BMW, Daimler, VW Hersteller geben 40 "Gelber Engel"-Trophäen an ADAC zurück

Für die deutschen Autobauer ist der "Gelbe Engel" nach den Manipulationen wertlos. Deshalb wollen sie in der kommenden Woche laut "Bild am Sonntag" insgesamt 40 Siegerpokale zurückgeben.

Preisverleihung "Gelber Engel 2014" am 16. Januar: 40 Trophäen gehen an den ADAC zurück
DPA

Preisverleihung "Gelber Engel 2014" am 16. Januar: 40 Trophäen gehen an den ADAC zurück


Hamburg - Deutsche Autokonzerne machen ihre Drohungen wahr: BMW, VW und Daimler werden in der kommenden Woche insgesamt 40 Auszeichnungen mit dem Preis "Gelber Engel" an den ADAC zurückgeben. Das berichtet die "Bild am Sonntag".

BMW kündigte demnach die Rückgabe von zehn Preisen an. Bereits zuvor hatte ein BMW-Sprecher gesagt: "Durch die nun nachgewiesenen Manipulationen bei der Stimmenauswertung hat der 'Gelbe Engel' des ADAC seine Glaubwürdigkeit verloren." Auszeichnungen und Preise seien nur dann von Bedeutung, wenn sie unabhängig und transparent ermittelt würden - andernfalls seien sie wertlos.

Ähnlich sieht es bei VW aus: "Es handelt sich um 19 erste Preise und weitere Auszeichnungen, die in den nächsten Tagen dem ADAC zugestellt werden", sagte Peter Thul, Leiter Produktkommunikation bei Volkswagen der "Bild am Sonntag". Autohersteller Daimler wolle elf Preise an den ADAC zurückgeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen Sprecher.

Bei der Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen hatte es massive Manipulationen gegeben. Laut einer Untersuchung der Wirtschaftsprüfergesellschaft Deloitte wurde bei der Wahl zum "Lieblingsauto 2014" nicht nur die Teilnehmerzahl manipuliert, sondern auch die Rangfolge der Modelle. Es gebe zudem "klare Anhaltspunkte" dafür, dass ähnliche Veränderungen auch in den Vorjahren vorgenommen worden seien.

ADAC-Präsident Peter Meyer war wegen des Skandals vergangenen Montag zurückgetreten. Der 64-Jährige will allerdings Vorsitzender des ADAC Regionalclubs bleiben. Um einen Weg aus der Krise zu finden, hatte der Automobilclub am Freitag beschlossen, einen mit bekannten Persönlichkeiten besetzten Beirat zu schaffen. Unter anderem sollen Jürgen Heraeus, Chef von Unicef Deutschland, sowie der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, Mitglieder des neuen ADAC-Beirats werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatte gestanden, Jürgen Heraeus sei ehemaliger Präsident des Bundesverfassungschutz. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cib/AFP



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insgesamt 94 Beiträge
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Seite 1
der:thomas 16.02.2014
1. ohje...
Was ist jetzt mit den Mitgliedsbeiträgen? Gibt's die jetzt auch zurück? Und was ist mit unzufriedenen Autofahrern, die das "falsche" Auto gekauft haben? Fragen über Fragen...
Observer 16.02.2014
2. ???
Wen interessiert's?
C. Silber 16.02.2014
3. optional
Das war eine Lektion, die der ADAC sicher verstanden hat: Zukünftig nicht mehr gegen politische Interessen Lobyyarbeit zu betreiben.
elfranco74 16.02.2014
4. Wv?
Tipp an die Redaktion: WV bedeutet soviel wie Wiedervorlage. Der bekannte deutsche Autohersteller Volkswagen wird mit VW abgekürzt. Himmel!
hansguertler1 16.02.2014
5. optional
Das ist doch sowas von egal.........
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