Airbag-Gefahr Toyota ruft fast 900.000 Autos zurück

Der japanische Autohersteller Toyota hat die Überprüfung von weltweit fast 900.000 Fahrzeugen angeordnet. Als Grund nennt der Konzern Probleme mit Kondensatoren der Klimaanlage, die möglicherweise Airbags zum falschen Zeitpunkt auslösen könnten - es gab bereits Verletzte.

Toyota Camry in Hollywood: Wasser kann auf Kontrollmodule tropfen
AFP

Toyota Camry in Hollywood: Wasser kann auf Kontrollmodule tropfen


New York - Es ist nicht der erste Rückruf in diesem Jahr, aber der größte: Der japanische Autohersteller Toyota ruft weltweit rund 885.000 Fahrzeuge in die Werkstätten, den Großteil davon in den USA. Grund für die Warnung seien mögliche Probleme mit Klimaanlagenkondensatoren, teilte das Unternehmen mit.

Es sei möglich, dass Wasser von den Kondensatoren auf Airbag-Kontrollmodule sickern könnte, was wiederum dazu führen könnte, dass Airbags zum falschen Zeitpunkt ausgelöst würden. Auch die Servolenkung könne in Mitleidenschaft gezogen werden. Wegen des Kondensatorenproblems sei es zu zwei "kleinen" Verletzungen gekommen. Unfälle habe es aber keine gegeben.

Betroffen sind vor allem Toyota-Fahrzeuge in den USA. Hier sollen 803.000 Autos der Modellreihen 2012 und 2013 überprüft werden, überwiegend vom Typ Camry. In Kanada sind es 44.000 Fahrzeuge, in Mexiko 10.600 und in Saudi-Arabien 9100, die in die Werkstätten müssen. Der Rest verteilt sich auf 15 Länder. Toyota und seine Kunden wurden in den vergangenen Jahren mehrfach von Rückrufaktionen geplagt. So wurden im Oktober 2012 sogar mehrere Millionen Autos in die Werkstätten gerufen.

Erst im September hatte Toyota in Nordamerika mehr als 694.000 Minivans vom Typ Sienna wegen möglicher Probleme mit dem Schalthebel zurückgerufen, Anfang Juli waren es 174.000 Pkw weltweit wegen Problemen mit der Lenkung, im Juni waren 242.000 Hybrid-Fahrzeuge wegen Problemen mit Bremsen in die Werkstätten beordert worden. In den vergangenen Jahren ordnete der Konzern mehrere solcher Rückrufaktionen an. Daraus lässt sich allerdings nicht unbedingt ableiten, dass die Autos der Japaner ein Qualitätsproblem haben: Toyota hat die offensive Kommunikation bei möglichen Defekten zur zentralen Unternehmensstrategie erhoben.

Hintergrund der vorauseilenden Aktivitäten ist die bisher größte Rückrufaktion des Konzerns in den Jahren 2009 und 2010, bei der mehr als zwölf Millionen Autos wegen klemmender Gaspedale und rutschender Fußmatten in die Werkstätten beordert wurden. Obwohl sich die meisten der gemeldeten Probleme damals als Fehler der Fahrer herausstellten, litt der Ruf des Autobauers erheblich.

