Kampf gegen Mitgliederschwund ADAC plant Imagekampagne

Deutschlands größter Automobilclub holt sich für den Neuanfang professionelle Hilfe. Laut "Handelsblatt" will der ADAC Werbespots im Wert von mehreren Millionen Euro schalten, um sein durch Manipulationen und Rücktritte ramponiertes Image aufzupolieren.

ADAC-Zentrale in München: Mit TV-Spots gegen den Vertrauensverlust
DPA

ADAC-Zentrale in München: Mit TV-Spots gegen den Vertrauensverlust


München - Der ADAC plant, seinen strategischen Neustart mit einer großen Imagekampagne zu begleiten. Von Mitte Mai an will der Club eine millionenschwere Serie von TV- und Hörfunk-Spots schalten, berichtet das "Handelsblatt". Im Mittelpunkt sollen die "klassischen Serviceleistungen" des Clubs stehen, nämlich "Rat, Service und Hilfe". Damit wolle der krisengeschüttelte Club den Neuanfang schaffen, berichtet die Zeitung.

Manipulationsvorwürfe hatten den Verein in eine tiefe Vertrauenskrise gestürzt. Kurz nach der Preisverleihung zum "Gelben Engel" Mitte Januar in München war bekannt geworden, dass die Wahl zum Lieblingsauto der Deutschen seit Jahren manipuliert worden war. Hunderttausende Menschen hatten daraufhin ihre Mitgliedschaft gekündigt.

Der ADAC will die Arbeiten an der neuen PR-Kampagne nicht kommentieren. Die Idee dafür wird laut "Handelsblatt" von der Münchener Kreativagentur Serviceplan entwickelt, die Spots von der Tochter Mediaplus vermarktet. Serviceplan kreiert unter anderem auch Kampagnen für BMW, Lufthansa oder Saturn.

Ein Spot sei bereits produziert, das endgültige Konzept derzeit in der Feinabstimmung, berichtet die Zeitung weiter. Die Kampagne soll nach dem 7. Mai starten, wenn der ADAC auf seiner Hauptversammlung in Saarbrücken erste Leitlinien für einen Neuanfang beschließt.

ssu

insgesamt 59 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Newspeak 13.04.2014
1. ...
Imagekampagnen sind Teil des Problems. Man kann zerstörtes Vertrauen nur durch konsequent aufrichtiges Handeln zurückgewinnen, langsam und anstrengend. Imaekampagnen dienen dagegen nur dazu eine neue Fassade aufzubauen, sich der Aufarbeitung nicht zu stellen und Dinge schönzureden. Das allein sollte man zum Anlaß nehmen, aus dem ADAC auszutreten.
doofnuss 13.04.2014
2. zum sofortigen wegzappen
Zitat von sysopDPADeutschlands größter Automobilclub holt sich für den Neuanfang professionelle Hilfe. Laut "Handelsblatt" will der ADAC Werbespots im Wert von mehreren Millionen Euro schalten, um sein durch Manipulationen und Rücktritte ramponiertes Image aufzupolieren. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-plant-imagekampagne-tv-spots-von-serviceplan-a-964174.html
neue kunden werben sei angeblich fünf bis sieben mal teurer als die bestehende kundschaft bei der stange zu halten. warum den vereinsapparatschiks nun nichts wichtiger ist als das angeschlagene image mittels werbekampagne aufzupolieren, erschließt sich mir nicht. bei rund 19 (18?) millionen kunden, sogenannten mitgliedern, sollte mit leistung(ssteigerung/-ausweitung bei pannenhilfe und reiseschutz im in- und ausland) bei gleichzeitiger kosten- und preissenkung gepunktet werden, anstatt die einnahmen sachfremd für motorsport zu verpulvern oder gar reklamefuzzis in den rachen zu werfen.
hannac. 13.04.2014
3. gute Genesung
Nach dem Befall der schlechten Nachrichten mit einhergehenden Imageverlust beginnt nun nach Ursachenforschung die Therapie. Das zukünftige Lieblingsauto ist nun für Auto Bild vorbehalten. Mich hat es eh nicht interessiert. Service, Aufklärung und weiterhin für die Interessen der Autofahrer sich stark machen, dürfte zur Erholung beitragen. Auch wenn letzteres wieder zur Erkrankung führen könnte.
Quantus 13.04.2014
4. Spots
Ob das der richtige Weg ist? Ich bin bisher noch ADAC Mitglied, aber wenn jetzt Millionen für Image ausgegeben werden entspricht das nicht meiner Erwartungshaltung der Mitgliedsgebührennutzung. Wertungsmanipulationen sind unschön, beeinträchtigen aber nicht die Abläufe und den Service für den ich bezahle, Millionenwerbungen dagegen schon.
logtor 13.04.2014
5. Imagekampagne?
Mit meinem Geld? Nun muss ich mir wirklich überlegen rasch auszutreten. Die beste Imagekampagne wäre es lautstark gegen den Mautunsinn der CSU einzutreten. Aber dann gehts dem ADAC wohl endgültig an den Kragen. Er hat ja den Fehler gemacht seinen Sitz nach München zu legen..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.