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Abgefahren: Lass' Gras drüber wachsen

Von Jürgen Pander

Überall Stahl, Beton, Glas - der New Yorker Designer Marco Castro Cosio vermisst in seiner Heimatstadt Pflanzen. Das brachte ihn auf die Idee, bislang brach liegende Flächen zu begrünen, zum Beispiel die Dächer von Bussen. Einige Prototypen sind bereits unterwegs.

Gras auf dem Dach: Der rollende Garten Fotos
Shane Ramkissoon / Bus Roots

New York soll grüner werden - angesichts der Knappheit an Flächen und der Grundstückspreise jedoch ist das eine völlig aussichtslose Forderung. Marco Castro Cosio, Designer aus New York, glaubt dennoch an die Chancen einer zumindest partiellen Renaturierung.

Er hat zu diesem Zweck das Projekt "Bus Roots" gestartet. Die Idee ist so bestechend wie einfach: Cosio will die Dächer der Nahverkehrsbusse der New Yorker MTA (Metropolitan Transportation Authority) begrünen. Seine Rechnung: Ein Bus bietet etwa 31 Quadratmeter Dachfläche. Würden sämtliche 4500 MTA-Busse begrünt, entstünde so eine rund 14 Hektar große, mobile Gartenanlage.

"Die Stadt würde dadurch ästhetischer, die Luft würde besser, die Aufheizung im Sommer geringer, die Absorption von Straßenlärm vergrößert", schreibt Cosio auf der Homepage zum Projekt über die Vorteile einer extensiven Busdach-Begrünung. Man müsse vergessene Grundflächen mit derartigen Aktionen zurückgewinnen.

Um herauszufinden, welchen Pflanzen das ständige Herumgefahrenwerden überhaupt zuträglich ist, bepflanzte Cosio vor fünf Monaten zunächst einen Prototypen. Die bisherigen Ergebnisse seien ermutigend, heißt es. Das Grünzeug auf dem Dach sprießt und gedeiht.

Selbst nach einer Überlandfahrt mit höherem Tempo bis Ohio krallten sich die Pflanzen fest und ließen später nicht einmal die Blätter hängen. Ob jetzt weitere Busse begrünt werden, ist noch offen. Und auch über den Preis für solch einen rollenden Kleingarten gibt es bislang keine Auskünfte.

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1. Sonntags am Park
Emil Peisker 26.10.2010
Zitat von sysopÜberall Stahl, Beton, Glas - der New Yorker Designer Marco Castro Cosio vermisst in seiner Heimatstadt Pflanzen. Das brachte ihn auf die Idee, bislang brach liegende Flächen zu begrünen, zum Beispiel die Dächer von Bussen. Einige Prototypen sind bereits unterwegs. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,725136,00.html
Jeden Sonntag in einer anderen Straße. 1-2km Busse füllen die komplette Straße für 2 Stunden. Die Anwohner haben einen blühenden Garten unter ihren Fenstern. Für manche ältere Menschen, die letzte Gelegenheit, einen echten Garten zu erleben. Für viele Kids das erste mal. Tolle Idee.
2.
Wavebreaker26 26.10.2010
Tolle Idee, nur wie verhalten sich die fahrenden Gärten bei Unfällen? Oder kann man bald vom "durch Auffahrunfall verursachten Hangrutsch" lesen? ^^
3. ...die Luft würde besser...
homo_popularis 26.10.2010
Glaube ich nicht! 14 Hektar Erde werde dann täglich durch die Gegend bewegt. Nehmen wir einmal an, die Erde wäre lediglich 10cm tief, dann wären das 14.000m³. Unterstellen wir mal eine Dichte für den Boden von 1,5 T/m³, dann sind das 21.000t, die ohne jeglichen (realen!) Nutzen durch die Gegend bewegt werden. Die Idee finde ich ja auch ganz lustig, aber bitte für so etwas nicht ökologisch argumentieren.
4. tolle Idee
einblick1984 26.10.2010
Zitat von Wavebreaker26Tolle Idee, nur wie verhalten sich die fahrenden Gärten bei Unfällen? Oder kann man bald vom "durch Auffahrunfall verursachten Hangrutsch" lesen? ^^
Ich denke nicht, dass es bei einem Unfall gravierend ins Gewicht fallen würde, schließlich dürften die meisten Unfälle mit Bussen bei eher geringen Geschwindigkeiten passieren, dass die Luftqualität sich derart bessert, wage ich zu bezweifeln, da sicherlich auch der Spritverbrauch erhöht wird und Allergiker sich im Frühling sicherlich freuen werden. Nichts desto trotz halte ich das ganze für eine Tolle Idee und sicherlich auch in manchen heimischen Städten für machbar.
5. Tolle Idee??
orionexpress 26.10.2010
Auf so ein dämliche Idee können auch nur die Amerikaner kommen. Ich gebe zu, auf den ersten Blick sieht ganz nett aus. Aber haben diese Leute auch mal daran gedacht, dass die Pflanzen inklusive der Erde und Wasser ein beachtliches Gewicht haben. Das würde bedeuten, dass der Treibstoffverbrauch der Busse dramatisch in die Höhe gehen würde, nur um diese Pflanzen in der Gegend herum zu fahen. Damit würde die Luft in der Stadt nicht verbessert. Wohl eher das exakte Gegenteil, da nun der Bus für die gleiche Strecke mehr Abgase produziert. Aber schön, das die Blumen dann durch ihren Blickfang vom eigentlichem Problem ablenken. Das konnten die Amis ja schon immer gut!!!
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