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26. März 2012, 14:04 Uhr

ADAC kritisiert Preisgestaltung der Ölmultis

Verwirrung mit System

Wann ist der Sprit am billigsten? Diese Frage beschäftigt die Autofahrer. Der ADAC hat in einer Studie eine Woche lang die Preisänderungen an 33 Tankstellen beobachtet. Ergebnis: Die Schwankungen haben System - und trotzdem gibt es einen optimalen Zeitpunkt zum Tanken.

Berlin - Morgens oder doch besser am Abend? Oder vielleicht am Wochenende? Wann ist die beste Tageszeit, um den Wagen aufzutanken? Gefühlt wählt man eigentlich immer die falsche Zeit. Zwei Stunden später ist der Spritpreis bereits um mehrere Cent gefallen, oder an der nächsten Ecke ist der Liter bei einem anderen Tankstellenbetreiber viel billiger. Viele Autofahrer sind deshalb genervt und irritiert.

Ständige und vor allem extreme Änderungen des Benzin- und Dieselpreises verwirren Deutschlands Autofahrer nach einer Erhebung des Automobilclubs ADAC enorm. "Hinter den vermeintlich hektischen Preissprüngen steht ein durchaus klar erkennbares Muster. Für die meisten Autofahrer ist es kaum möglich, bei diesem Preiswirrwarr den Überblick zu behalten und den richtigen Moment zum günstigen Tanken zu erwischen", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer in der Montagsausgabe der "Bild"-Zeitung. "Mit dieser Jo-Jo-Preispolitik kassieren Ölmultis die Autofahrer systematisch ab."

Für die Erhebung hatte der Autoclub exemplarisch eine Woche lang an 33 Tankstellen der Marken Aral, Shell und Jet in elf deutschen Städten die Preise analysiert. Dazu wurden die Preise der beiden Sorten Super E10 und Diesel um jeweils um 8, 12 und 18 Uhr erfasst.

Preise abends am niedrigsten

Laut ADAC ist der Kraftstoff an den beobachteten Stationen plötzlich zehn oder mehr Cent teurer oder billiger geworden. Weiterhin belegt die Beobachtung, dass die Spritpreise morgens am höchsten und abends am niedrigsten sind. So kostete ein Liter Super E10 im Schnitt abends um 2,6 Cent weniger als am Morgen. Einige Tankstellen senkten den E10-Preis bis in die Abendstunden sogar um 9 Cent.

Außerdem falle der Preis für Diesel im Tagesverlauf stärker als der Benzinpreis. Demnach ist Diesel abends im Schnitt 3,3 Cent je Liter günstiger. Teilweise verbilligte sich Dieselkraftstoff im Laufe eines Tages sogar um 12 Cent. Zudem hat der Test extreme Preisaufschläge in der Nacht dokumentiert. Den größten Anstieg registrierte der ADAC in München mit 12 Cent. Verteuerungen von sechs bis zehn Cent waren an der Tagesordnung.

rom/dapd

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