Aktives Bose-Fahrwerk Schweben über Asphalt

Mit seinen wuchtigen Soundanlagen hat der Audiospezialist Bose schon so manche noble Oberklasselimousine in einen rollenden Konzertsaal verwandelt. Schon bald könnte er sie dazu schweben lassen. Mit einem völlig neuen Fahrwerk, das ganz ohne Federn und Dämpfer auskommt.


Bose Suspension System: Zusammenspiel von Sensoren und Elektromagneten

Bose Suspension System: Zusammenspiel von Sensoren und Elektromagneten

An Stelle der herkömmlichen Federbeine besitzt das so genannte Bose Suspension System vier elektromagnetische Linearmotoren, die sämtliche Fahrbahnunebenheiten aktiv ausbügeln. Dadurch gleitet das Auto über Schlaglöcher und Bodenwellen hinweg, ohne dass die Karosserie sich bewegt. Auch Wankbewegungen bei Kurvenfahrt und Spurwechsel oder das Einnicken beim Bremsen oder Aufbäumen beim Anfahren kompensiert das System. Ganz ähnlich den elektronischen Dämpferkontrollen, wie sie schon heute bei Mercedes, Porsche oder Opel zu finden sind. Deren grundsätzliche Schwäche trotz ausgefeilter Elektronik ist jedoch, dass sie auf die vertikale Beschleunigung der Räder immer nur passiv reagieren können. Die Kräfte, die in die Karosserie weitergeleitet werden, können sie dämpfen, ganz aufheben können sie diese nie.
Elektromagnetischer Linearmotor: Aktiv Schlaglöcher ausbügeln

Elektromagnetischer Linearmotor: Aktiv Schlaglöcher ausbügeln

Voraussetzungen für das aktive Federungssystem von Bose sind hochpräzise Sensoren, die die registrierten Signale quasi in Echtzeit verarbeiten sowie extrem leistungsfähige Elektromagneten, die das Auf und Ab der Räder ausgleichen. Für den Fall, das die komplette Elektrik mal ausfallen sollte, tragen vier Drehstabfedern das Gewicht der Karosse.Amar Bose, 74-jähriger Chef und kreativer Kopf des amerikanischen Unternehmens, hat 24 Jahre Forschungsarbeit betrieben, bevor er das System jetzt erstmals in der japanischen Oberklasselimousine Lexus LS 400 präsentierte. Jetzt sucht er einen Autohersteller, der mit ihm zusammen das System zur Serienreife bringt. In voraussichtlich vier Jahren könnte dann das erste Auto mit aktiver Radaufhängung über den Asphalt schweben.



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