Krise des Automobilclubs ADAC gewinnt Hans-Jürgen Papier als Berater

Ein mit Promis besetzter Beirat soll dem ADAC den Weg aus der Krise weisen. Nach dem Unicef-Vorsitzenden Jürgen Heraeus benennt der Verein einen Ex-Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts als Mitglied. Weitere bekannte Persönlichkeiten aus Sport und Politik sollen folgen.

ADAC-Zentrale: Neustart mit Prominenz
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ADAC-Zentrale: Neustart mit Prominenz


Der ADAC will mit bekannten Persönlichkeiten den Weg aus der Krise schaffen. Nach dem Vorsitzenden von Unicef Deutschland, Jürgen Heraeus, soll der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, das zweite Mitglied des neuen ADAC-Beirats werden. "Ich möchte dazu beitragen, dass der Reformprozess gelingt und der ADAC seine Glaubwürdigkeit und damit seine Rolle in der Gesellschaft zurückgewinnt", sagte Papier laut einer ADAC-Mitteilung. Der 70-Jährige stand von 2002 bis 2010 an der Spitze des Karlsruher Gerichts.

Mit dem prominenten Beirat versucht der ADAC, möglichst öffentlichkeitswirksam einen Neuanfang zu starten. Echte Kontrollfunktionen - wie beispielsweise ein Aufsichtsrat im Unternehmen - hat das prominente Gremium nämlich nicht.

Der Beirat, der am Ende drei bis fünf Mitglieder zählen soll, wird den ADAC künftig beraten und den Reformprozess kritisch begleiten. Der ADAC befindet sich in Gesprächen mit weiteren bekannten Persönlichkeiten - unter anderem aus Sport und Politik. Der Beirat soll möglichst alle Bereiche der Gesellschaft abbilden, heißt es beim Automobilclub. Als ein wichtiges Kriterium sieht der ADAC die Erfahrung der Teilnehmer mit Großorganisationen an. Eine konstituierende Sitzung peilt der Krisen-Club für Ende Februar, Anfang März an.

Einfluss auf die Reformen dürften auch die Ergebnisse der externen Prüfer haben, die derzeit die Manipulationsvorwürfe im Zusammenhang mit dem ADAC-Preis "Gelber Engel" untersuchen. Am Montag hatten die Prüfer des Beratungsunternehmens Deloitte bereits erklärt, dass bei der Wahl des Lieblingsautos der Deutschen 2014 nicht nur die Zahl der Teilnehmer, sondern auch die Rangfolge der Fahrzeuge manipuliert worden war.

Anfang kommender Woche folgt dann ihr zweiter Bericht, in dem die Preisverleihungen der vergangenen zehn Jahre geprüft werden. Eine Woche später sollen die Prüfer darlegen, ob andere Kategorien des Preises ebenfalls manipuliert wurden. Hierbei wurden die Gewinner laut ADAC auch mit Hilfe von Statistiken und Datenbanken ermittelt.

mhu/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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brunellot 14.02.2014
1. Ach das ist ja nett...
Ein Beirat ohne irgendwelche Befugnisse...das sieht verdammt nach Kosmetik aus. Sorry ADAC, aber das reicht nicht.
wauz, 14.02.2014
2. Feigenblatt
Dieses Gremium wird für soviel Transparenz sorgen, wie ein Nebeltopf der Bundeswehr, den man vom Panzer aus verschießen kann. Schade, dass sich diese Leute für diesen Quatsch hergeben. Und fragt sich auch, was ihnen unter dem Tisch zugeschoben wird.
cola79 14.02.2014
3. Lasst die Toten ruhen!
Wozu denn das? Der ADAC hat genau noch einen einzigen Kompetenzbereich, die Notfallversorgung ihrer Mitglieder bei Straßenpannen und Unfällen (falls der Heli nicht gerade privat unterwegs ist). Alle anderen Bereiche, da ist nichts, aber auch überhaupt nichts mehr zu retten. Glauben die ernsthaft, dass denen noch irgendwer glaubt, wenn der VW soundso Platz 1 macht? Die Listen sind letztlich immer frei erfunden gewesen, da ist bisweilen die BILD seriöser... Genau wie die Marke "Emma". Wer will noch das Geschwurbel einer verlebten Millionärstrulla mit krimineller Ader ernst nehmen? Man fragt ja auch nicht bei der NPD in Fragen der Ausländerintergration an...
McMuffin 14.02.2014
4. Ausgerechnet Unicef
Ausgerechnet Unicef hat sich der ADAC in den Beirat geholt. Da kaann man nur sagen: Gleich und Gleich gesellt sich gern.
kurshalter 14.02.2014
5. Auch das klappt nicht...
Ein Beirat ohne Kompetenzen, das wird zu einem Neubeginn nicht reichen, wie soll das wohl gehen? 3 bis 5 Promis, etwas gesättigt, Altenteil im Auge, selbstgefällig, werden nicht in der Lage sein, diesen verkrusteten Moloch ADAC auf Vordermann zu bringen. Der ImageSchaden ist einfach zu groß. Mit der Vorgehensweise der Verantwortlichen erkennt man die Unfähigkeit der" Möchtegern" Amigos. Die haben es immer noch nicht begriffen. Neben vielen strukturellen Änderungen muss mMn sehr an der Schnittstelle ehrenamtliche Vorstandsmitglieder ( kompetenzarm) und den hauptamtlichen Abteilungsleiter gearbeitet und verbessert werden.Richtige Macher, Hardliner, die den Saustall ausmisten sind gefragt, kosten aber auch etwas mehr, aber daran soll's ja nicht mangeln, über ausreichend finanzielle Ressourcen der Mitgliedsbeiträge von18 Mio Mitgliedern verfügt man ja.
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