Skandal um "Gelben Engel" ADAC verliert Hunderttausende Mitglieder

Die Skandale des ADAC schlagen sich in den Mitgliederzahlen nieder. Seit Anfang des Jahres sind bereits 286.000 Menschen ausgetreten. Auf den Schreibtischen stapeln sich noch Zehntausende Kündigungsschreiben.

ADAC-Zentrale in München: Skandale sorgen für Mitgliederschwund
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ADAC-Zentrale in München: Skandale sorgen für Mitgliederschwund


München - Dem ADAC rennen die Mitglieder davon: Seit Mitte Januar bekannt wurde, dass bei dem Club Auto-Preisverleihungen gefälscht, Rettungsflugzeuge für Privatreisen missbraucht und fragwürdige Deals unter Funktionären ausgehandelt wurden, haben insgesamt 286.000 Menschen ihre Mitgliedschaft gekündigt.

Der ADAC spricht in einer Pressemitteilung von 186.000 "zusätzlichen Kündigungen", die auf die Skandale zurückzuführen seien. Die angegebene Zahl erklärt eine Sprecherin so: Im Januar und Februar 2013 seien rund 100.000 Mitglieder ausgetreten, im gleichen Zeitraum dieses Jahres rund 286.000 - die Differenz von 186.000 ergebe die zusätzlichen Kündigungen.

Wie der ADAC weiter mitteilt, sind rund 26.000 Kündigungen noch unbearbeitet. Gleichzeitig verbuchte der Verein im Januar und Februar dieses Jahres aber auch rund 100.000 neue Mitglieder - das sind allerdings 30.000 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Insgesamt zähle der ADAC derzeit knapp 18,99 Millionen Mitglieder.

Nicht nur die Mitglieder gehen

Nach dem Bekanntwerden der Skandale war im Februar nach langem Hin und Her ADAC-Präsident Peter Meyer zurückgetreten. Vergangene Woche trennte der Verein sich dann auch von Geschäftsführer Karl Obermair.

August Markl, der nach dem Rücktritt von Präsident Peter Meyer als Vizechef das Präsidium leitet, versprach "eine grundsätzlich neue Unternehmenskultur". "Der ADAC muss sich von innen heraus erneuern, um die verlorene Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen." Die Automobilhersteller hatten den ADAC für die Manipulationen abgestraft. BMW, VW und Daimler haben insgesamt 40 Auszeichnungen mit dem Preis "Gelber Engel" an den ADAC zurückgegeben.

cst

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moev 03.03.2014
1.
Zitat von sysopGetty ImagesDie Skandale des ADAC schlagen sich in den Mitgliederzahlen nieder. Seit Anfang des Jahres sind bereits 286.000 Menschen ausgetreten. Auf den Schreibtischen stapeln sich noch zehntausende Kündigungsschreiben. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-und-der-gelbe-engel-286-000-mitglieder-ausgetreten-a-956692.html
Dann sind das hoffentlich die mit relativ neuen Autos, sonst wundern die sich irgendwann wenn nach Kleingedruckten der so viel billigeren alternativen Versicherung nur bis zur nächsten Werkstatt abgeschleppt und 100€ Selbstbeteiligung verlangt werden.
Treeman 03.03.2014
2.
Zitat von sysopGetty ImagesDie Skandale des ADAC schlagen sich in den Mitgliederzahlen nieder. Seit Anfang des Jahres sind bereits 286.000 Menschen ausgetreten. Auf den Schreibtischen stapeln sich noch zehntausende Kündigungsschreiben. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/adac-und-der-gelbe-engel-286-000-mitglieder-ausgetreten-a-956692.html
Kann ich auch nur bedingt nachvollziehen... Die "Motorwelt" war immer ein netter Kaminanzünder. Lesbar war das Heft nie, ob die Zahlen darin nun echt oder gefälscht waren. Die eigentlichen Leistungen -die ich als Besitzer eines älteren Autos mehr als einmal nicht Anspruch genommen habe- waren jedoch immer absolut einwandfrei.
Derax 03.03.2014
3. ...
Zitat von moevDann sind das hoffentlich die mit relativ neuen Autos, sonst wundern die sich irgendwann wenn nach Kleingedruckten der so viel billigeren alternativen Versicherung nur bis zur nächsten Werkstatt abgeschleppt und 100€ Selbstbeteiligung verlangt werden.
Oder die Alternativen nutzen die häufig gleiche Leistungen haben aber günstiger sind
smonkey 03.03.2014
4.
Zitat von moevDann sind das hoffentlich die mit relativ neuen Autos, sonst wundern die sich irgendwann wenn nach Kleingedruckten der so viel billigeren alternativen Versicherung nur bis zur nächsten Werkstatt abgeschleppt und 100€ Selbstbeteiligung verlangt werden.
Ist doch beim ADAC nicht viel anders. Ich musste das letzte Mal auch in eine 20km entfernte Werkstatt, da die deutlich nähere nicht mehr in den Einzugsbereich des ADAC Partnerunternehmens lag. ~300k kündigen bei 19 Mio. Mitgliedern ist dennoch nicht viel.
marthaimschnee 03.03.2014
5.
Wer kündigt, weil er sich hier betrogen fühlt, müßte eigentlich seine gesamte Existenz hinterfragen. Vor allem hinsichtlich der Frage, wie Werbung sein Leben beeinflußt und wie sehr er sich täuscht, wenn er sich für immun dagegen hält. Was der ADAC da tut, macht die freie Wirtschaft täglich millionenfach in Form von herbeizitierten Experten, phantasievollen Studien usw! Die ganze Aufregung hier ist die pure Heuchelei.
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