im Außendienst besteht durch die hohen Werte im Fahrzeuginneren ein erhöhtes Risiko für chronische Erkrankungen.

Dabei ließe sich die Belastung mit einfachen Mitteln senken: Durch Aktivkohle-Innenraumfilter. Bei Messfahrten senkten sie den NO2-Wert gegenüber dem Standardfilter um 92 Prozent. Zur Serienausstattung gehören solche Filter selbst bei neuen Fahrzeugmodellen bisher jedoch oft nicht - obwohl sie nur minimal teurer sind.

ene



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rueditubo 18.07.2018
1. Stickoxydbelastung "Die 5. Türe"
Bei meinem etwas älteren Auto waren an der 5. Türe (also Kofferraum) die Regendichtungen teilweise zerfetzt. Durch die Luftwirbel (Sog) hinter dem Auto drangen jede Menge Abgase ins Autoinnere. Wie gefährlich das sein kann, merkte ich an meinem Hund - der sitzt jeweils ganz hinten - nach einer längeren Fahrt war er kaum mehr ansprechbar. Türgummis ersetzt - keine spürbaren (!) Abgase mehr!
lalito 18.07.2018
2. Man könnte . . .
. . . auf die Idee kommen, nicht nur der Autoindustrie ginge die Gesundheit ihrer Kunden am Allerwertesten vorbei. Kann mich an eine Geschichte erinnern, in Köln vor vielen Jahren, ein dunkler Winterabend vor Weihnachten. Das kleine Mädchen in der Straßenbahn, draußen diesige Luft und überall Kondensschwaden aus den Auspuffen der im Stau stehenden PKW, fragt seine Mutter: "Mami, sieh mal, die Autos fressen den Rauch auf!". Kindermund tut Wahrheit kund. Tausende für die Aufpreispflichtigen Artikel, aber an vernünftige Lüftungsfilter denken? Warum auch, wen scheren schon die Hinterlassenschaften seines Verbrenners. Nun, hinten ist allerdings für das Folgefahrzeug vorne. Solche Dinge gehen üblicherweise im Rauschen unserer Ego-Zivilisation einfach unter, einfach ausgeblendet, wen kümmert das alles schon wirklich wenn sie oder er den prächtigen SUV fürs Ego bestellt . . .
exHotelmanager 18.07.2018
3.
Ursache sind aber sicher nicht die Euro5&6-Diesel, sondern die Motorräder, Mopeds, Busse, LKW und Schrott-Diesel, die unbehelligt auf unseren Straßen stinken dürfen.
richard-x 18.07.2018
4. Vergesst die Autos
laut einem investigativen Beitrag einer ARD- Sendung kommt die Hälfte aller kfz- Stickoxide von allen regulären Dieselautos und die Hälfte aller KFZ Stickoxide von den gewerblichen Autos und Taxis die die Reinigung komplett ausgeschaltet haben um den Austausch der Verschleißteile zu verhindern, weil der wohl ziemlich teuer ist. das bedeutet dass die nicht durchgeführten Kontrollen und die nicht Konfiszierung dieser Autos die Hauptursache für unsere KFZ Stickoxide in unseren Städten sind. Außerdem kommt in den Städten wo Binnenschifffahrt durch die Stadt fließt also z.b. die Städte am Rhein fast 90 % der Stickoxide von den Binnenschiffen. Warum kann die Politik nicht ein Gesetz machen dass die Binnenschiffer nach 5 Jahren verpflichtet Katalysatoren einzubauen? Ich verstehe einfach nicht warum unsere Politiker so beschränkt und so desinformiert sind und so mutlos sind, ich verstehe es einfach nicht. ich nehme mal an dass das nicht die hellsten Köpfe sind die wir da rein wählen und dass die vor allem an ihrem Stuhl hängen und die meiste Zeit da zu verwenden und nicht um tatsächlich Politik zu machen. Und zwar Alltags Politik
mcgrant1 18.07.2018
5. Stickoxid?
Zitat von ruedituboBei meinem etwas älteren Auto waren an der 5. Türe (also Kofferraum) die Regendichtungen teilweise zerfetzt. Durch die Luftwirbel (Sog) hinter dem Auto drangen jede Menge Abgase ins Autoinnere. Wie gefährlich das sein kann, merkte ich an meinem Hund - der sitzt jeweils ganz hinten - nach einer längeren Fahrt war er kaum mehr ansprechbar. Türgummis ersetzt - keine spürbaren (!) Abgase mehr!
Wohl kaum. Es lag wohl eher daran, dass die CO-Belastung für Ihren Hund zu hoch war. Wie wir alle wissen ist der 23-fache Wert an Stickoxid am Arbeitsplatz erlaubt und selbst in den USA sind 100? erlaubt! Einfach mal AfD Pressekonferenz von heute anschauen, sehr erhellend!
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