ADAC-Skandal Prüfer decken weiteren Manipulationsversuch auf

Beim ADAC-Preis "Gelber Engel" waren noch mehr Schummeleien geplant. Das geht aus dem Abschlussbericht der externen Prüfungsorganisation Deloitte hervor. Dass es nicht dazu kam, verdankt der Autoclub einem korrekten Mitarbeiter.

ADAC-Zentrale in München: "Der ADAC muss sich erneuern"
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ADAC-Zentrale in München: "Der ADAC muss sich erneuern"


München - Der ADAC ist dank eines aufmerksamen Mitarbeiters von einem weiteren Skandal verschont geblieben. So hat der geschasste ADAC-Kommunikationschef, Michael Ramstetter, versucht, auch das Ranking der Kategorie "Reiselimousine 2014" zu manipulieren. Ein Mitarbeiter aus dem Ressort "Test und Technik" konnte aber verhindern, dass der Zweitplatzierte unrechtmäßig zum Sieger erklärt wurde. Dies geht aus dem Abschlussbericht des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Deloitte hervor, das mit der Aufklärung des ADAC-Skandals vom Autoclub beauftragt wurde.

Nach der erwiesenen gefälschten ADAC-Wahl zum "Lieblingsauto" der Deutschen haben die Prüfer in den übrigen Ranglisten der vergangenen zehn Jahre keine weiteren Manipulationen gefunden. Deloitte kritisierte jedoch generell eine undurchsichtige Datenlage, permanent veränderte Bewertungskriterien sowie fehlende Gesprächsprotokolle über interne Entscheidungen.

Für den ADAC bedeutet das Ergebnis des Abschlussberichtes einen wichtigen Schritt nach vorne bei der Neuausrichtung des Clubs. Erneute nachgewiesene Manipulationen hätten den Verein weiter geschwächt und die nötige Reorganisation torpediert. In den vergangenen Wochen reihte sich ein Skandal an den nächsten.

Der dringend benötigte Neuanfang wird schwer

August Markl, der nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer als Vizechef das Präsidium leitet, versprach "eine grundsätzlich neue Unternehmenskultur". "Der ADAC muss sich von innen heraus erneuern, um die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen."

Der dringend benötigte Neuanfang des Clubs wird schwer genug. Denn Ex-ADAC-Präsident Peter Meyer, der qua Amt für die Krise des Clubs mitverantwortlich war, will weiterhin Chef des mächtigen Verbandes Nordrhein bleiben.

Die Automobilhersteller hatten den ADAC indes für die Manipulationen abgestraft. BMW, VW und Daimler haben insgesamt 40 Auszeichnungen mit dem Preis "Gelber Engel" an den ADAC zurückgegeben.

mhu/ Reuters



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
klaus64 25.02.2014
1. Wem haben Manipulationen genutzt ?
Mal als Anregung. Weshalb wurde manipuliert ? Sicherlich nicht aus bloßer Freude am Fälschen. In der Regel haben solche Sachen doch einen wirtschaftlichen Hintergrund, für wen auch immer.
bigteddy 25.02.2014
2.
Zitat von klaus64Mal als Anregung. Weshalb wurde manipuliert ? Sicherlich nicht aus bloßer Freude am Fälschen. In der Regel haben solche Sachen doch einen wirtschaftlichen Hintergrund, für wen auch immer.
Ja und ist das nicht wirklich traurig? Wer einem Produkttest wie beim ADAC vertraut oder gar eine Kaufentscheidung davon abhängig macht, der glaubt auch, beim Hütchenspieler einen guten Schnitt machen zu können. Ohne der Hütchenspieler zu sein.
kmgeo 25.02.2014
3. Neue Unternehmenskultur
Genau - der ADAC braucht eine neue Unternehmenskultur!! Also sofort den Verein auflösen und v.a. die gesparten Steuern und Abgaben nachzahlen lassen!
Luke1973 25.02.2014
4. Adac
Und ich bin trotzdem im ADAC und werde es auch bleiben. Ich hoffe sehr, dass ein Neuanfang gelingt!!!
Oberfranzl 25.02.2014
5. Den "Premiumanbietern"
und VW haben die Manipulationen geholfen, ein Schelm der da an Böses denkt, oder?
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