ADAC-Ranking Das sind die umweltfreundlichsten Autos

Welche Autos schaden der Umwelt am wenigsten? In einer Untersuchung des ADAC liegen Wagen mit Benzin- und Dieselmotoren weit hinten - sogar solche, die der neuen Abgasnorm Euro 6d-temp genügen.

Fiat

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Autos mit alternativen Antriebsarten sind die großen Gewinner im Umweltranking des ADAC. In der aktuellen Ecotest-Liste des Automobilclubs haben Hybridfahrzeuge, reine Elektroautos, aber auch erdgasbetriebene Fahrzeuge gute Platzierungen erhalten. Reine Benziner und Dieselfahrzeuge spielen auf den vorderen Rängen des ADAC-Umweltrankings kaum eine Rolle.

Der ADAC misst im Ecotest Verbrauch und Abgasemissionen. Im vergangenen Jahr hat der Automobilclub 109 Modelle getestet, die damit neu auf der Rangliste des seit 2003 durchgeführten Ecotest des ADAC geführt werden. Die Liste umfasst damit nun insgesamt 276 Modelle.

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ADAC Ecotest 2018: Das sind die umweltfreundlichsten Autos

Erstmals wurden auch Fahrzeuge untersucht, die bereits die ab September 2019 für alle Autos geltende, hochgelobte Abgasnorm Euro 6d-temp erfüllen. Diese Fahrzeuge müssen Grenzwerte nicht nur im Labor, sondern auch im realen Betrieb auf der Straße einhalten.

Schneiden diese immer besser ab, als Autos mit älteren Abgasnormen? "Oft ist das so - aber nicht immer", heißt es beim ADAC. Zwar stoßen Autos mit der neuen Abgasnorm wie erwartet wenig giftige Abgase aus. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch sparsam sind. Der Opel Grandland X 2.0 Diesel Automatik verbraucht laut ADAC auf 100 Kilometern 6,9 Liter, der CO2-Ausstoß beträgt 217 Gramm pro Kilometer. Deshalb schafft es der Wagen nur auf Platz 59, obwohl er in der Schadstoffwertung brilliert.

Am schlechtesten schnitt 2018 der SsangYong Rexton 2.2 Diesel 4WD Automatik ab - mit null Punkten. Der Südkoreaner hatte - unter den scharfen Testbedingen des ADAC - einen CO2-Ausstoß von 300 Gramm pro Kilometer, das entspricht einem Verbrauch von 9,5 Litern pro 100 Kilometer. Außerdem hat das Fahrzeug keinen SCR-Katalysator, wodurch die NOx-Emissionen sehr hoch ausfallen. Ebenfalls null Punkte bekommt der Kia Sorento 2.2 CRDi AWD Automatik mit 255 Gramm CO2 pro Kilometer und ohne effektive Abgasreinigung.

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Autoranking 2018: Die meistverkauften Autos in Deutschland

Im Ecotest misst der ADAC den CO2-Ausstoß sowie die gesetzlich limitierten Schadstoffe Kohlenmonoxid (CO), Stickoxid (NOX), Kohlenwasserstoff (HC) auf dem Prüfstand und auf der Straße - in "praxisnahen Zyklen, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen". Der Autoclub berechnet auch Emissionen mit ein, die bei der Kraftstoffherstellung entstehen.

Die für die Herstellung der Fahrzeuge benötigte Energie hat der ADAC nicht berücksichtigt. Dadurch schneiden Elektroautos tendenziell etwas besser ab, da die Batterieproduktion energieintensiv ist. Auf der anderen Seite veranschlagt der ADAC für den Fahrstrom von Elektroautos einen recht hohen CO2-Ausstoß von 579 Gramm pro Kilowattstunde (deutscher Strommix). Der Wert ist aber rückläufig - und wird über die Lebensdauer der E-Autos aller Voraussicht nach weiter sinken, zumal der Kohleausstieg beschlossen ist.

Zudem werden die Autos mit einer Zuladung von 200 Kilogramm getestet. Beim amtlichen Testzyklus WLTP wird nur mit 15 Prozent der zulässigen Zuladung gemessen. Im Falle des VW e-Golf wären das gerade einmal 66 Kilogramm.

Die laut ADAC umweltfreundlichsten Autos zeigt SPIEGEL ONLINE in der Fotostrecke.



insgesamt 196 Beiträge
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Phil2302 28.01.2019
1. Das optische Grauen
Von wenigen Modellen abgesehen - kein Wunder, dass die Autos sich nicht gut verkaufen. Da läuft es einem bei den Designs etwa von den Plätzen 15 bis 8 eiskalt den Rücken herunter. Naja für mich kommt ein E-Auto noch nicht infrage - zu teuer - plus ich fahre gerne in den Ferien mit dem Auto in den Urlaub.
qwertreiber 28.01.2019
2. Die Überschrift ist ein Hohn - und falsch
Lieber Spiegel, lest Ihr auch, was Ihr schreibt? "Das sind die umweltfreundlichsten Autos": Wie kann irgendein Auto überhaupt umweltfreundlich sein? Unmöglich, es kann nur weniger umweltschädlich sein als andere. Bitte unbedingt mal ändern und die Sprach-Einstellung im Kopf justieren.
kenterziege 28.01.2019
3. Nun - da haben doch die Fuhrparkleiter der Behörden aller
...Ebenen und Gebietskörperschaften eine reiche Auswahl von Dienstwagen. Erst wenn das auch im Bund umgesetzt wird, lasse ich mich von wohlfeilen Sprüchen der Politik überzeugen. Führen heißt auch immer Beispiele geben. Und wenn dann alle internationalen und nationalen Konferenzen über Videotechnik ablaufen, bin ich zufrieden und und verzichte auch auf Fernereisen. I.Kampf z.Zt. Scarborough Westaustralien. P.S. Ich sehe hier viele Studenten aus Deutschland, die ihr Work-and-Travel-Jahr genießen. Die haben schon vor dem Studium einen dicken CO2-Footprint. Über die oben gezeigte Autos würde man sich hier kaputt lachen!
felisconcolor 28.01.2019
4. Wo
man ja auch ständig mit 200kg Zuladung fährt. Besonders mit einem e-Golf. die 15% dürften schon ein realistischer Mittelwert sein.
112211 28.01.2019
5. Widerspruch
"Der Autoclub berechnet auch Emissionen mit ein, die bei der Kraftstoffherstellung entstehen." Was ist dann mit den Emissionen bei der Herstellung von E-Mobilen? Der Strom kann theoretisch erneuerbar gewonnen werden, aber die Akkus? Und der gesammelte Rest? Schließlich ist und bleibt ein E-Auto immer noch ein Auto.
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