Krisenbewältigung ADAC beendet Geschäfte mit Werkstätten

Der ADAC betreibt nach den Skandalen weiter Schadensbegrenzung: Nun will der Klub auf Werkstätten mit eigenem Logo verzichten.

Stopp für die Reparaturbetriebe: Es wird keine ADAC-Werkstätten mehr geben
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Stopp für die Reparaturbetriebe: Es wird keine ADAC-Werkstätten mehr geben


Der ADAC zieht weitere Konsequenzen aus den Skandalen der jüngsten Vergangenheit. Ab Oktober soll es keine Reparaturbetriebe mehr mit dem Logo "ADAC Werkstatt" geben. Präsidium und der Verwaltungsrat haben das am Donnerstag entschieden, gab der ADAC bekannt. Stattdessen werde der Klub wieder Werkstätten und werktstattnahe Dienstleistungen testen, so der Clu.

Mit diesem Schritt tritt der ADAC Vorwürfen entgegen, seine Vereinspflichten zugunsten der wirtschaftlichen Interessen zu vernachlässigen. Gerade der Werkstatttest wurde im Zuge der ADAC-Krise stark kritisiert. Gegner hatten dem Klub vorgeworfen, Betriebe nicht objektiv überprüfen zu können, wenn dieser selbst Geschäftsbeziehungen mit Reparaturbetrieben unterhalte.

Derzeit gibt es neun ADAC-Werkstätten, die vom Klub weiterqualifiziert worden sind. Im Gegenzug erhielten diese das Logo "ADAC Werkstatt". Das Schild soll als Werbung dienen und Kunden in die Werkstatt locken. Auch die bestehenden Werkstätten werden ihr Logo verlieren. Wie die Abwicklung genau aussehen werde, wisse man noch nicht, so eine ADAC-Sprecherin. Doch "den bestehenden Partnern soll kein wirtschaftlicher Schaden entstehen", heißt es beim ADAC.

Der ADAC befindet sich in einer Phase der Umstrukturierung

Dennoch bedeutet die nun getroffene Entscheidung der Klubführung keinen kompletten Strategieschwenk. Der ADAC teilte nämlich mit, dass er sich auch in Zukunft unternehmerisch betätigen werde. "Allein schon, um die hohe Qualität der Mitgliederleistungen weiterhin dauerhaft sicherstellen zu können", heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Der ADAC befindet sich derzeit in einer Phase der Umstrukturierung. Ein Bericht der "Süddeutschen Zeitung" Anfang des Jahres über Manipulationen beim Publikumspreis "Gelber Engel" hatte den bis dato renommierten Automobilklub in eine große Vertrauenskrise gestürzt. Später wurden weitere Fälle von Missbrauch der Hubschrauber- und Rettungsflieger durch ADAC-Führungskräfte bekannt. Im Februar trat der Präsident zurück, der Verein trennte sich zudem von seinem langjährigen Geschäftsführer.

mhu/dpa



insgesamt 2 Beiträge
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wauz 14.09.2014
1. Einfach mal die Satzung lesen
Da steht nämlich drin, für was der Club gut sein will. Das hat wenig mit den Interessen der Auto Fahrenden, dafür viel mit den Interessen der Industrie zu tun. Wer die Dienste einer Pannenhilfe braucht, kann diese bei einer Versicherung günstiger erwerben. Da kommen dann auch die Leute in Gelb, bloß zahlt man dafür weniger als die Hälfte, weil man NUR für die Pannenhilfe sich versichert und den ganzen anderen Schmonzes sein lässt.
Tobias Claren 03.12.2014
2. Gerade mit eigenen Werkstätten...
... könnte der ADAC sich als Verein profilieren... ... Wenn es zu reinen Selbstkosten geschähe. Ich würde auf Interessen und Ängste der Wirtschaft scheißen. Was hat das einen Verein zu jucken? Wäre ich Milliardär, Ich würde eine Discounterkette aufmachen. Mit Preisen billiger als Aldi und Lidl,weil zu reinen Selbstkosten. Und die würde ich gleich von Anfang an durch so wenig Personal wie möglich minimieren. Ware mit RFID drauf würde dies noch stark vereinfachen. Vorher könnte man notfalls noch Selbstzahlerkassen mit Barcode einsetzen. Gleich so geplant, dass diese Kassen dann umgerüstet werden können (Barcodescanner weg, RFID-Schleusen hin). Ein Kaff hat einen Ortssupermarkt inkl.Backshop eröffnet (nächster Discounter/Supermarkt 12km entfernt). Im Stadtbdesitz. Der Warenkorb da ist sogar billiger als bei Aldi, Lidl und Co. Wenn das so ein kleiner Laden, evtl. sogar mit etwas Gewinn für die Stadtkasse schafft, dann sollte man als Milliardär doch mit dem Willen die Lebensmittelbranche erzittern lassen können... Erst dachten sie an maximal 12.000 Euro Umsatz pro Monat, gleich von Anfang an waren es 17.000 Euro.
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