Washington/München - In den USA häufen sich die Beschwerden über Wagen der ersten Generation des BMW-Roadsters Z4. Die Behörde für Verkehrssicherheit in den USA geht Hinweisen aus der Bevölkerung nach, denen zufolge die Servolenkung des Sportwagens ausfallen kann. Mehrere Fahrer berichteten der Behörde zufolge von Beinahe-Unfällen.
Ein BMW-Sprecher sagte am Sonntag, mögliche Lenkprobleme bei großer Hitze seien seit längerem bekannt. Sicherheitsrelevant sei das Phänomen aber nicht. Die Lenkung falle auf keinen Fall aus, schlimmstenfalls könne es zu einem Ausfall der Servounterstützung der Lenkung kommen.
Der US-Behörde liegen insgesamt 107 Beschwerden von Z4-Fahrern vor. Danach kommt es besonders bei warmem Wetter, höheren Geschwindigkeiten oder nach langen Fahrten vor, dass das Lenkrad plötzlich schwergängig wird. Unter Verdacht stehen den Angaben vom Freitag zufolge knapp 49.000 Autos der Baujahre 2003 bis 2005. Der Wagen wurde nicht in Deutschland sondern im BMW-Werk im amerikanischen Spartanburg, South Carolina, hergestellt. Die Untersuchungen laufen seit Ende Juni.
Fahrer könnten anderen Autos näherkommen als gewünscht
Der BMW-Sprecher sagte, man habe das nicht auf die USA beschränkte Phänomen bereits vor längerer Zeit dem Kraftfahrtbundesamt gemeldet. Das Amt habe vor einem Jahr bestätigt, dass es sich um keine sicherheitsrelevante Erscheinung handele. Eine Rückrufaktion sei deshalb nicht nötig.
Hintergrund sei, dass sich Metall bei großer Hitze ausdehne. Wenn ein Z4 früherer Baujahre längere Zeit in großer Hitze gestanden habe, könne sich das Schneckengetriebe der Lenkung ausweiten. Das erhöhe die Reibung in der Lenksäule, und das Lenkrad drehe schwerer. Das sei eine rein physikalische Reaktion, die bei Abkühlung auch wieder verschwinde.
BMW seien keine dadurch verursachten Unfälle bekannt, so der Sprecher. Allerdings könne ein damit konfrontierter Fahrer schon einen Schrecken bekommen, wenn er etwa schnell in die kurvige Abfahrt von einer Autobahn einfahre. Bei einem schwergängigen Lenkrad müsse der Fahrer stärker einschlagen, als man es sonst gewohnt sei, und könnte auch anderen Fahrzeugen näher als sonst kommen.
Die Automobilbranche reagiert seit dem Debakel der Herstellers Toyota um klemmende Gaspedale sehr sensibel auf technische Probleme. Die Japaner hatte eine Millionenstrafe zahlen müssen, weil der Konzern die staatlichen Stellen zu spät über seine klemmenden Gaspedale informiert hatte.
Auch Fahrer des Kompaktwagens Mazda 3 beschweren sich über eine ausfallende Servolenkung. Der Fall wurde zeitgleich mit dem von BMW bekannt. Der Verkehrssicherheitsbehörde liegen hier 33 Eingaben vor. Es soll zu drei Unfällen gekommen sein. Die Ermittler prüfen derzeit die Modelle der Jahre 2007 bis 2009.
cht/dpa
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