App-Auto Audi reanimiert den A2

Er war seiner Zeit zu sehr voraus, jetzt kehrt er zurück: Audi plant eine Neuauflage des Sparmobils A2. Das Auto soll nicht nur besonders umweltfreundlich sein - Besitzer können zudem Software-Apps installieren, die Funktionsweise und Fahrverhalten verändern.

Audi A2: Vor zehn Jahren ein Ladenhüter, heute ein Verkaufsschlager?

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Audis Slogan lautet "Vorsprung durch Technik" - doch der 1999 vorgestellte Audi A2 hatte davon ein bisschen zu viel: Mit Aluminium -Karosserie und Dreizylinder-Motor kam das Auto auf einen sensationell niedrigen Verbrauch von drei Litern, war aber trotzdem so komfortabel wie ein Golf. Weil sich die Kundschaft damals aber noch nicht für Ökovehikel interessierte und der Preis sehr hoch war, wurde der knubbelige Fünftürer ein Flop.

Die Zeiten haben sich geändert. Audi plant einem Bericht der "Financial Times" zufolge, den A2 wiederzubeleben. Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer sagte der Zeitung, in Tokio, Shanghai, New York and Frankfurt liefen bereits erste Tests. Zur Optik und zu den Fahrzeugdaten ist bislang nichts Genaues bekannt, von Audi war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Als Markenzeichen des alten A2 galt seine Leichtbau-Konstruktion: Die damalige Sparvariante des Fahrzeugs wog lediglich 825 Kilogramm, und auch der neue soll offenbar ein möglichst geringes Leergewicht aufweisen und außerdem elektrisch angetrieben werden.

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Das ungewöhnlichste Merkmal des Wiedergängers dürfte jedoch ein App-Store sein, den die VW-Tochter plant. Ähnlich wie bei Smartphones sollen sich über einen Audi-Webshop kleine Programme herunterladen lassen. Dadurch könne jeder Besitzer einen für ihn "maßgeschneiderten" A2 kreieren, so Schwarzenbauer. "Wenn einem das Auto nicht gefällt, kann man es umdesignen."

Die dahinter stehende Idee ist, den A2 nur in einer Basisvariante auszuliefern. Normalerweise können Pkw-Käufer ihre Autos dank umfangreicher Sonderausstattungen in Tausenden Varianten bekommen.

Laut "FT" soll der A2 hingegen mit zahlreichen schlummernden Funktionen ausgeliefert werden, die der Kunde später über den App-Store aktivieren kann - etwa eine Sitzheizung, ein besseres Navi oder eine steifere Federung. "App-Stores könnten für Autohersteller eine riesige weitere Einnahmequelle darstellen", sagte Schwarzenbauer.

hil



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