ADAC-Tunneltest: Schlechte Noten für Schweizer Röhren
Wie sicher sind Europas Autotunnel? Immerhin besser als in den vergangenen Jahren. Das ist das Ergebnis eines ADAC-Tests. Zwei Röhren in der Schweiz allerdings stimmten die Prüfer unzufrieden.
München - Viele Autofahrer überkommt die Angst, wenn sie in die Dunkelheit eines Verkehrstunnels eintauchen. Was, wenn hier ein Unfall passiert und zum Beispiel ein Feuer ausbricht? Solche Bedenken kann der ADAC nun offenbar etwas zerstreuen: Nach Einschätzung des Automobilclubs werden die Tunnel in Europa immer sicherer.
Zehn Röhren in fünf Ländern untersuchte der ADAC für seinen diesjährigen Tunneltest - und keiner der Bauten fiel durch. Es gab sechsmal die Note "gut" und zweimal ein "Sehr gut". Testsieger wurde der österreichische Tauerntunnel - vor allem wegen der 2011 neu eingeweihten zweiten Röhre. 1999, im Jahr des Brandes mit zwölf Toten und 42 Verletzten, war die Verbindung von Salzburg nach Villach noch als "bedenklich" eingestuft worden.
Zweimal "gut" für deutsche Tunnel
Die beiden getesteten deutschen Tunnel bekamen eine "gute" Bewertung. Der Allacher Tunnel bei München und der Wattkopftunnel bei Karlsruhe lagen damit im Soll der ADAC-Kriterien. Noch vor acht Jahren war der Wattkopftunnel mit einem "Mangelhaft" glatt durchgefallen, hier wurden die Mankos mittlerweile behoben.
Die untersuchten Tunnel in der Schweiz schnitten dagegen eher mäßig ab. Nur mit "Ausreichend" bewerteten die Prüfer den fast 2,5 Kilometer langen Isla-Bella-Tunnel zwischen St. Margrethen und Bellinzona. Besonders gravierend seien fehlende zusätzliche Flucht- und Rettungswege - auch eine zweite Röhre sei nicht vorhanden.
Auch der Tunnel Gubrist bei Zürich erhielt nur ein "ausreichend". Die 2001 eröffnete Unterführung "Schweizerhalle" dagegen schaffte ein "Gut". Im März waren bei einem Busunfall in einem Schweizer Tunnel 28 Menschen ums Leben gekommen, darunter 22 Kinder.
Mängel beim Brandschutz
Alle drei italienischen Tunnel im Test - Dervio, Colle Capretto und San Pellegrino - bestanden die Probe mit "gut". Der niederländische Roer darf sich sogar als "sehr gut" bezeichnen.
Die meisten aufgetretenen Mängel verzeichnet der ADAC bei der Verkehrsüberwachung, den Flucht- und Rettungswegen sowie im Brandschutz. Trotz der insgesamt guten Werte: Der Tunneltest beruht lediglich auf Stichproben und ist nicht repräsentativ. Es bestätige sich aber die Tendenz, dass Europas Tunnel immer sicherer werden, teilte der ADAC mit.
cst/dpa
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