Amphibienfahrzeug Quadski Quad Ahoi!

Alan Gibbs gibt nicht auf. Der Unternehmer hat schon einige Amphibienfahrzeuge entwickelt - und dabei meistens wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten. Nun lässt er das nächste Modell vom Stapel: ein flinkes Spaßmobil für Stadt, Land, Fluss.

Gibbs Sports Amphibians

Runter von der Straße, rein ins Wasser und wieder rauf auf die Straße: So könnte sich der nächste Stau umschiffen lassen - vorausgesetzt, ein Fluss oder See ist in der Nähe und man ist mit einem Quadski unterwegs. Einem was? Einem Amphibienfahrzeug, halb Quad, halb Jet-Ski. Nach den Angaben seines Erfinders Alan Gibbs bringt man es mit dem Quadski sowohl zu Lande als auch zu Wasser auf eine Geschwindigkeit von rund 72 km/h.

"Du rauschst damit ins Wasser und fährst dann einfach weiter", sagt der 73-jährige Neuseeländer, Gründer des Unternehmens Gibbs Sports Amphibians. Das Gefährt wiegt etwa eine halbe Tonne und wird von einem 1,3-Liter-Vierzylindermotor von BMW angetrieben. Die gleiche 175-PS-Maschine steckt in dem Motorrad K 1300 der Bayern.

Auf Knopfdruck wechselt der Einsitzer vom Fahr- in den Planschmodus, dann klappen sich innerhalb von fünf Sekunden die Räder ein und der Motor befeuert ein Jet-Ski-Antriebssystem. Laut Gibbs gibt es kein serienmäßig produziertes Straßenfahrzeug, das schneller übers Wasser gleiten kann.

Ein Amphibienfahrzeug für alle?

Der ehemalige Diplomat und Telekommunikations-Unternehmer tüftelt seit 16 Jahren an Amphibienfahrzeugen. In dieser Zeit hat er neun Prototypen entwickelt - die allesamt ein Schlag ins Wasser waren. Zuletzt machte er 2003 mit dem Aquada von sich reden: Das Vehikel auf Basis eines Mazda MX-5 brachte es auf der Straße auf 160 km/h und im Wasser auf knapp 50 Stundenkilometer. Der Milliardär und Abenteuerprotz Richard Branson überquerte damit sogar in 90 Minuten den Ärmelkanal zwischen Dover und Calais.

Trotz dieses PR-Stunts ging der Aquada nie in Serienfertigung. Zuerst verabschiedete sich der Motorenlieferant Rover aus dem Projekt, dann machte die US-Sicherheitsbehörde Gibbs einen Strich durch die Rechnung. Sie verweigerte für das dreisitzige Fahrzeug unter anderem wegen fehlender Airbags die Straßenzulassung. Der Quadski umkurvt nun diese strengen Auflagen, weil er als All Terrain Vehicle (ATV, zu deutsch: Geländefahrzeug) eingestuft wird.

Im November kommt der Quadski in den USA auf den Markt, bis 2014 soll er es auch nach Europa geschafft haben. Nach Investitionen in Höhe von 152 Millionen Dollar und mehr als 300 angemeldeten Patenten hofft Gibbs, nun endlich das Amphibienfahrzeug für die Massen gebaut zu haben.

Ob ihm das bei einem Preis von 40.000 Dollar wirklich gelungen ist? Dem Zwittergefährt droht eher das Schicksal des Amphicars: Das von Hanns Trippel in Deutschland gebaute Amphibienfahrzeug ging in den Sechzigern ebenfalls in Serie. Wegen seiner hohen Kosten war es als "Spielzeug für Wohlstandsbürger" verschrien - und ging bald darauf als Ladenhüter unter.

cst



insgesamt 11 Beiträge
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Emil Peisker 23.10.2012
1. Gute Idee...
Zitat von sysopGibbs Sports AmphibiansAlan Gibbs gibt nicht auf. Der Unternehmer hat schon einige Amphibienfahrzeuge entwickelt - und dabei meistens wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten. Nun lässt er das nächste Modell vom Stapel: ein flinkes Spaßmobil für Stadt, Land, Fluss. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/amphibienfahrzeug-quadski-a-862119.html
In Finnland, Florida und ähnlichen Landschaften wird sich dieses Ding schon durchsetzen. Lieber 10.000€ mehr bezahlen, dafür mehr Power und ausgereifte Technik.
ky3 23.10.2012
2. Lärm-Nervensäge für alle
Für alle dürfte nur der Lärm sein. Wie beim Jetski nerven ein paar wenige eine ganze Küstenregion. Typen die solche Dinger fahren dürften arm an Empathie sein, fahren vermutlich BMW oder kaufen Ufergrundstücke an öffentlichen Seen.
muguet 23.10.2012
3.
Zitat von sysopGibbs Sports AmphibiansAlan Gibbs gibt nicht auf. Der Unternehmer hat schon einige Amphibienfahrzeuge entwickelt - und dabei meistens wirtschaftlichen Schiffbruch erlitten. Nun lässt er das nächste Modell vom Stapel: ein flinkes Spaßmobil für Stadt, Land, Fluss. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/amphibienfahrzeug-quadski-a-862119.html
Na da wir die Bundeswehr aber die Kröten zusammenkratzen um so ein Spielzeug zu bekommen oder sie lassen so etwas bei Mercedes Benz entwickeln, zum doppelten Stückpreis.
Emil Peisker 23.10.2012
4. arm an Empathie
Zitat von ky3Für alle dürfte nur der Lärm sein. Wie beim Jetski nerven ein paar wenige eine ganze Küstenregion. Typen die solche Dinger fahren dürften arm an Empathie sein, fahren vermutlich BMW oder kaufen Ufergrundstücke an öffentlichen Seen.
Klingt etwas neidisch, oder?
tommuh 23.10.2012
5.
Zitat von ky3Für alle dürfte nur der Lärm sein. Wie beim Jetski nerven ein paar wenige eine ganze Küstenregion. Typen die solche Dinger fahren dürften arm an Empathie sein, fahren vermutlich BMW oder kaufen Ufergrundstücke an öffentlichen Seen.
Nur weil sie auf die öffentlichen Verkehsmittel angewiesen sind müssen sie nicht voller neid auf Leute einschlagen die sich aus Spaß an der Freude etwas leisten.. Zu dem Quadski ... das Teil wird ein Flopp werden... Bei den Quads bewegt man sich ab ca 8 bis 12.000 Euro schon in der Königsklasse und hat mit dem ein wesentlich leichteres und agieleres Fahrzeug das zudem auch noch besser aussieht und wohl auch noch wesentlich schneller ist Das gleiche geht für Jetskis... Jemand der etwas aus Leidenschaft macht wie z.B mit seinem Jetski über das Wasser düsen oder mit seinem Quadbike mit einen Affenzahn über Stock und Stein zu fahren würde niemals so eine halbgare Lösung wie dieses Quadski annehmen da es nicht mit hochwertigen Quads und Jetskis mithalten kann und wesentlich mehr kostet wie beide Fahrzeuge zusammen
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