Nach Explosion eines VW Touran Aral empfiehlt Verkaufsstopp von Erdgas

In Niedersachsen ist ein mit Erdgas betriebener VW Touran beim Tanken an einer Aral-Tankstelle explodiert. Jetzt hat der Mineralölkonzern Konsequenzen gezogen.

VW Touran mit Erdgasantrieb
Volkswagen

VW Touran mit Erdgasantrieb


Der Vorfall ereignete sich bereits am vergangenen Freitag: In Niedersachsen explodierte ein VW Touran mit Erdgasantrieb während des Tankvorgangs an einer Aral-Tankstelle. Der Fahrer wurde von umherfliegenden Trümmerteilen verletzt und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Die genaue Ursache des Unglücks steht noch nicht fest - doch der Mineralölkonzern Aral hat Pächtern seiner Tankstellen nun empfohlen, den Verkauf von Erdgas (CNG - Compressed Natural Gas) vorerst einzustellen. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher von Aral dem Webmagazin "Motor-Talk", das als erstes über die Reaktion des Konzerns berichtete.

"Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Klärung der genauen Sachlage, um den Verkauf von Erdgas in Abstimmung mit dem jeweiligen Gasversorger zeitnah wieder zu ermöglichen", sagte ein Aral-Sprecher am Dienstag in Bochum. "Da die Einzelheiten des genannten Vorfalls noch nicht abschließend geklärt sind, haben wir den Tankstellenunternehmern vorsorglich empfohlen, den Erdgasverkauf bis auf Weiteres einzustellen und umgehend Kontakt zu dem jeweiligen Erdgasversorger aufzunehmen."

Der Autohersteller VW hatte erst kürzlich einen Rückruf von rund 6000 CNG-Fahrzeugen vom Typ Touran angeordnet. In Deutschland waren davon etwa 3800 Fahrzeuge betroffen. Weil die Außenhaut der Gastanks bei Beschädigungen nicht mehr den nötigen Korrosionsschutz bieten könne, müsste sie in der Werkstatt getauscht werden, teilte VW mit. Und weiter: "Eine reduzierte Wandstärke der Gasflaschen durch Korrosion kann zum Bersten eines Gastanks und so zu einer erheblichen Verletzungsgefahr führen."

Ob der nun explodierte Touran bereits neue Gasflaschen eingebaut hatte, ist laut "Motor-Talk" unklar. Das Fahrzeug sei jedoch von dem Rückruf betroffen gewesen.

CNG-Autos gelten als genauso sicher wie Benziner oder Dieselfahrzeuge

VW hatte im Zusammenhang mit der Rückrufaktion Besitzern der betroffenen Fahrzeuge dazu geraten, bis zum Austausch nur den Benzintank zu benutzen. Gegenüber dem Webmagazin wollte ein VW-Sprecher sich nicht zu dem Sachverhalt der Explosion in Niedersachsen äußern und verwies dabei auf ein "schwebendes Verfahren".

Es kommt immer wieder vor, dass mit Erdgas betriebene Autos explodieren - meist handelt es sich dabei jedoch um solche Autos, die nachträglich unsachgemäß auf Erdgas umgerüstet wurden. Grundsätzlich gelten CNG-Autos jedoch nicht als explosionsanfälliger als Autos mit Benzin- oder Dieseltanks.

cst



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