Reaktion auf Fälschungen ADAC-Präsident will Wahl zum "Gelben Engel" einstellen

"Das war ein Totalschaden": Nach dem Bekanntwerden des Manipulationsskandals will ADAC-Präsident Meyer in Zukunft auf den Autopreis "Gelber Engel" verzichten. Der Automobilclub bestätigte zwar die Aussage von Meyer - widersprach ihm aber in einem entscheidenden Punkt.

ADAC-Preisverleihung "Gelber Engel 2014": Ein "Totalschaden"
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ADAC-Preisverleihung "Gelber Engel 2014": Ein "Totalschaden"


Hamburg - Nach dem Skandal um manipulierte Teilnehmerzahlen will ADAC-Präsident Peter Meyer den Autopreis "Gelber Engel" einstellen. "Wir denken im Moment überhaupt nicht darüber nach, ob wir so etwas ähnliches wieder machen wollen", sagte er am Mittwoch der Branchenzeitung "Automobilwoche". Der "Gelbe Engel" habe sicherlich keine Zukunft mehr. "Das war ein Totalschaden." Der ADAC werde sich künftig wieder auf seine Kernkompetenzen besinnen, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Der ADAC bestätigte zwar die Aussagen von Meyer, ergänzte allerdings: "Die Entscheidung, ob und in welcher Form die Preisverleihung 'Gelber Engel' in Zukunft stattfindet, wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen." Die aufwendige Veranstaltung in der prächtigen Allerheiligen-Hofkirche in der Münchner Residenz solle es künftig aber definitiv nicht mehr geben, sagte der Sprecher. Auch der Geschäftsführer des ADAC, Karl Obermair, hatte im Interview mit SPIEGEL ONLINE gesagt, die Zukunft des "Gelben Engels" sei ungewiss. "Momentan steht alles auf dem Prüfstand."

Für den "Gelben Engel" werden die 19 Millionen ADAC-Mitglieder jedes Jahr aufgerufen, ihr Lieblingsauto zu wählen. Gewonnen hatte in diesem Jahr der ewige Bestseller VW Golf. Bei der aktuellen Auszeichnung hatten jedoch nur 3409 Menschen anstatt der vom ADAC angegebenen 34.299 Personen für das Siegerauto gestimmt. ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter hatte gestanden, die Wahl manipuliert zu haben. Seine Posten legte er nach Bekanntwerden des Skandals nieder.

Auch SPIEGEL ONLINE hatte zur Wahl des Lieblingsautos aufgerufen. Gewonnen hat dabei K.I.T.T., David Hasselhoffs Wunderwagen, bekannt aus der US-Serie "Knight Rider".

aar/AFP/dpa

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insgesamt 26 Beiträge
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wauz, 22.01.2014
1. Totalschaden
Der ganze ADAC ist ein Totalschaden. Die Allergrößte Mehrheit der Mitglieder braucht nämlich nicht den Verein, sondern schlicht einen Schutzbrief, d.h. eine Zusatzversicherung für's Auto. Den gibt es für weniger als ein Drittel. Ansonsten füttern die abgezogenen Kunden das Lotterleben einiger Geschäftsführer und - finanzieren einigen Motorsportlern ihr teures Hobby. ADAC kann wegfallen.
waldbaer 22.01.2014
2. Aha
Wenn wir nicht mehr schummeln dürfen machen stellen wir die Wahl lieber komplett ein, auch nicht schlecht.
steinbock8 22.01.2014
3. Wahl
Wir brauchen die gelben Engel alles andere ist Mummenschanz lasst die gelben Engel helfen und verzichtet auf den anderen Mist der eigentlich fuer die Mitglieder nur Geld kostet und eine Wahl wo kaum jemand wählt Die man dann manipuliert um sie zu rechtfertigen braucht auch niemand
joerg.oertl 22.01.2014
4. Wer schmiert hier in Gelb
Es ist schon eine Rhetorik für sich wie Privatpersonen gleichermaßen, wie Politik und Wirtschaft über eine Firma herziehen, die wie keine andere die Mobilität der Deutschen gewährleistet, für einen geringen Preis. Und genau liegt doch das eigentliche Vertrauen in das Unternehmen, die Kernkompetenz. Nun haben wir den Gelben Engel, der für viele nicht ausschlaggebend ist ein Wagen zu kaufen. Was läuft in der Diskussion schief ? Manipulation aber von wem. Warum werden nicht genauso jedes mal die Firmen genannt die davon profitiert haben War es VW ? Mercedes ? Toyota ? Wer hat denn den ADAC gelb geschmiert ? S ist die Vertrauensfrage auch auf die Automobilhersteller gerichtet : Sind die Wagen schon so schlecht das man ein zweitrangiges Blatt (im Vergleich z. B. zur Autobild) schmieren muss um Zahlen zu schönen ? Auch diese Seite ist zu betrachten !
taglöhner 23.01.2014
5.
Wenn wir nicht schummeln dürfen, lassen wir's ganz, oder wie?
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