USA Elfter Todesfall durch defekten Takata-Airbag

Die Airbags der japanischen Firma Takata sollen eigentlich Leben retten, sind wegen eines Defekts aber selbst ein Sicherheitsrisiko: In den USA ist die Fahrerin eines Honda Civic ums Leben gekommen.

Honda Civic
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In den USA gibt es einen elften Todesfall durch einen defekten Airbag des Herstellers Takata. Eine 50-jährige Autofahrerin sei den Folgen eines Unfalls Ende September in Kalifornien erlegen, teilte die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA mit. Die Frau sei in einem Honda Civic gefahren.

Das Auto gehöre zu den Modellen von Honda, deren Airbags nach einem Aufruf der Behörde eigentlich hätten dringend repariert werden müssen, so die Behörde. Die darin eingesetzten Airbags des japanischen Autozulieferers Takata stellten ein "substanziell gestiegenes" Unfallrisiko dar, vor allem wenn sie längere Zeit in Gebieten mit hoher Luftfeuchtigkeit unterwegs gewesen seien.

Die Luftkissen können platzen und durch umherfliegende Fragmente lebensgefährliche Verletzungen verursachen. Mindestens 15 Menschen sind bisher weltweit daran gestorben. Die genaue Ursache des Defekts konnte bislang nicht ermittelt werden.

Takata, das rund 20 Prozent am Markt für Sicherheitsgurte und Airbags hält, kämpft seit gut zwei Jahren mit dem Skandal um defekte Airbags. Rund 100 Millionen der Schutzvorrichtungen wurden bereits zurückgerufen, fast 70 Millionen allein in den USA.

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA wirft Takata vor, unzureichend und fehlerhaft über den Defekt informiert zu haben. Sie hatte dem Unternehmen deshalb vor knapp einem Jahr eine Rekordstrafe von bis zu 200 Millionen Dollar (182 Millionen Euro) aufgebrummt.

beb/Reuters



insgesamt 31 Beiträge
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webstar2568 21.10.2016
1. Komisch...
200 Mio für 11 Tote und die Sache ist gegessen, aber bei VW kommt eine Milliardenklage nach der anderen...
jigger1 21.10.2016
2. Tja, hätten sie mal gehört...
Ein Freund von mir war damals in der Airbag-Entwicklung tätig und hat auf das Problem hingewiesen. Als Dank wurde er aus der Firma gemobbt...
0815jrb 21.10.2016
3. Meine Einschätzung
der USA wird hier wieder bestätigt. Es gibt weiterhin Todesfälle aber die 200 Millionen wurden ja bereits bezahlt und gut ist es. VW wird eine Milliarden Klage nach der anderen anghängt, na ja da gibt es auch mehr zu holen. Es geht ihnen !!! NUR !!! ums Geld, weder um Menschenleben noch die Umwelt. Momentan ist kein Krieg, also müssen sie das Geld wo anders rein bekommen. Eigentlich sollte Trump gewählt werden, dass ist genau der Präsident, den dieses Land verdient! Jeder 18 jährige kann sich eine Knarre kaufen, aber in eine Bar darf man erst ab 21! Studenten dürfen auf dem Campus Waffen tragen! Es lebe das Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.
Harald Schmitt 21.10.2016
4. Risiko
Wie viele wurden denn schon durch die Airbags gerettet? Es ist tragisch um jeden Toten aber es passieren auch zu viele Unfälle, was wird denn dagegen unternommen? Über das Problem mit den Airbags wurde doch in allen Medien berichtet, Millionen Airbags wurden schon getauscht und wenn dann manchen aus Ignoranz nicht reagieren, was sollen die Firmen machen durch ganz Amerika fahren und die Autos vom Parkplatz und den Garagen klauen in die Werkstatt schleppen? 200 Millionen für Millionen defekte Airbags und VW knöpfen die in allen Bundesstaaten Millarden ab für 500000 Fahrzeuge mit "manipulierten" Abgaswerten und bei Harley mit 300000 Motorädern mit Schummelvorrichtung nur 15 Millionen, wo bleibt da die Verhälnismäßigkeit? Mit was für Maßstäden entscheiden die denn?! Die haben ja nicht mal nen TÜV und jeder Bundesstaat macht sein eigenes Ding, wer weiss denn was da alles auf deren Straßen rumfährt.
fritz__meyer 21.10.2016
5. #1 und #3
Genau mein Gedanke, VW muss für die Luftverschmutzung Milliarden zahlen. Da fehlt, wie oft in den USA die Verhältnismäßigkeit. Zumindest drängt sich das auf. Aber zu sagen, es gehe nur ums Geld, ist etwas kurz gesprungen. Firmen kann man nur über Geld bestrafen. Sollen sie ungeschoren davonkommen? Strafrechtliche Schuld muss individuell bewiesen werden, selbst in den USA. An der Stelle sind die Amis weiter. Nur differenziert wirkt das nicht.
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