Skandalklub ADAC plant Radikalumbau

Der ADAC kämpft um seinen Status als Verein - obwohl er längst wie ein milliardenschwerer Wirtschaftskonzern agiert. Nach Informationen des SPIEGEL und von NDR Info will der Skandalklub seine Strukturen nun radikal ändern.

ADAC-Zentrale in München: Weitreichende Kontrollen durch Externe vorgesehen
REUTERS

ADAC-Zentrale in München: Weitreichende Kontrollen durch Externe vorgesehen


Der ADAC steht nach diversen Skandalen offenbar vor tiefgreifenden Veränderungen. Um den steuerbegünstigten Vereinsstatus zu retten, plant Europas größter und einflussreichster Automobilklub nach Recherchen des SPIEGEL und von NDR Info sein verschachteltes Unternehmensimperium komplett umzubauen und von der Vereinstätigkeit zu trennen. Der kommissarische ADAC-Präsident August Markl soll ein Modell favorisieren, das eine weitreichende Kontrolle durch Externe vorsieht.

(Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Geplant ist demnach die Umwandlung der bestehenden ADAC-Firmenholding BuW in eine Aktiengesellschaft. Der Verein ADAC wird daran nur noch 74,9 Prozent der Anteile besitzen und nicht mehr 100 Prozent wie derzeit an der BuW. Minderheitsgesellschafter der AG mit Sperrminorität, einem aktienrechtlichen Vetorecht, soll eine neu zu gründende ADAC-Stiftung werden, in deren fünfköpfigem Stiftungsrat mindestens zwei externe Mitglieder sitzen sollen. In die Stiftung würden künftig auch die Überschüsse aus den Mitgliedsbeiträgen fließen, die nicht für die reguläre Vereinsarbeit benötigt werden. Mit dem Geld sollen vor allem Forschungsprojekte finanziert werden, die im Interesse der Allgemeinheit liegen, etwa zur Verkehrssicherheit oder zu neuen Mobilitätskonzepten.

Einflussreiche Regionalklubs müssen noch zustimmen

Der Reform müssen die einflussreichen Regionalklubs auf der Hauptversammlung am 6. Dezember noch zustimmen. Die ADAC-Spitze hofft damit auch, ein positives Signal für das Amtsgericht München zu setzen. Das Gericht prüft seit Monaten, ob der ADAC noch die Voraussetzung für den Vereinsstatus erfüllt oder als milliardenschwerer Wirtschaftskonzern zu betrachten ist, mit angeschlossenem Automobilklub.

Ein ADAC-Sprecher will die Umbaupläne im Detail nicht kommentieren. Es seien "verschiedene Modellentwürfe entwickelt" worden. Sie sollten "dem neuen Leitbild des ADAC bezüglich einer erforderlichen und sinnvolleren Trennung zwischen Vereins - und Wirtschaftsaktivitäten besser Rechnung tragen".

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