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Skandalklub: Untreue-Verdacht gegen ADAC-Manager

ADAC-Zentrale in München: Topmanager soll jahrelang Geld veruntreut haben Zur Großansicht
DPA

ADAC-Zentrale in München: Topmanager soll jahrelang Geld veruntreut haben

Mit dem Manipulationsskandal beim "Gelben Engel" begann vor einem Jahr die Krise des ADAC. Nun sind laut Medienbericht ein Topmanager und seine Mitarbeiterin suspendiert worden: Sie sollen jahrelang in die eigene Tasche gewirtschaftet haben.

Vor 13 Monaten trennte sich der ADAC plötzlich von seinem Kommunikationschef: Er hatte die abgegebenen Stimmen bei der Wahl zum "Lieblingsauto der Deutschen" frisiert. Von da an kamen wochenlang neue Ungereimtheiten ans Tageslicht, darunter auch die private Nutzung der Rettungshubschrauber (eine Liste aller Enthüllungen finden Sie hier). Nun muss wieder ein Top-Manager überraschend gehen. Diesmal geht es um massive Bereicherungsvorwürfe. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Einem langjährigen Manager des Autoclubs und dessen Mitarbeiterin wird vorgeworfen, über Jahre hinweg auf ADAC-Rechnung Waren oder Gutscheine eingekauft und diese dann für sich selbst verwendet zu haben und sich von einem Unternehmen, das für den ADAC als Dienstleister arbeitet, unter anderem Urlaube in Spanien finanziert haben zu lassen. Der genaue Schaden sei noch nicht zu beziffern, zitiert die Zeitung einen ADAC-Insider. Es handle sich aber "um sehr viele einzelne Fälle über Jahre hinweg, und daher in der Summe auch um sehr viel Geld".

Die Betroffenen wurden laut Bericht suspendiert und bis zur Aufarbeitung der Vorwürfe vom Dienst freigestellt. Der Manager soll beim ADAC die Zusammenarbeit mit rund tausend privaten Pannenhilfe- und Abschleppdiensten koordinieren, die bei Bedarf im Auftrag des Automobilclubs ausrücken.

Die Abteilung sei ein "Sumpf an Korruption und Vorteilsnahme", beklagen private Pannendienste laut "Süddeutscher Zeitung" schon seit langem. 2014 schickten sie deshalb einen neunseitigen Wutbrief an den ADAC. Offenbar sei man den Vorwürfen bis vor Kurzem aber nicht ernsthaft nachgegangen, heißt es in dem Bericht.

Der Fall komme für den Automobilklub nun zur Unzeit: Geschäftsführers Thomas Kagermeier, der als Heilsbringer von außen in den krisengeplagten Club geholt worden war, verlasse den ADAC schon Ende Februar nach nur neun Monaten.

vet/AFP

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insgesamt 9 Beiträge
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1.
nztom 26.02.2015
Ich bin schon lange ausgetreten.
2. Mich wundert es nicht,
hevopi 26.02.2015
denn nach den ersten Unregelmäßigkeiten ist allen klar geworden, dass dieser Sumpf ein Selbstbedienungsinstitut auf Kosten der Mitglieder ist. Schlimm finde ich allerdings, wenn die engagierten Mitarbeiter mit in den Topf geworfen werden. Ich habe schon vor einem Jahr gekündigt und hoffe, viele werden diesen Club auch verlassen, damit auch endlich auch der ehemalige "Hubschraubernutzer" und arrogante Hampelmann endlich entsorgt wird.
3. gekündigt
toskana2 26.02.2015
Ein Verein, der sich zum Konzern aufgeplustert hat - mit oder ohne Skandale - ist kein Verein mehr. Da schleicht sich moralische Verkommenheit ein. Ich habe meine 35-jährige Mitgliedschaft beim ADAC gekündigt.
4.
volker.boecke 26.02.2015
Ich bin seit 50 Jahren ADAC Mitglied und bin der Meinung, daß sich der ADAC auf sein Kerngeschäft konzentrieren sollte, dann würden solche Fehler nicht passieren
5.
mikado17 26.02.2015
Das erscheint wohl mittlerweile typisch für das Bundesland Bayern zu sein. Ob Abgeordneter, hoher Polizei oder Verwaltungsbeamter, Bankmanager oder halt fragwürdiger Angestellter beim ADAC, Um diesen Problem zu entgehen, muss zwangsläufig die Zentrale aus München in ein norddeutsches Bundesland verlegt werden, sind eigenartigerweise eh zu viele Beschäftigte aus BY in hoher Position eingebunden! Werde dieses Ansinnen noch für die nächste Hauptversammlung einbringen!
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