Prognose des ADAC Das sind Deutschlands schlimmste Staufallen

In zahlreichen Bundesländern beginnen die Sommerferien, kilometerlange Staus sind programmiert. Eine Prognose des ADAC zeigt, wo die Autofahrer am längsten warten müssen.

DPA


Mit der Feriensaison beginnt das nervige Stop-and-go auf den Autobahnen, kilometerlange Blechlawinen schieben sich über den Asphalt.

Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland haben bereits Sommerferien, dieser Tage starten Niedersachsen, Bremen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen in die schulfreie Zeit. Die sommerliche Reisewelle rollt gen Norden Richtung Ostsee und Nordsee oder Dänemark. Im Süden locken Berge, Seen und die Strände Italiens.

Am Wochenende müssen Autofahrer auf Deutschlands Autobahnen viel Geduld aufbringen. "Es wird wieder ein schlimmer Sommer für die Autofahrer werden, weil es viele Baustellen gibt - und weil sich das geänderte Reiseverhalten eher verstärkt hat", sagt Stefan Dorner vom ADAC Südbayern. Viele Flugziele sind nicht mehr so gefragt - die politische Lage und Terror schrecken Urlauber ab. So steigen immer mehr Menschen ins eigene Auto. Die Folge: Die Fahrleistung pro Pkw steigt.

Schon im vergangenen Jahr registrierte der ADAC auf deutschen Autobahnen rund 723.000 Staus, mehr als je zuvor (2016: 694.000). Die Karawanen summierten sich auf eine Gesamtlänge von 1,45 Millionen Kilometern, das entspricht einer Strecke von 36 Mal rund um die Erde. Einer der Gründe für den zäh fließenden Verkehr sind Baustellen. Bis zum 23. September soll an 571 Stellen vier Tage oder länger gebaut werden.

ADAC

Das sind immerhin weniger Baustellen als im Vorjahr, da waren es 713. Nur in unbedingt notwendigen Fällen werde während der Sommerferien gebaut, verspricht Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Der Bund investiere 2018 eine Rekordsumme von 8,6 Milliarden Euro, fast eine Milliarde mehr als im Vorjahr. "Mehr Autobahnen bedeuten mehr Mobilität für Deutschland."

Das sind die stauträchtigsten Routen:

  • Fernstraßen zur und von der Nord- und Ostsee
  • A 1 Köln - Dortmund - Bremen
  • Lübeck - A 2 Dortmund - Hannover - Braunschweig
  • A 3 Köln - Frankfurt - Würzburg - Nürnberg - Passau
  • A 4 Kirchheimer Dreieck - Bad Hersfeld - Erfurt - Dresden
  • A 5 Hattenbacher Dreieck - Frankfurt - Karlsruhe - Basel
  • A 6 Mannheim - Heilbronn - Nürnberg
  • A 7 Hamburg - Flensburg
  • A 7 Hamburg - Hannover - Würzburg - Ulm - Füssen/Reutte
  • A 8 Karlsruhe - Stuttgart - München - Salzburg
  • A 9 München - Nürnberg - Berlin
  • A 61 Mönchengladbach - Koblenz - Ludwigshafen
  • A 72 Chemnitz - Leipzig
  • A 99 Umfahrung München

Hinzu kommt, dass bereits viele Skandinavier und Belgier auf Deutschlands Fernstraßen unterwegs sind. Neu hinzu kommen an diesem Wochenende Belgien, Dänemark, Tschechien und Polen sowie Teile Österreichs und der Schweiz. Dadurch dürften die Staus noch etwas länger werden.

cfr/dpa



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Softeis 29.06.2018
1.
„Mehr Autobahnen bedeuten mehr Mobilität für Deutschland.“ Das sieht man. Immer wenn ihr ne Autobahn ausbaut, wird der Verkehr ja soviel flüssiger. Da denken sich nämlich alle Leute, dass die Autobahn ja ausgebaut und Staus eher unwahrscheinlich sind. Letztlich fahren da wieder mehr Autos als vorher. Falsche Maßnahme. Stattdessen mal bitte die Planungsbeschleunigung durchsetzen, damit BAHNausbauten wie der RRX und der Ausbau der Rheinschiene. Mehr auf Bahn statt auf Straße setzen. Das ist die Lösung von Vekehrsproblemen.
hrboedefeld 29.06.2018
2. Planung!
Natürlich müssen wahnsinnig dringende Arbeiten, wie das Reinigen der Gullideckel, oder Ausbesserungen an Leitplanke oder Fahrbahn auch zu den Stosszeiten tagsüber durchgeführt werden. Ist ja den zuständigen Beamten egal wann die Autobahn auf eine Spur verengt wird, wenn ja zwei Spuren meist schon völlig überlastet sind... Es lässt sich doch sicher auch besser planen und derartige Arbeiten auf ruhige Nachmittage, Wochenenden oder nachts verlegen!
jacktrevor 29.06.2018
3. Seit dem
Ich auf einer gesperrten Strasse in Deutschland, NRW, Duesseldorf Weze Umleitungsschilder in Briefmarkengroesse gesehen habe frage ich mich, wen man so alles anstellt als Verkehrsplaner. Entweder sind diese Drogenabhaengig, oder man hat jemanden von unseren Neuzugaengen einen Job verpasst. An unsere Gruenen Versallen. Die Luft wird bestimmt nicht reiner, durch Endlose Staus, egal wo, bisher hab ich noch nichts von dieser Seite gehoert. Es heisst immer nur Verkehrssreich, eine sanfte Umschreibung fuer Staus. Paris ist eben ueberall.
jkl21 29.06.2018
4. Fragen?
Warum müssen eigentlich Baustellen oft 10 oder sogar 15 km lang sein? Kann man nicht in 5km Abschnitten bauen? Und warum gibt es in letzter Zeit so häufig Fälle in denen es abrupt von drei Spuren auf eine geht? Der deutsche Autofähre hat ja schon Probleme beim einfädeln von zwei Spuren auf eine.
Sir Silence 29.06.2018
5. Arbeit
Die Crux ist, dass Autobahnbaustellen in D nicht mit der nötigen Geschwindigkeit abgearbeitet werden. Ein Beispiel - A2 zwischen Bad Eilsen und Porta Westfalica; eine gesperrte Spur auf zig Kilometern länge. Es ist nur keiner da, der arbeitet. Das gleiche auf der A5, der A7, der A33 etc. Warum gibt es auf Autobahnbaustellen keinen 3-Schichtbetrieb? Das ist kein Feldweg - es ist die Autobahn! Natürlich müssen die Arbeiter passend entlohnt werden! Die Zeit, die Baustellen ohne Arbeitsverrichtung gesperrt sind sind das Problem, nicht die Baustelle an sich.
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