ADAC-Notrufstatistik: Echt Panne

ADAC-Pannenstatistik: Die Gewinner und Verlierer der Klassen Fotos
Volkswagen

Die Komplexität von Autos steigt Jahr für Jahr, doch in der Pannenstatistik führt ein uraltes Problem immer noch das Ursachen-Ranking an. Die wichtigsten Erkenntnisse und die Gewinner und Verlierer aus den Pannen-Charts im Überblick.

München - Das Fazit aus der aktuellen Pannenstatistik des ADAC klingt zunächst wie ein Lob für die Autobauer. Bei fast allen technischen Bauteilen ihrer Fahrzeuge habe sich die Anfälligkeit demnach verbessert. Tatsächlich bekommen die Hersteller aber das seit Jahren größte Ärgernis nicht in den Griff: die Batterie.

Auch in der jüngsten Untersuchung ist eine defekte oder entladene Batterie der Hauptgrund für Pannen, den Angaben zufolge in jedem dritten Fall. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Wert laut ADAC sogar verschlechtert. Grund dafür sei zum einen der harte Winter, denn bei niedrigen Temperaturen treten häufiger Probleme bei der Batterie auf. Zum anderen liege die Pannenursache aber häufig in der Konzeption des elektrischen Fahrzeug-Managements. So brauchen Autos mit Start-Stopp-Automatik meist eine spezielle Starterbatterie. Ist diese im Motorraum installiert, könne sie zu warm werden und schneller kaputtgehen.

Blinder Verlass auf den Bordcomputer

Der ADAC hat aber noch bei einer anderen Pannenursache einen Anstieg beobachtet - und die ist für Deutschlands Autofahrer ziemlich peinlich. Denn in mehr als 223.000 Fällen musste der Notfallservice ausrücken, weil den liegengebliebenen Fahrzeugen der Sprit ausgegangen war.

Helmut Schmaler, der die Pannenstatik am ADAC-Technikzentrum in Landberg auswertet, hat dafür eine Vermutung: "Viele Autos haben mittlerweile einen Bordcomputer, der die verbleibende Reichweite anzeigt. Und an diese Kilometerzahl halten sich die Autofahrer oft sklavisch." Dabei berücksichtigen sie laut Schmaler allerdings nicht, dass sich der Wert je nach Fahrweise rasch ändern kann und der Tank früher als erwartet leer ist. In vielen Fällen schaffen die Fahrer es dann nicht mehr rechtzeitig zur Tankstelle.

Der Autoclub wertete rund 500.000 Pannen aus dem Jahr 2012 aus. Herangezogen wurden nur technische Pannen und nur Autos, die nicht älter als sechs Jahre sind. Sie mussten in mindestens drei aufeinander folgenden Jahren im wesentlichen unverändert gebaut und in einem der Jahre mindestens 10.000-mal zugelassen worden sein. 93 Modellreihen erfüllten diese Kriterien. Für die Erhebung der Anzahl der Notrufe wegen Spritmangels wurde sämtliche 2,6 Millionen Pannen betrachtet.

Kritiker zweifeln an der Aussagekraft der Erhebung, weil große deutsche Hersteller ihren Kunden häufig eigene Pannendienste anbieten: Die Fahrer rufen dann seltener den ADAC, wenn sie liegenbleiben. Entsprechend erscheinen die Fahrzeuge seltener in der Statistik.

cst/dpa

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insgesamt 69 Beiträge
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1.
jujo 25.04.2013
Zitat von sysopDie Komplexität von Autos steigt Jahr für Jahr, doch in der Pannenstatistik führt ein uraltes Problem immer noch das Ursachen-Ranking an. Die wichtigsten Erkenntnisse und die Gewinner und Verlierer aus den Pannen-Charts im Überblick. ADAC Pannenstatistik 2012 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-pannenstatistik-2012-a-896451.html)
Ich habe einen Bordcomputer, trotzdem überprüfe ich den Spritverbrauch mit der Scheibe teitweilig manuell. Ich weiß so ziemlich genau (plusminus 20km) wann ich tanken muss! Das hat vielleicht mit meinem Beruf zu tun, als Kapitän habe ich immer auch die konventionelle Navigation zur Positionsbestimmung genutzt. Es macht sich ganz schlecht, wenn das Schiff auf den Steinen liegt, zur Entschuldigung zu sagen das Laut GPS war das Schiff in sicheren Gewässern. Fazit: ja zur Technik aber keine Hörigkeit!
2. verbesserte Anfälligkeit
retikulator 25.04.2013
Insgesamt ja beruhigend, aber die Aussage: Bei fast allen technischen Bauteilen ihrer Fahrzeuge habe sich die Anfälligkeit demnach verbessert gibt doch Grund zur Sorge. Kann man denn gar nichts tun, dass die (Fehler-)Anfälligkeit geringer wird?
3.
Poseri 25.04.2013
Zitat von retikulatorInsgesamt ja beruhigend, aber die Aussage: Bei fast allen technischen Bauteilen ihrer Fahrzeuge habe sich die Anfälligkeit demnach verbessert gibt doch Grund zur Sorge. Kann man denn gar nichts tun, dass die (Fehler-)Anfälligkeit geringer wird?
Naja, Sie könnten laufen... würde die Fehleranfälligkeit der Bauteile Ihres Autos direkt auf 0 senken.
4.
RenegadeOtis 25.04.2013
Zitat von jujoIch habe einen Bordcomputer, trotzdem überprüfe ich den Spritverbrauch mit der Scheibe teitweilig manuell. Ich weiß so ziemlich genau (plusminus 20km) wann ich tanken muss!
Ich habe nie verstanden, warum man erst tankt wenn der Tank fast leer ist. Wenn ich ne günstige Tanke sehe und noch n Viertel drin habe - kurz reingeschüttet. Ist ja nicht so als würde ich das gebundene Kapital im Tank sonst anderweitig gewinnbringend anlegen und dadurch einen Verlust erleiden. ;)
5.
josh67 25.04.2013
Zitat von sysopDie Komplexität von Autos steigt Jahr für Jahr, doch in der Pannenstatistik führt ein uraltes Problem immer noch das Ursachen-Ranking an. Die wichtigsten Erkenntnisse und die Gewinner und Verlierer aus den Pannen-Charts im Überblick. ADAC Pannenstatistik 2012 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-pannenstatistik-2012-a-896451.html)
Das liegt aber auch an der schlechten Verarbeitung neuer Batterien, made in China. Mein Auto ist 20 Jahre alt. Die Originalbatterie hat 13 Jahre gehalten, trotz kalter Winter. Seit dem habe ich schon die 3. neue MARKENBatterie. Einfach mal wieder Qualität bauen. Liebe Bwler dieses Wort können Sie notfalls googeln. QUALITÄT!!!
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