Rastanlagentest 2013 ADAC kritisiert Hygienemängel an Autobahnstopps

Der ADAC hat 40 Rastanlagen in Deutschland getestet. Im Vergleich zu Raststätten sind Autohöfe billiger, lassen dafür aber beim Service zu wünschen übrig. Und beim Toilettengang sollte man auf jeden Fall Desinfektionsspray mitnehmen.

DPA

München - Wer auf der Autobahn unterwegs ist und an einer Rastanlage eine Pause einlegen möchte, muss sich entscheiden: Entweder wird eine Raststätte angesteuert, wo es einen guten Service zu teuren Preisen gibt - oder man wählt einen Autohof, der in der Regel billigere Angebote hat, dafür jedoch nicht so sauber und freundlich ist. So lässt sich das Ergebnis des ADAC-Rastanlagentests 2013 zusammenfassen. Besorgniserregend sind dabei die hygienischen Mängel, die der Autoclub bei vielen Sanitäranlagen feststellte.

Insgesamt hat der ADAC je 20 Raststätten und Autohöfe geprüft. Der Unterschied zwischen den beiden Einrichtungsarten: Raststätten haben eine eigene Zu- und Abfahrt auf der Autobahn und sind damit direkter zu erreichen. Bei Autohöfen ist ein kleiner Umweg über eine Anschlussstelle nötig.

Die wichtigsten Ergebnisse des Tests:

  • Beim Test-Einkauf im Raststätten-Kiosk zahlten die ADAC-Prüfer im Schnitt 20 Prozent mehr als im Autohof-Shop. Im Gastronomie-Bereich waren die Autohöfe um etwa zehn Prozent günstiger als die Raststätten.

  • Die Preise klaffen laut ADAC insgesamt auseinander. Extrembeispiele: Ein stilles Wasser kostete in einem Autohof im billigsten Fall 0,49 Euro - in einer Raststätte waren es maximal 2,49 Euro. Auch die Spanne beim Essen war hoch: Das billigste Schnitzel mit Pommes kostete - in einem Autohof - 5,90 Euro. Das teuerste Schnitzel gab es dann allerdings auch in einem Autohof für 11,80 Euro.

  • Die Sanitäreinrichtungen auf vielen Rastanlagen sind laut den Testern verschmutzt. Bei mehr als einem Viertel der Anlagen kamen sie zu besorgniserregenden Testergebnissen. Bei dem Test ließ der ADAC unter anderem die Sauberkeit von Toilettensitzen, Türklinken und Wickelauflagen analysieren. Mit sogenannten Abklatschproben ließ der ADAC nach Fäkalkeimen und Erregern von Wundinfektionen suchen, zu denen beispielsweise Salmonellen oder Rotaviren zählen. Die gerügten Betriebe erhielten in diesem Punkt die Noten "mangelhaft" oder "sehr mangelhaft".

ADAC-Sprecherin Sabine Behr riet zur vorsorglichen Desinfektion: "In den meisten Anlagen stehen Sprays zwar zur Nutzung zur Verfügung", sagte sie. Wer aber auf Nummer sicher gehen will, sollte entsprechende Mittel wie Sprays oder Desinfektionstücher mit auf Reisen nehmen. "Eltern sollten ihre Kinder davon abhalten, Klobrillen anzufassen - und generell gilt: immer gut die Hände waschen. Sie übertragen die meisten Erreger", sagte Behr.

Positive Befunde bedeuteten allerdings nicht, dass Besucher der Sanitäranlagen gleich krank würden, betonte sie. "Selbst bei erhöhter Keimzahl kommt es immer auf den Gesundheitszustand des Betroffenen an." Einem erhöhten Risiko seien neben Kindern auch Ältere ausgesetzt, sowie Menschen mit schwachem Immunsystem oder Vorerkrankungen.

"Möglich sind Magen-Darm- oder auch Harnwegsinfekte wie eine Blasenentzündung", sagte die ADAC-Sprecherin. Kinder könnten sich auf schlecht gereinigten Wickeltischen Hautinfektionen einhandeln. "Auch Bindehautentzündungen sind denkbar, wenn der Erreger von der Türklinke über die Hände in die Augen gerät."

Der Testsieger liegt an der A2, der Verlierer an der A10

Wie schon bei früheren Tests bekamen die Rastanlagen insgesamt bessere Noten als die Autohöfe. 10 der 20 Raststätten schnitten mit "gut" ab, bei den Autohöfen waren es 5 von 20. 3 Anlagen fielen mit der Gesamtnote "mangelhaft" durch, darunter 2 Autohöfe. 22 Mal vergaben die Tester "ausreichend", 13 Mal davon für Autohöfe.

Testsieger ist die Raststätte Börde Süd an der A2 in Sachsen-Anhalt. Der ADAC beurteilt sie als gepflegte, familienfreundliche Anlage mit sauberen Sanitäranlagen. Verlierer ist der Autohof Plötzin an der A10 in Brandenburg. Die Anlage war nach Einschätzung der Tester weder familien- noch behindertengerecht und auch die Sicherheit für Fußgänger auf dem Parkplatz ließ zu wünschen übrig.

Jeder Betrieb wurde an zwei Tagen von unterschiedlichen Testern unangemeldet geprüft. Dabei wurde eine Checkliste mit mehr als 110 Punkten abgearbeitet. Eine Übersicht mit allen getesteten Anlagen finden Sie hier.

cst/rom/dpa

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insgesamt 31 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 17.07.2013
1. Was....
...verschmutzte Toiletten auf ner Raststätte...das gibts in Deutschland....unglaublich...von sowas hab ich ja noch nie gehört!
Layer_8 17.07.2013
2. herrjeh
Zitat von sysopDPADer ADAC hat 40 Rastanlagen in Deutschland getestet. Im Vergleich zu Raststätten sind Autohöfe billiger, lassen dafür aber beim Service zu wünschen übrig. Und beim Toilettengang sollte man auf jeden Fall Desinfektionsspray mitnehmen. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-rastanlagentest-2013-kritik-an-hygiene-an-raststaetten-a-911551.html
Da wo Reisende sich treffen, ging es wohl in der ganzen Menschheitsgeschichte nicht allzu hygienisch zu. Geändert hat sich wohl wenig bis heute, außer dass zumindest hier in (West)europa die Puffs sich nicht mehr in unmittelbarer Nähe der Rasthäuser befinden. Und gerade hier in Deutschland gehts ja noch einigermaßen mit der Hygiene, trotzalledem.
bolonch 17.07.2013
3. Allgemein bekannt
In Deutschland stinken die Toiletten (obwohl bezahlt werden muss - ein Unding), in der Schweiz (wo sie gratis sind) nicht. Eigentlich müsste man den Betreibern bei Hygienemängeln die Konzession entziehen.
HäretikerX 17.07.2013
4. Sani"fair?"
..zuerst zahlen, dann kontaminieren.. ist doch nett, da bekommt man etwas fürs Geld! Im Ernst: Die aufgezwungene Reihenfolge ist schon ein Skandal! Aber wenn die einzige Pro-Argumentation derartig widerlegt wird.. fehlen mir die Worte!
tg923 17.07.2013
5. Das beste sind immernoch...
die Parkplätze nur mit Klogebäude...speziell im Sommer. Einmal hab ichs nichtmal über die Türschwelle geschafft da ich allein vom öffnen schon einen extremen Würgereiz bekam.....als ob drinnen seit einer Woche fünf Leichen im warmen verwesen. Zum Glück gibts noch Gebüsch.
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