nck/Reuters

insgesamt 64 Beiträge
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fort-perfect 18.10.2013
1. Besser ist das!
Zitat von sysopAFPDer japanische Autohersteller Toyota hat die Überprüfung von weltweit fast 900.000 Fahrzeugen angeordnet. Als Grund nennt der Konzern Probleme mit Kondensatoren der Klimaanlage, die möglicherweise Airbags zum falschen Zeitpunkt auslösen könnten - es gab bereits Verletzte. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/airbag-unsicher-toyota-ruft-fast-900-000-autos-zurueck-a-928541.html
Mir ist ein Automobilhersteller, der seine Kunden vorsorglich über mögliche Defekte informiert lieber, als mehrere der grösseren europäischen Hersteller, bei denen es per Grundsatz keine Serienfehler gibt und deren Fahrzeuge erst beim Kunden und auf Kosten der Kunden zu wahrer Schönheit reifen..... Mir fallen da auf Anhieb zB gerissene Steuerketten ein, oder geplatzte Alumotoren.....
zensorsliebling 18.10.2013
2. Glaubwürdigkeit statt Premiumtapete
Zitat von fort-perfectMir ist ein Automobilhersteller, der seine Kunden vorsorglich über mögliche Defekte informiert lieber, als mehrere der grösseren europäischen Hersteller, bei denen es per Grundsatz keine Serienfehler gibt und deren Fahrzeuge erst beim Kunden und auf Kosten der Kunden zu wahrer Schönheit reifen..... Mir fallen da auf Anhieb zB gerissene Steuerketten ein, oder geplatzte Alumotoren.....
Toyatas werden eben hauptsächlich an Privatkunden verkauft, die mit selbstverdienstem, ordentlich versteuertem Geld dafür bezahlen. Für diese Kundschaft zählt Glaubwürdigkeit mehr als die von Mercedes, BMW und Audi abgezogene 3-Jahres-Premiumshow mit massenhaft Serviceschauspielern. Viele Fehler in den Fahrzeugen dieser Hersteller beruhen auf schlechter Vorserienerprobung und überflüssiger Effekthaschertechnik.
dennis_89 18.10.2013
3. Wieder einmal in den USA
Was sagt uns das: 1. die Autos dort sind zwar günstiger, aber scheinbar auch minderwertiger als bei uns und 2. Dass - man denke an die Rückrufaktion mit den Fußmatten - es zum Großteil auch an den inkompetenten, dämlichen Fahrern in den USA liegt. Gesunder Menschenverstand - das weiß man spät. seit div. irrwitzigen Rechtsurteilen - fehlt dort schlichtweg ganz.
couprevers 18.10.2013
4. Zuverlässigkeit
Jeder der ein Auto ohne Macken sucht sollte sich einen Toyota zulegen.
Tastendrücker 18.10.2013
5.
Zitat von dennis_89Was sagt uns das: 1. die Autos dort sind zwar günstiger, aber scheinbar auch minderwertiger als bei uns und 2. Dass - man denke an die Rückrufaktion mit den Fußmatten - es zum Großteil auch an den inkompetenten, dämlichen Fahrern in den USA liegt. Gesunder Menschenverstand - das weiß man spät. seit div. irrwitzigen Rechtsurteilen - fehlt dort schlichtweg ganz.
So würde ich das nicht sagen. Toyota ist nur seit dem letzen "Debakel" sehr vorsichtig geworden. Das mit den Airbags zieht sich nun aber schon dirch diverse Marken. so hat BMW ja auch jede Menge Fahrzeuge zurückgerufen. Und auch mein Chevi Volt muss im November in die Werkstatt, wegen eines inoffiziellen Rückrufes die Airbags betreffend, allerdings weiss ich nicht im Detail was da nun genau getauscht werden soll. Ich habe davon wohl auch nur erfahren weil die Teile für den Volt eben nicht an jeder Ecke vorrätig sind und erst beschafft werden müssen. Bei anderen Fahrzeugen wäre das wohl während des Kundendienstes "unter der Hand" gemacht worden. Wie auch immer. Lieber ruft ein Hersteller ein Auto einmal öfters zurück wie einmal zu spät. Was man aber daraus lernen kann ist das die Qualitätskontrollen wieder deutlich gesteigert werden müssen. Es reicht einfach nicht die QM an den Lieferant outzusourcen sondern die OEMs müssen da wieder deutlich stärker selbst ran! So hatte ein früherer Arbeitgeber von mir (IT-Industrie) früher ein eigenes Werkstofflabor. Das wurde abgeschafft und siehe da, kurze Zeit später gab es Probleme mit den Kondensatoren (mancher wird sich vielleicht noch daran erinnern) die zu früh schlapp gemacht haben. Lt. QM-Bericht des Lieferanten war aber doch alles in Ordnung... Ciaoooo Tastendrücker
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