Abgasskandal Porsche beginnt mit Cayenne-Rückruf

Nach einer SPIEGEL-Enthüllung verhängte Verkehrsminister Alexander Dobrindt einen Verkaufstopp für den Porsche Cayenne, 21.500 Fahrzeuge sollten zudem zurückgerufen werden. Jetzt kann die Aktion anlaufen.

Cayenne-Modelle im Porsche-Werk Leipzig (Archivfoto)
DPA

Cayenne-Modelle im Porsche-Werk Leipzig (Archivfoto)


Der Rückruf der 21.500 von einer Abschalteinrichtung betroffenen Cayenne-Geländewagen wird konkret: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe das Software-Update freigegeben, mit dem das Schaltprogramm aus der Getriebesteuerung eliminiert werden soll. Voraussichtlich vom 6. November an würden die Kunden informiert und gebeten, einen Werkstatttermin zu vereinbaren, teilte Porsche am Donnerstag auf Anfrage mit.

Den Rückruf der Fahrzeuge vom Typ Cayenne Diesel mit 3-Liter-Motor hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angeordnet. Zudem verhängte Dobrindt ein Zulassungsverbot für dieses Fahrzeug. Es sei eine Technik festgestellt worden, die erkenne, dass ein Fahrzeug auf einem Abgasprüfstand stehe, erläuterte Dobrindt. In Tests springe dann eine "Aufwärmstrategie" an, die im realen Verkehr nicht aktiviert werde.

SPIEGEL TV Magazin über Abgastricks beim Porsche Cayenne

Der SPIEGEL hatte erstmals im Juni über Unregelmäßigkeiten bei dem Porsche-Modell berichtet: Ein Insider hatte zuvor einen Hinweis darauf gegeben, dass in der Getriebesoftware des Cayenne ein als Aufwärmmodus getarnter Mechanismus arbeitet. Dessen Zweck sei es, die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einzuhalten. Aber nur auf dem Prüfstand: Schon bei kleinen Kurven oder einer Steigung registriere der Wagen, dass er auf der Straße ist, und wechsele in ein anderes Schaltprogramm. SPIEGEL-Redakteure gingen diesem Hinweis nach - und wurden fündig.

mhe/dpa



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